Warum Nacktsein etwas Wertvolles ist

FREITAG, 23.02.2018

Eine Ode an die Nacktheit: Nackt in der Sauna, nackt im Bett, nackt durch die Wohnung hopsen! Warum es toll ist, die Hüllen fallen zu lassen und warum du dem Nacktsein besondere Aufmerksamkeit schenken solltest, sagt dir unsere Autorin Nova Niedermeyer.

Nacktsein hat viele Vorteile. Hüllenlos schlafen zum Beispiel gilt als äußerst gesund aufgrund der Temperatur und dem Körpergefühl, welches du entwickelst.

Warum nackt sein? Mit den Kleidern fallen Hemmungen

Du siehst: Nacktsein muss nicht zwingend mit Sex und Erotik zu tun haben und hat auch in anderen Bereichen seine Vorteile. Es geht in erster Linie um Gesundheit, Körperbewusstsein und Body-Positivity. Doch auch im Erotischen sorgt das – nennen wir es – "Nacktbewusstsein" für eine Verbesserung deines Liebeslebens.

Es geht um das Dazu-Stehen und um das Lieben seines eigenen Körpers fern von jedem Schamgefühl. Das Schamgefühl mindert unbewusst und bewusst deine Lebensqualität. Da ist der Blick in den Spiegel und der sofortige Drang, etwas kaschieren zu müssen. Da ist die Dunkelheit während des Sex, die eigentlich mehr stört, als dass sie dazu dient, etwas  zu "verstecken".

Einige Menschen verfallen automatisch in Schamhaltung, sobald ein bisschen nackte Haut bei ihnen zu sehen ist. Es scheint manchen unangenehmer, sich vor dem Liebsten auszuziehen, als sich einer Wurzelbehandlung unterziehen zu müssen.

Warum nackt sein? Um das Körperbewusstsein zu stärken! Sich nackt akzeptieren zu können, bedeutet mit dem Körper im Einklang zu sein. Schamgefühle sind nervenaufreibend, sabotieren das Selbstbewusstsein und müssen daher nicht sein.

Nacktsein – was bedeutet das?

Nacktheit ist für mich zunächst etwas Natürliches, dem nichts Erotisches, Negatives oder Diskriminierendes anhaftet. Alles, was Nacktheit mit Scham und Sünde verbindet, ist vom Menschen hinzugedichtet worden. Demnach sind Zweifel am eigenen, nackten Körper nichts weiter als ein von der Menschheit selbst geschaffenes Problem.

Nacktsein ohne Scham: Tipps

Hast du Schwierigkeiten mit dir selbst im nackten Daseinszustand, solltest du dir die Frage stellen, warum es dir so schwerfällt, nackt zu sein. Warum magst du dich mit Kleidung lieber: wegen der Kleidung oder wegen dem, was in dieser Kleidung eingepackt ist? Was stört dich und sind deine Sorgen überhaupt berechtigt? Warum kannst du deinen Körper nicht akzeptieren?

Was versteckst du? Cellulite-Dellchen, die fast jede Frau besitzt? Formen, die du aufgrund eines ungesund dürren Idealbilds unästhetisch, doch ein anderer wunderschön findet?

Aller Anfang ist schwer. Doch hast du erst einmal begonnen, dich mit body-positiven Gedanken zu befassen und dir diese zu Herzen zu nehmen, kannst du schon bald mit deinem Körper im Reinen sein.

Kümmere dich bewusst um deinen Körper. Mach, was dir gut tut. Dein Körper ist lebenswichtig und so sollte er behandelt werden. Pflege ihn mit Sport, Wellness oder einem gesunden Lebensstil.

Gesund leben ist eine Liebeserklärung an dich selbst. Damit meine ich nicht Crash-Diäten, die dir jeden Spaß am Leben nehmen. Sondern einen gesunden Lebensstil. Arbeite im gesunden Maß an und mit dir.

Wie wäre es, wenn du zunächst übst, die Hüllen fallen zu lassen? Zum Beispiel beim Schlafen. Nacktschlafen ist etwas sehr Schönes, was du ausprobieren kannst, um dich deinem Körper bewusst zu nähern. Abgesehen davon bringt es auch einige gesundheitliche Vorteile mit sich.

Körperbewusstsein und Erotik

Du könntest zum Beispiel auch eine Sportart ausprobieren, die dich erotisch fühlen lässt. Die Erotik in Verbindung mit deinem eigenen Körper ist zwar nicht alles, worauf es beim "Nacktbewusstsein" ankommt, aber dennoch ist sie sehr wichtig.

Ein Tipp für mehr Nacktbewusstsein: Die Nacktfotosession. Es ist etwas für Fortgeschrittene und erfordert ein gesundes Selbstbewusstsein. Es muss aber nicht gleich professionell beim besten Aktfotografen der Stadt sein. Bitte jemanden, dem du sehr nahe stehst, die sexy Aufnahmen von dir zu machen. Das reicht schon, um dein Nacktbewusstsein zu stärken und dich vom Schamgefühl mehr zu befreien.

Medien beeinflussen uns unbewusst und auf hinterhältige Art und Weise

Nacktheit mit Scham zu verbinden, ist unnatürlich und kommt nicht von irgendwoher. Wir bekommen seit je her einen falschen Idealkörper durch die Medien vorgegaukelt, der uns vermittelt, nur dieser Idealkörper wäre schön und begehrenswert. Dadurch entsteht ein falsches Körperbewusstsein und das Schamgefühl, welches deine Nacktheit begleiten kann. Das ist ungesund, erschütternd und entspricht nicht der Realität. In der body-positiven Welt, in der ich mich beruflich wie privat aufhalte, existieren solche Oberflächlichkeiten zum Glück nicht.

Autorin: Nova Niedermeyer

Nackte Frau von hinten pin

Um das befreite Gefühl zu erleben, muss man sich langsam mit seiner Nacktheit vertraut machen.

Fazit

Nacktbewusstsein ist etwas Natürliches, nicht zwingend etwas Sexuelles und auf gar keinen Fall etwas, wofür man sich schämen muss!

Verändere deine Einstellung zu deinem Körper und lerne (und übe), dich zu akzeptieren. Dann wird das Nacktsein kein Problem mehr für dich darstellen. Natürlich ist das einfacher gesagt, als getan. Doch kommst du in den Genuss, dein Schamgefühl mit all deinen Klamotten abzulegen, ist der größte Schritt in die richtige Richtung getan. Und es wird sich wunderbar anfühlen. Get naked!