Schamhaare biologisch nicht nötig – Evolutionär sinnvoll?

Donnerstag, 24.04.2014

Haben Schamhaare überhaupt noch einen biologischen Sinn? Die Funktion der menschlichen Körperbehaarung hat in den vergangenen Jahrzehnten eine fundamentale Veränderung erfahren.

Wer mit Rasierer, Epiliergerät und Co. gegen seine Schamhaare kämpft, wird sich sicher schon mehrmals gefragt haben, welchen Sinn die unerwünschten Haare im Intimbereich und ihre unter den Achseln und an den Beinen sprießenden Artgenossen in der heutigen Zeit überhaupt noch haben. Sind Schamhaare für Menschen im 21. Jahrhundert überhaupt noch notwendig? Und warum wächst die Behaarung nur an manchen Körperstellen, während andere seit Jahrtausenden frei von jeglichem Haarwuchs sind?

Schamhaare ohne Funktion

Ursprünglich dienten Achsel- und Schamhaare beim Menschen wohl der Verbreitung von Duftstoffen. "Es gibt dort Drüsen, die Duftstoffe ausschütten. Diese Sekrete bleiben in den Haaren hängen und werden dadurch festgehalten und über einen längeren Zeitraum verströmt", erklärt Hautarzt Hans Wolff im Interview mit "Spiegel Online". Bei den so verbreiteten Duftstoffen handle es sich heutzutage allerdings nicht mehr um sexuelle Lockmittel. "Vielleicht waren sie das mal, aber das ist für uns Menschen seit mehreren Tausend Jahren irrelevant. Schon Primaten haben andere Möglichkeiten, Partner zu gewinnen, als über krude Duftstoffsignale." Weder Schamhaare noch Körperbehaarung an anderen Stellen habe heute noch den eindeutigen Sinn, das Überleben zu sichern, konstatiert Wolff. "Sie ist biologisch nicht notwendig und der Trend ist eindeutig, die Körperbehaarung abzurasieren."

Die Rasur setzt sich durch

Besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind Schamhaare derzeit kaum noch verbreitet. Laut Wolff unterziehen sich so gut wie alle jungen Mädchen einer Intimrasur oder arbeiten mit Enthaarungscreme. Auch gut die Hälfte der jungen Männer sei mittlerweile im Genitalbereich rasiert. Die häufige Rasur berge allerdings auch Risiken. "Viele enthaaren sich, ohne dass Komplikationen auftreten. Aber bei manchen kommt es zu so starken Hautreizungen, dass sich kleine Wunden mit Staphylokokken infizieren können. Dann ist der Genitalbereich voll mit Pusteln. Durch kleine Wunden erhöht sich auch die Gefahr, dass beim Geschlechtsverkehr Viren übertragen werden, die Genitalwarzen hervorrufen können", mahnt Hautarzt Wolff. Wer beim Rasieren jedoch auf Hygiene achte, bei dem sprächen keinerlei medizinische Gründe gegen eine Haarentfernung im Intimbereich.

Die Intimrasur steht bei den meisten Deutschen hoch im Kurs. Mehr als zwei Drittel der Frauen enthaaren ihre Bikinizone.

Ob mit Hilfe von Nassrasur oder Epilation - die Mehrheit der Deutschen enthaart sich im Intimbereich.

 

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