Sekundäre Amenorrhoe: Wenn die Periode ausbleibt

FREITAG, 14.09.2018

Ein Ausbleiben der Periode wird als sekundäre Amenorrhoe bezeichnet, wenn die Frau zuvor bereits Menstruationsblutungen gehabt hat und nicht schwanger ist. Welche Ursache dahinter stecken kann und wann du zum Arzt gehen solltest, das erfährst du hier.

Von Amenorrhoe ist die Rede, wenn die Periode auf sich warten lässt. Differenziert wird dabei grundsätzlich zwischen zwei Formen, der primären und der sekundären Amenorrhoe.

Worin unterscheiden sich primäre und sekundäre Amenorrhoe?

Die Periode sollte bei jeder Frau ab der Pubertät einmal im Monat auftreten. Wenn sie jedoch ausbleibt, dann ist das ein Grund aufmerksam zu werden.

Lässt die erste Menstruation länger als bis zum vollendeten 16. Lebensjahr auf sich warten, sprechen Mediziner von einer primären Amenorrhoe. Die Ursachen hierfür sind meist rein körperlich bedingt und können unter anderem Leistungssport, Mangelernährung oder Fehlbildungen der Gebärmutter sein.

Frauen, die hingegen von plötzlichen Unterbrechungen der Periode betroffen sind und sich dabei nicht in einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren befinden, zuvor aber schon regelmäßig Monatsblutungen gehabt haben, leiden unter einer sogenannten sekundären Amenorrhoe

Sekundäre Amenorrhoe: Wie lange bleibt die Regelblutung aus?

Leichte Schwankungen im Zyklus sind vor allem bei jungen Frauen normal. Auch können verschiedene Ursachen dazu führen, dass die Menstruation etwas unregelmäßig auftritt. Bis aber im medizinischen Sinne eine sekundäre Amenorrhoe vorliegt, muss die Periode aber mehr als drei Monate ausbleiben.

Ursachen für eine sekundäre Amenorrhoe

Die Gründe für eine sekundäre Amenorrhoe können vielfältig sein. Wenn die Periode über einen Zeitraum von drei Monaten unterbrochen ist, dann kann dies unter anderem auf Funktionsstörungen des Gehirns zurückzuführen sein. Ursache sind dann zum Beispiel Veränderungen in der Hirnanhangsdrüse, wodurch die Stimulation der Eierstöcke aussetzt und letztlich auch die Periode ausbleibt.

Störungen im Hormonhaushalt beziehungsweise hormonelle Fehlsteuerungen etwa infolge einer vermehrten Bildung von Cortisol, Androgen oder Prolaktin (Letzteres wird besonders in der Stillzeit ausgeschüttet) können die Regelmäßigkeit der Monatsblutung ebenfalls beeinflussen. Dasselbe gilt für Erkrankungen wie Nebennierenrinden-Insuffizienz oder Schilddrüsenunterfunktion.

Anatomische Besonderheiten der Eierstöcke oder Vagina können eine sekundäre Amenorrhoe genauso bedingen. Weiterhin kann der Zyklus durch das Absetzen der Antibabypille ins Wanken geraten. Bis sich der Regulationsmechanismus zwischen Gehirn und Eierstöcken nach der letzten Pilleneinnahme wieder normalisiert hat, können bis zu sechs Monate vergehen. In dieser Zeit kann es zu einer sekundären Amenorrhoe kommen. Die Rede ist dann auch von einer Post-Pill-Amenorrhoe.

Unberücksichtigt im Zusammenhang mit der sekundären Amenorrhoe bleiben hingegen Schwangerschaft und Wechseljahre. Bleibt infolgedessen die Periode aus, ist das der natürliche Lauf der Dinge.

zwei Plister einer Pille

Das Absetzen der Antibabypille kann eine sekundäre Amenorrhoe zur Folge haben.

Warum bleibt die Periode aus? Psychische Faktoren

Neben körperlichen Ursachen können auch psychische Faktoren zu einer sekundären Amenorrhoe führen. Stehst du vor wichtigen persönlichen oder beruflichen Entscheidungen, kann auch das ursächlich für ein Ausbleiben der Menstruation sein. Leidest du zum Beispiel unter Stress, bist du auf Reisen, ist ein Mensch gestorben, der dir sehr nahe gestanden hat, oder hat sich dein Partner gerade von dir getrennt? Psyche und Physis hängen eng miteinander zusammen.

Behandlung der sekundären Amenorrhoe

Die Behandlung einer sekundären Amenorrhoe richtet sich nach ihrer Ursache und ist somit individuell. Nach Ausschluss einer Schwangerschaft sowie der Wechseljahre und einem ausführlichen Anamnesegespräch ist bei einer Hormonstörung etwa eine hormonelle Therapie denkbar, bei Organfunktionsstörrungen hingegen ein operativer Eingriff. Geht die sekundäre Amenorrhoe allerdings auf psychische Belastungen etwa infolge von Stress zurück, kommt auch eine Psychotherapie als Behandlung infrage.

Sekundäre Amenorrhoe: Wann zum Arzt?

Eine sekundäre Amenorrhoe selbst ist nicht gefährlich, allerdings können es ihre Ursachen sein. Einen Arzt solltest du daher nicht nur dann aufsuchen, wenn du einen Kinderwunsch hegst und schwanger werden möchtest. Eine ausbleibende Regelblutung ist immer als ein Warnsignal des Körpers aufzufassen. Ein zeitnaher Besuch beim Gynäkologen ist daher sinnvoll. Dieser kann die Ursache abklären und Maßnahmen mit dir besprechen.

Zusammenfassung der Redaktion

Von einer sekundären Amenorrhoe ist die Rede, wenn die Regelblutung länger als drei Monate ausbleibt, eine Frau nicht schwanger oder in den Wechseljahren ist und sie zuvor schon regelmäßig ihre Periode gehabt hat. Das Ausbleiben der Monatsblutung kann sowohl körperlich als auch psychisch bedingt sein. In jedem Fall solltest du nicht zögern und einen Arzt aufsuchen. Die Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Ursache.

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