Tantra-Sex: Tipps für den Alltag

DIENSTAG, 12.12.2017

Tantra – die indische Liebeskunst verspricht Tiefenentspannung gepaart mit rauschartigen Orgasmen. Du willst dich auf das sinnliche Abenteuer einlassen? Wir verraten dir, was es mit der Tantra-Massage auf sich hat und wie du Tantra-Praktiken ganz einfach in deinen Alltag einbauen kannst.

Was ist Tantra? Wer noch nie davon gehört hat, mag sich fragen, was hinter dem Begriff steckt. Die Antwort: Eine uralte Lehre, die erst einmal nichts mit Sex zu tun hat, sondern einen bewussten Lebensstil propagiert. Tantriker sehen den Menschen ganzheitlich – und dieser Aspekt wird schließlich auch in die Sexualität eingebracht.

Was ist eine Tantra-Massage? 

Bei einer Tantra-Massage handelt es sich nicht um eine Massage im herkömmlichen Sinne. Es geht dabei nämlich nicht in erster Linie darum, Muskeln zu lockern und zu entlasten. Stattdessen sollen Anspannungen gelöst werden, und zwar spirituelle und sexuelle.
Ein Orgasmus ist bei der Tantra-Massage aber erst einmal kein Muss, sondern ein willkommener Nebeneffekt. Das Ziel des erotischen Rituals ist, dich völlig zu entspannen und fallen zu lassen. Es geht darum, dass du dich und deinen Körper kennenlernst und auf diese Weise auch herausfindest, was dir Lust bereitet. Lust gilt im Tantra als größte Energiequelle überhaupt. Im Idealfall verbinden sich Spiritualität und Sexualität bei einer Tantra-Massage miteinander. Das Ergebnis: Ein perfekter Höhepunkt.

Tantra: Der Weg ist das Ziel

Wer möchte, kann sich für eine professionelle Tantra-Massage entscheiden. Seriöse Anbieter kannst du über das Internet finden, aber Vorsicht: erotisch sollten sich die Masseure dabei nicht präsentieren und auch die Behandlungsdauer kann Aufschluss über die Qualifikation eines Masseurs geben. Bei zu kurzen Massage-Zeiten ist Skepsis angesagt. Schließlich ist es kennzeichnend für eine Tantra-Massage, sich Zeit zu lassen. Einen guten Anbieter kannst du unter anderem über den Tantra-Massage-Verband finden.
Falls du dich auf das Abenteuer Tantra lieber in gewohnter Umgebung einlassen möchtest, kannst du dich auch zu Hause und mit deinem Partner erst mal an die Sache herantasten. Diese Tipps funktionieren im Alltag:

Die richtige Vorbereitung

In sexuellen Tantra-Ritualen werden Körper und Geist zunächst auf die sexuelle Erregung vorbereitet, um diese im Anschluss auf spirituelle Weise erfahren zu können. Neben Massage- und Atemtechniken gibt es zahlreiche Übungen, die dir den Weg in die Spiritualität ebnen können. Traditionelle Rituale dauern im Tantra häufig mehrere Tage. Daher gibt es heutzutage auch vereinfachte Rituale, die wesentlich verkürzt und somit für den Alltag geeignet sind. Um ein Tantra-Ritual vollziehen zu können, ist die Vorbereitung der Umgebung sowie des eigenen Körpers von großer Wichtigkeit:

Die Atmosphäre

Eine entspannte und wohlige Atmosphäre ist beim Tantra unerlässlich. Reinige daher zunächst den Raum und stellen Räucherstäbchen auf. Sorge für eine behagliche Temperatur und angenehmes Licht. Gestalte eine Art Liegewiese, auf der dein Partner und du euch niederlassen könnt. Duftende Öle und entspannende Musik sind schöne Ergänzungen. Wichtig: Räume alle Störfaktoren aus dem Weg. Schalte TV-Apparate, Telefone, Laptops und Handys aus. Wenn dir danach ist, kannst du auch die Hausklingel deaktivieren. So sicherst du dir und deinem Partner eine ruhige, intensive und ungestörte Zeit.

Äußere und innere Reinigung

Die äußere Reinigung ist im Tantra sehr wichtig und kann zum Beispiel durch ein gemeinsames Bad erfolgen. Reinigt euch gegenseitig mit den Händen oder einem weichen Schwamm. Lass dabei keine Stelle am Körper deines Partners aus.

Die innere Reinigung kann durch gezielte Atem-Techniken, Tantra- oder Yoga-Übungen erreicht werden. Näheres zu tantrischen Atemübungen findest du hier.

Als Nächstes bereitest du die Pancha Makara, zu Deutsch "fünf Ms", vor. Die stehen im Tantra für die Elemente Wasser, Feuer, Luft, Erde und Raum und dazu gehören: Fleisch (Mamsa), Fisch (Matsya), gerösteter Weizen (Mudra), und Wein (Madya). Welche Speisen du dazu passend konkret auswählst, liegt bei dir. Möglich wären zum Beispiel Schinken, Thunfisch, Brot und Rotwein. Das fünfte M bezieht sich auf die sexuelle Vereinigung (Maithuna), welche am Ende des Rituals erfolgt.

