Methoden der Abtreibung: Die Abtreibungspille

MITTWOCH, 13.06.2018

Eine Abtreibung kann auf verschiedene Arten durchgeführt werden. Eine der möglichen Methoden ist der Schwangerschaftsabbruch mit der Abtreibungspille.

Frauen, die sich für eine Abtreibung entscheiden, stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Unter anderem kann der Schwangerschaftsabbruch mit einem speziellen Medikament, der sogenannten Abtreibungspille, erfolgen. Diese Methode ist der Techniker Krankenkasse (TK) zufolge bei etwa 95 bis 98 Prozent der Anwenderinnen erfolgreich.

Verzweifelte Frau sitzt auf dem Bett

Nicht jede Frau freut sich über einen positiven Schwangerschaftstest.

Wie funktioniert die Abtreibungspille?

Die Abtreibungspille, früher auch RU 486 genannt, ist ein hormonelles Medikament, mit dem ein Schwangerschaftsabbruch vorgenommen werden kann. Sie basiert auf dem Hormon Mifepriston, einem sogenannten Antigestagen. Dieses Hormon wirkt dem weiblichen Geschlechtshormon Gestagen entgegen, das eine schwangerschaftserhaltende Eigenschaft besitzt. Die Abtreibungspille bewirkt dadurch, dass die befruchtete Eizelle, die sich bereits in der Gebärmutter eingenistet hat, abgestoßen wird. Dies geschieht üblicherweise innerhalb von 36 bis 48 Stunden nach der Einnahme.

Anschließend erhält die Frau ein weiteres Medikament, ein sogenanntes Prostaglandin, das Wehen auslöst und dadurch zur Ausstoßung des toten Embryos führt. Eine bis drei Wochen nach dieser Abtreibungsmethode muss eine Kontrolluntersuchung durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass der Embryo auch tatsächlich ausgestoßen wurde. War der Schwangerschaftsabbruch mit der Abtreibungspille nicht erfolgreich, können zusätzlich operative Methoden wie die Absaugung oder Ausschabung eingesetzt werden.

Vor- und Nachteile der Abtreibungspille

Für den Schwangerschaftsabbruch mit der Abtreibungspille spricht, dass bei dieser Methode in der Mehrheit der Fälle keine Operation nötig ist, um eine Schwangerschaft zu beenden. Bei zwei bis fünf Prozent der Patientinnen ist die Methode jedoch nicht erfolgreich, sodass zusätzlich eine Operation durchgeführt werden muss. Dies bedeutet eine größere körperliche und psychische Belastung für die Patientin. Die Nebenwirkungen, die bei der Einnahme von Mifepriston und Prostaglandin auftreten, sind aber eher selten.

Ein Nachteil der Abtreibungspille ist, dass sich der Schwangerschaftsabbruch aufgrund der verschiedenen Behandlungsschritte über mehrere Tage erstreckt. So dauert die Abtreibung mit dieser Methode ab Behandlungsbeginn etwa zwei bis vier Tage. Durchschnittlich sind dabei vier Frauenarztbesuche notwendig. Da ein Schwangerschaftsabbruch mit der Abtreibungspille nur bis zum 63. Schwangerschaftstag (9. Schwangerschaftswoche) möglich ist, sollte die Behandlungsdauer bei der Wahl der Abtreibungsmethode unbedingt berücksichtigt werden.

Wer darf die Abtreibungspille nicht anwenden?

Beratungsgespräch bei der Frauenärztin

Nur der Frauenarzt kann eine Abtreibung mittels Abtreibungspille anordnen.

Nicht nur Frauen, die über die 9. Woche hinaus schwanger sind, dürfen die Abtreibungspille nicht mehr einnehmen. Auch in einigen anderen Fällen ist diese Behandlungsmethode keine Option. Dazu gehören in erster Linie Vorerkrankungen wie Asthma, Chronische Nieren- und/oder Lebererkrankungen. Aber auch bei erhöhtem Augeninnendruck und Blutungsrisiko müssen andere Wege der Abtreibung erwogen werden. Das Gleiche gilt für Frauen, die unterernährt sind, eine Unverträglichkeit gegen eines der beiden Medikamente haben oder bei denen der Verdacht einer Eileiterschwangerschaft besteht.

Achtung: Nicht verwechseln!

Die Abtreibungspille ist nicht das Gleiche wie die Pille Danach, die unmittelbar nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen wird und einen Eisprung oder eine Einnistung der befruchteten Eizelle verhindern soll. Die Abtreibungspille wird immer konkret bei einer schon bestehenden Schwangerschaft angewendet und ist nur beim Frauenarzt erhältlich.

Abtreibungspille pin

Eine der Methoden des Schwangerschaftsabbruchs ist die Abtreibungspille.