Liebe & Lust

7 Dinge, die du über Selbstbefriedigung noch nicht weißt

DONNERSTAG, 28.05.2020

85 Prozent aller deutschen Frauen tun es regelmäßig, aber wenige sprechen darüber: Selbstbefriedigung. Die Offenheit über die eigene Sexualität ist von vielen Einflussfaktoren geprägt, darunter die Lebenssituation im Allgemeinen, zum Beispiel wie offen dein Umfeld mit Sexualität umgeht. Nicht alle haben die gleiche Überzeugung wie wir: Nämlich, dass Sex mit dir selbst eine wunderbare Sache ist und wir alle unbedingt mehr davon haben sollten.

Deshalb haben wir ganz nach dem Motto „Selbst ist die Frau“ für dich hilfreiche Tipps und interessante Fakten zusammengefasst, die du über Selbstbefriedigung wissen solltest.

1. Selbstbefriedigung war verboten.

Selbstbefriedigung war nicht immer so ein (mehr oder weniger) akzeptiertes Thema wie heute. Früher war Selbstbefriedigung verpönt und sogar verboten. Weil vor allem die katholische Kirche einen großen Einfluss auf die Bevölkerung hatte, wurden Märchen wie „vom Onanieren wird man blind, dumm oder unfruchtbar“ erzählt. Der Kirchenhistoriker Arnold Angenendt und Autor des Buches „Ehe, Liebe und Sexualität im Christentum“ erklärt in einem Interview, dass dieses Verbot der Selbstbefriedigung sich in der mittelalterlichen Auffassung begründet, nach der der männliche Samen bereits das fertige kleine „Menschlein“ beinhalten würde. Jegliche Art von Selbstbefriedigung ist demnach nicht nur eine Vergeudung eines Samens sondern auch eine Art Mord. Diese Einstellung wurde jedoch zum Glück von der Biologie widerlegt. Weibliche Selbstbefriedigung wurde meist gar nicht thematisiert.

2. Gibt es zu viel Selbstbefriedigung?

Übung macht den Meister – das ist auch bei Selbstbefriedigung das Nonplusultra. Zu viel davon gibt es hier nicht. Wer sich oft und regelmäßig selbst befriedigt, lernt nicht nur sich selbst kennen und lieben, sondern kann dann auch in einer Partnerschaft besser kommunizieren, was gefällt. Viel Masturbation macht also nicht nur den Sex mit dir, sondern auch den mit einem Partner besser. Und: Die Klitoris ist ein Schwellkörper mit bis zu 8000 Nervenenden. Werden sie nicht berührt, so „verkümmern“ diese, so die Sexologin Diana Schiftan.

3. Die Hilfe zum Orgasmus.

Apropos Sex mit dem Partner. Da ist es besonders wichtig, zu wissen, worauf man steht. Einen vaginalen Orgasmus gibt es nämlich meistens nur in Filmen. Hollywood hat uns auch hier mal wieder ein Schippchen geschlagen. Sexualforscher fanden heraus, dass zwei Drittel der Frauen beim Sex eine zusätzliche klitorale Stimulation brauchen, um einen Höhepunkt zu erleben. Die weibliche Erregung ist nicht per se komplizierter als die männliche, aber sie spielt sich versteckter ab und benötigt Übung. Laut Forschung muss eine Stelle am Körper 1.000 bis 2.000 Mal berührt werden, bis das Gehirn die Verbindung schaltet und mit Erregung reagiert. Deshalb: Nutzt eure Finger, Sextoys, die Finger eures Partners oder was auch immer euch vor Lust erzittern lässt.

4. Weg mit allen How-To Selbstbefriedigung.

Es gibt kein richtig oder falsch. Jede Frau hat ihre eigenen Vorlieben, jedes How-To ist daher nahezu (und wir schließen uns hier nicht aus!) sinnlos. Erogene Zonen, Fantasien und wie du dir den Sex mit dir selbst vorstellst, unterscheiden sich von Frau zu Frau.  Wie du zum Höhepunkt kommst und was du dafür tun musst, kann dir also keiner mit Sicherheit sagen. Es bleibt nur das Trial-and-Error Prinzip. Das Schöne daran: Ausprobieren hat noch nie so viel Spaß gemacht.

5. Selbstbefriedigung hat auch in einer Beziehung Platz.

Dich selbst kennen lernen und herausfinden, was du gut findest, muss und vor allem sollte nicht unbedingt aufhören, nur weil du in einer Beziehung bist. Unabhängig davon, dass man sich immer wieder neu entdecken kann, kannst du es auch wunderbar in deine Beziehung einbauen. Dein Schatz ist verreist? Perfekt, dann ruf ihn an und nutze die Zeit für eine heiße Session Telefonsex. Oder zeige ihm einfach direkt was du gut findest und befriedigt euch voreinander. Das ist nicht nur unglaublich heiß, sondern zeigt euch auch ganz Nebenbei wie der Partner sich gerne selbst berührt.

6. Pornos als Anheizer.

Ja, ja wir wissen: Pornos gelten eigentlich eher als Männerdomäne. Aber auch viele Frauen finden Gefallen an erotischen Filmen – und zwar nicht nur an den klassischen Frauenpornos mit roten Rosen und Blümchensex. Egal, ob Hardcore, Vanilla, zu zweit oder vielleicht sogar zu dritt, erlaubt ist was dir gefällt. Also schaue dich doch mal um und exploriere deine Fantasien. Falls du dir nicht sicher bist, was dir gefallen könnte, schaue dich doch mal bei feministischen Pornos um. Fernab von dem gängigen Klempner und Hausfrauen-Klischees, geht es hier auch um gegenseitigen Respekt und Darsteller, die den Sex tatsächlich genießen. Falls du etwas Inspiration brauchst, dann schau doch mal bei Feuerzeug Films vorbei – ein junges Porn Start Up, das vielleicht genau das Richtige für dich hat.

7. Selbstbefriedigung ist gesund.

Man kann es nicht oft genug betonen, aber Selbstbefriedigung ist und bleibt unglaublich gesund. Regelmäßige Selbstbefriedigung stabilisiert nicht nur deinen Blutdruck und Herz-Kreislauf, sondern verbrennt dabei auch noch ordentlich Kalorien. Die bis zu 500 Muskeln, die sich dabei zusammenziehen verbrennen bei einem Orgasmus gut 300 kcal. Außerdem stärkt es deine Beckenbodenmuskulatur und verbessert damit deine Haltung. Wenn du deinen Beckenboden noch gezielter trainieren willst, dann versuche es doch mit unserem fem-Tipp: Elvie.

Die beim Höhepunkt freigesetzten Hormone, wie Endorphin und Oxytocin sollen zusätzlich gegen Depressionen und Schlafstörungen helfen. Also: A lot of self-play, keeps the doctor away.

Selbstbefriedigung ist ein Geschenk. Sie macht nicht nur Spaß, sondern ist auch für die meisten Frauen ein absoluter Orgasmus-Garant. Also: Lass dich nicht aufhalten und do it yourself!