Wer übernimmt bei einer Abtreibung die Kosten?

MITTWOCH, 03.05.2017

Kaum eine Entscheidung ist so schwerwiegend wie die zu einem Schwangerschaftsabbruch. Doch wer trägt bei einer Abtreibung die Kosten und wie läuft sie überhaupt ab? Niemand spricht gern darüber. Nichtsdestotrotz gibt es Dinge, die Frauen zuvor wissen sollten.

Längst nicht jede Frau freut sich über einen positiven Schwangerschaftstest. Möglicherweise passt ein Baby nicht in den Lebensplan. Vielleicht ist die Beziehung zum Vater des Kindes nicht intakt genug. Auch medizinische Indikationen können dagegen sprechen, ein Baby auszutragen. Die Gründe für eine Abtreibung, die hierzulande nicht verboten ist, können also ganz unterschiedlich sein. Fest steht: Entscheiden sich Frauen aber für einen Schwangerschaftsabbruch, möchten sie in der Regel auch gern wissen, mit welchen Kosten eine Abtreibung verbunden ist und in welchen Fällen die Krankenkasse für die Kosten aufkommt.

Werden bei einer Abtreibung die Kosten übernommen?

Steht durch die Schwangerschaft die Gesundheit der Mutter auf dem Spiel oder wurde die Frau infolge einer Strafhandlung wie einer Vergewaltigung schwanger, kommen die gesetzlichen Krankenkassen für die Kosten der Abtreibung auf. In solchen Fällen liegen medizinische beziehungsweise kriminologische Indikatoren vor. Erfolgt der Schwangerschaftsabbruch jedoch auf eigenen Wunsch, müssen die Kosten der Abtreibung selbst getragen werden. Diese belaufen sich in etwa auf 300 Euro bis 400 Euro. Schwangere, die nicht in der Lage sind, für diese Kosten einer Abtreibung aufzukommen, können auch einen Antrag auf Kostenübernahme bei ihrer Krankenkasse stellen.

Welche Möglichkeiten für eine Abtreibung gibt es?

Vom Tag der Befruchtung ausgehend kann eine Abtreibung bis zur 14. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Wer abtreiben möchte, hat drei Möglichkeiten, die Schwangerschaft abzubrechen: Absaugung, Ausschabung oder die Abtreibungspille. Eine Absaugung ist die häufigste Abtreibungsmethode. Sie findet unter Narkose statt. Dabei dringt der Arzt mit einem schmalen Röhrchen über die Vagina in die Gebärmutter ein und saugt dort die Gebärmutterschleimhaut, die Fruchtblase sowie den Embryo ab. Bei der Ausschabung hingegen, die ebenfalls unter Narkose stattfindet, werden diese mithilfe eines speziellen Instruments ausgeschabt. Neu ist die sogenannte Abtreibungspille, die lediglich bis zur 9. Schwangerschaftswoche zum Einsatz kommt. Wie die Pille funktioniert? Sie wird unter ärztlicher Aufsicht genommen. Bereits zwei bis drei Tage nach Einnahme setzen die Wehen ein. Es kommt zu einer Fehlgeburt.

Kostenlose Beratung

Auch wenn die Entscheidung für oder gegen eine Abtreibung letzten Endes immer bei der Frau liegt, sollte der potenzielle Vater nicht außen vor bleiben. Beratungen, wie sie von der Arbeiterwohlfahrt, der Caritas, dem Deutschen Roten Kreuz oder Pro Familia kostenlos angeboten werden, sind nicht nur Voraussetzung für eine Abtreibung, sondern auch letztlich eine gute Möglichkeit, sich darüber wirklich klar zu werden, welcher Weg für einen der richtige ist.

Nicht immer ist eine Schwangerschaft ein Segen.

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