Atemreduktion à la "Fifty Shades of Grey"

FREITAG, 14.12.2018

Atemreduktion, Fesselspielchen und SM-Praktiken haben seit dem Erfolg von "Fifty Shades of Grey" Einzug in viele Schlafzimmer gehalten. Doch Achtung: Gerade die Atemreduktion beim Sex birgt Gefahren. Worauf du dabei achten musst, damit du risikolos Spaß im Bett haben kannst, erfährst du hier.

Autorin Erika Leonard auch bekannt als E. L. James erzählt in der "Fifty Shades of Grey"-Reihe nicht nur von der Lovestory zwischen Anastasia Steele und Christian Grey, sondern auch von diversen erotischen Spielarten. Eine davon: Atemreduktion beim Sex. Doch die Schriftstellerin lässt aus, welches Gefahrenpotenzial die Sexpraktik mit sich bringt, wenn das nötige Know-how fehlt.

Atemreduktion beim Sex: So funktioniert's

Wer die Atemreduktion als sexuelles Lustmittel einsetzen möchte, sollte sich bewusst sein, was für eine Gratwanderung diese Praktik darstellt. Zunächst einmal: Was ist überhaupt die Atemreduktion beziehungsweise Atemkontrolle? Es geht darum, dass der passive Partner in seiner Atmung beeinträchtigt oder diese gar gänzlich unterbrochen wird. Durch die Atemreduktion kommt es zu einer Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff, was einen Anstieg des Kohlendioxids zur Folge hat. Das wiederum regt die Adrenalinausschüttung an und ist für viele sehr erregend.

Gefährliches Liebesspiel

Doch Vorsicht: Das Würgen belastet den Körper sehr. Nebenwirkungen der lustvollen Strangulation können Atemprobleme, Heiserkeit, Husten, Probleme beim Schlucken, Kopfschmerzen oder Schwindel sein. Außerdem können die feinen Äderchen in den Augen und auch im Gesicht platzen.

Das Blockieren oder die Kompression der Atemwege kann bei zu langem Praktizieren noch schwerere Folgen haben: Wenn das Gehirn zu lang am Stück oder zu häufig einer Sauerstoffunterversorgung ausgesetzt ist, kann das zu einer Gehirnschädigung führen, die im schlimmsten Fall irreversibel ist. Herzinfarkt und Schlaganfall sind ebenfalls möglich. Wer unter Bluthochdruck, einem erhöhten Cholesterinspiegel, Hirnaneurysmen oder einer Verengung der Halsschlagader leidet, erhöht das Risiko zusätzlich.

Sexy time: Behalte die Kontrolle

Falls du die Atemreduktion beim Sex dennoch ausprobieren möchtest, taste dich langsam und sanft heran. Egal, ob du dabei den dominanten oder den passiven Part übernimmst – deute mit den Händen erst einmal zarten Druck an den Seiten des Halses an. Die empfindlichste Stelle ist die Vorderseite, hier befinden sich Luft- und Speiseröhre. Vom richtigen Würgen an diesen Stellen sollten SM-Anfänger die Finger lassen und auch nicht zu Hilfsmitteln wie Schals greifen – zu schnell kann der Partner dabei in Panik geraten und etwas schiefgehen.

Das Würgen sollte, auch in der dezenten Variante, nicht länger als ein paar Sekunden dauern. Danach steht eine Pause an, in der ihr überprüfen könnt, ob alles in Ordnung ist. Trägt der devote Part Würgemale oder Schmerzen davon, solltet ihr nicht nur unbedingt aufhören, sondern auch gleich einen Arzt aufsuchen.

 

"Shades of Grey"-Praktiken und ihre Gefahren

Eine andere Gefahr ist der sogenannte Karotis-Sinus-Reflex. Auslösen lässt sich dieser durch das Abdrücken der Halsschlagader an der Karotisgabel. Die Sensoren, die sich an dieser Stelle befinden, überprüfen regelmäßig den Blutdruck. Beim Abdrücken der Gabel registrieren die Sensoren den erhöhten Blutdruck und übertragen ihn auf den gesamten Körper. Folge: Die Herzfrequenz sowie der Blutdruck werden gesenkt – im schlimmsten Fall kann es jetzt zum Herzstillstand kommen. Wer ohnehin schon am Karotis-Sinus-Syndrom leidet, sollte unbedingt die Finger von dieser Sexpraktik lassen.

Das sagt die Redaktion:

Bevor du dich mit deinem Partner an die Atemreduktion beim Sex heranwagst, solltet ihr offen darüber sprechen. Die Praktik muss schließlich für beide okay sein. Besprecht auch, wo ihr die Grenzen zieht und vereinbart vorab ein Stopp-Zeichen. Das sollte auch nonverbal funktionieren, etwa ein Antippen am Handgelenk. Und ganz wichtig: Lass dich nicht von einem Partner zu etwas überreden, das du nicht tun möchtest oder das dir Angst macht.

Geschmäcker sind verschieden. Auch in Sachen Sex. Gehen Sie daher aufeinander ein und hören Sie zu, was der andere sagt. pin

Geschmäcker sind verschieden: Sprich mit deinem Partner offen darüber, ob die Atemreduktion für dich infrage kommt.