Trotzphase – was steckt dahinter und was kannst du tun?

DIENSTAG, 12.12.2017

Dein Spatz steckt gerade mitten in der Trotzphase und deine Nerven liegen blank? Keine Sorge: Es ist wirklich nur eine Phase.

Mit etwa zwei Jahren entwickelt dein Kind seinen eigenen Willen. In englischsprachigen Länder nennt man diese Zeit „Terrible Twos“ – also die „schrecklichen zwei“. Kleine Frühentwickler kriegen bereits mit anderthalb die ersten Trotzanfälle. Von jetzt auf gleich wird getobt. Ohne Vorwarnung. Der Auslöser: Du hast das Brot in vier Hälften geschnitten statt in zwei. Oder beim Anziehen der Schuhe geholfen, obwohl der Junior alles selbst machen will. 

Trotzphasen sind unterschiedlich stark

Scheinbar aus heiterem Himmel fängt dein Kind an zu wüten. Die einen schreien sich die Seele aus dem Leib während sich wahre Sturzbäche über ihre runden Wangen ergießen, andere räumen wortlos mit einer einzigen Armbewegung den Wohnzimmertisch ab. Eines haben alle gemeinsam: Die Situation läuft nicht so wie gewünscht. Und die Kleinen können mit den Emotionen die jetzt auf sie einstürmen einfach noch nicht umgehen.

Darum ist Trotz so wichtig

"Nein" ist das Lieblingswort und der Wille muss um jeden Preis durchgesetzt werden. Auch wenn diese Phase für Eltern extrem anstrengend ist: Für deinen Spatz ist sie ein großer Entwicklungsschritt. Jetzt lernt er durchzuhalten. So lange, bis er sein Ziel erreicht hat. Dabei stößt er an seine Grenzen: Denn vieles läuft nicht so, wie es dein Kind gerne hätte. Einmal, weil du ihm Regeln setzt, aber auch, weil es motorisch noch nicht in der Lage ist, bestimmte Dinge selbst zu tun. Oder weil ihm die Worte fehlen, sich richtig auszudrücken. Es lernt, was Frustration ist. Und wie es ist, mit den eigenen Gefühlen umgehen zu müssen.

Was tun bei einem Trotzanfall?

Dabei will es dich mit seinen Wutausbrüchen nicht ärgern! Es macht einfach seiner Enttäuschung Luft und ist selbst verunsichert. Mach dir das bewusst und versuche gelassen und sachlich zu bleiben. Das ist nicht immer einfach. Viele Eltern kommen selbst regelmäßig an ihre Grenzen, wenn sie sich einem Trotzanfall gegenübersehen. Da hilft nur: Tief durchatmen, sich selbst beruhigen, vielleicht kurz den Raum verlassen. Gut ist es in jedem Fall dem Trotz nicht zu viel Gewicht beizumessen. Deinen Spatz abzulenken oder ihn auszuschimpfen bringt meistens nichts. Was wirklich hilft:

  • Abwarten und nicht auf das Kind einreden – es ist im Moment nicht aufnahmefähig
  • Das Kind aus der Situation herausnehmen (notfalls z. B. im Supermarkt unter den Arm klemmen und weg vom Süßigkeitenregal. Kurz vor die Tür gehen, bis sich alles beruhigt hat)
  • Positives Denken: "Mein Kind ist eine starke Persönlichkeit!"
  • Nach den ersten schweren Minuten: Das Kind in den Arm nehmen und weinen lassen

Und falls du es mal nicht schaffst gelassen zu bleiben, ist das auch kein Weltuntergang. Das zeigt deinem Kind, dass auch Erwachsene mal wütend sind. Es ist menschlich, manchmal die Nerven zu verlieren. Du brauchst deshalb kein schlechtes Gewissen zu haben. Das nächste Mal klappt es dann wieder besser. Und die Phase geht auch irgendwann vorüber: Im Alter von vier bis fünf Jahren lernt dein Kind, dass es seine Gefühle kontrollieren kann. Dann werden auch die Wutattacken weniger.

Die gute Nachricht: Trotz zahlt sich aus! Denn wer bereits in jungen Jahren lernt, sich durchzusetzen, wird auch später seine Meinung vertreten und sich ausdauernd für seine Interessen einsetzen.

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Trotziges Kleinkind pin

Dieses Gesicht kennen alle Eltern von Kleinkindern. Dürfen wir vorstellen: Der Trotz!

Das sagt die Redaktion von meinspatz.de

Ein Tipp aus unserer Redaktion, um einem Wutanfall vorzubeugen:Wenn dein Kind beim Spielen ist und ihr müsst weg, gib ihm die Möglichkeit sich darauf einzustellen. Sag ihm 5 Minuten vorher Bescheid, dass es gleich Zeit ist zu gehen. Und mach dann nach 5 Minuten noch einmal eine konkrete Ansage, dass die Zeit vorbei ist und es jetzt losgeht. Das funktioniert wirklich häufig erstaunlich gut.