Das Tantra- Ritual beginnt

Bereits nackt geht ihr Hand in Hand in den vorbereiteten Raum. Stellt euch dann gegenüber und verneigt euch voreinander, so heißt es im Buch "Tantra – Geheimnisse östlicher Liebeskunst" von Kalashatra Govinda. Setzt euch nun im Schneider- oder Yoga-Sitz einander gegenüber und reicht euch die Hände. Blickt euch für mindestens eine Minute in die Augen. Sagt euch auf ein Zeichen hin drei Mal das Mantra "Om" – einmal für die weibliche Urenergie, einmal für die männliche Urenergie und einmal für die universelle Einheit.

Esst und trinkt nun gemeinsam von den vorbereiteten Getränken und Speisen. Im Anschluss könnt ihr gemeinsam meditieren oder euch gegenseitig massieren. Wie eine solche Tantra-Massage funktioniert, erklären wir hier. Gern könnt ihr die Tantra-Massage mit ätherischen Ölen oder sonstigen Stimmungsmachern aufpeppen. Achtet darauf, dass an eurem gemeinsamen Abend ein fortlaufender Körperkontakt besteht. Kappt eure "Verbindung" nicht. Streichelt euch langsam und zärtlich, vertreibt Gedanken an zukünftige Erledigungen und widmet euch nur dem sich langsam aufbauenden Liebesspiel, bis ihr beide für das Maithuna bereit seid.

Maithuna: Langsam zum Höhepunkt

Maithuna ist ein Teil des Tantra und beschreibt die spirituelle Vereinigung eines Liebespaares. Dieses Ritual dauert meist mehrere Stunden bis hin zu Tagen und soll das sexuelle Bewusstsein erweitern. Bei dieser Art der sexuellen Vereinigung ist es wichtig, nicht die schnelle Befriedigung anzustreben, sondern ganz im Gegenteil, den Höhepunkt längst möglich hinauszuzögern.

Vor allem für den Mann kann es beim Tantra hilfreich sein, die Penetration hin und wieder zu unterbrechen, um dieses Ziel zu erreichen. Auch ein veränderter Rhythmus und zwischenzeitliches Innehalten, können den Höhepunkt herauszögern. Eine weitere Technik, um die männliche Ejakulation vorerst zu unterdrücken, ist, Druck auf den sogenannten Jen-Mo-Punkt auszuüben. Diese Technik kann dem Mann letztlich sogar multiple Orgasmen bescheren. Wie das funktioniert, erfährst du in unserem Video.

Tantra-Yoga für Einsteiger

Tantra-Yoga ist eine Form des Kundalini-Yogas, einer Jahrtausende alten, hinduistischen Lehre. Dabei geht es um das Erwecken einer im Menschen schlummernden Energie, mit der man jede Bewegung und jede Interaktion intensiver und bewusster wahrnimmt – auch Sex! Mit folgenden Übungen kannst du deine Sinne ansprechen:

  • Selbstmassage/Tantra-Massage

Um deine Sinne zu sensibilisieren, beginn das Tantra-Yoga mit einer ausgiebigen Massage. Am besten verwendest du warmes Massageöl. Das streichst du dir oder deinem Partner auf den ganzen Körper. Du beginnst bei den Füßen und knetest nach oben hin jeden Teil des Körpers durch. Auch die Massage der Genitalien ist ausdrücklich erwünscht. Dabei geht es aber nicht um einen Orgasmus, sondern um die sinnliche Wahrnehmung des Körpers.

  • Yab-Yum-Position

Die Yab-Yum-Position machst du mit deinem Partner. Während er mit geöffneten Beinen dasitzt, setzt du dich auf ihm, sodass eure Oberkörper direkt aneinander sind. So werden eure Herzen und die Chakren, also Energiezentren zusammengeführt und euer Energiefluss gestärkt.

  • Übereinandergleiten

Auch diese Übungen des Tantra-Yogas machst du am besten mit deinem Partner. Du kannst sie aber auch alleine auf einer eingeölten Matte machen. Ihr seid nackt und seid von oben bis unten mit Öl eingerieben. Legt euch aufeinander und lasst eure Körper übereinandergleiten. Fühlt die Reibung und die Berührung der erogenen Zonen. Hierbei dürft ihr auch einen sexuellen Höhepunkt erleben.

Das sagt die Redaktion:

Falls du dein Sexleben auffrischen willst, ist Tantra-Sex definitiv ein Versuch wert. Mit den teilweise erotischen Übungen lernst du, deine Sinne intensiver wahrzunehmen. Gibst du dich der Ekstase hin, kannst du mit deinem Partner sogar multiple Orgasmen erleben. 

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