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Das Kondom: Verhütung ohne Hormone

DONNERSTAG, 01.03.2018

Das Kondom ist eine echte Alternative zu hormonellen Verhütungsmitteln wie Pille & Co. - wenn man folgende Anwendungsfehler tunlichst vermeidet...

Kondom, Verhüterli, Gummi, Pariser, Überzieher – so viele Wortschöpfungen es für das Kondom gibt, so populär und beliebt ist es weltweit. Das mag vor allem daran liegen, dass es – mit ein wenig Übung – besonders einfach in seiner Anwendung ist, dank seiner geringen Größe überall aufbewahrt werden kann, den Mann in die Verantwortlichkeit für die Verhütung miteinbezieht und vor allem neben einer Schwangerschaft auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt.

Kondom schützt vor Geschlechtskrankheiten

Neben dem Femidom (Kondom für die Frau) ist das Kondom das einzige Verhütungsmittel, das vor Geschlechtskrankheiten wie Syphilis, Chlamydien und HIV schützt. Deshalb sollte man beim Sex mit einem neuen Partner oder bei häufig wechselnden Sexualkontakten grundsätzlich Kondome verwenden, gegebenenfalls auch in Kombination mit anderen Verhütungsmethoden wie der Antibabypille oder dem Vaginalring.

Auf die Größe kommt es an

Damit ein Kondom sicheren Schutz bietet, muss es zunächst einmal die richtige Größe für den Penis haben. Ist das Präservativ zu groß, rutscht es leicht ab und der vollständige Verhütungsschutz ist nicht mehr garantiert. Fällt es zu klein aus, kann sich das Überziehen schwierig gestalten. Dabei kann das Kondom Schaden nehmen und sogar reißen. Man(n) kann aber ganz einfach die Kondomgrößen herausfinden. Dafür muss dein Liebster ein Maßband um den erigierten Penis legen und den Umfang messen. Je nachdem, welchen Umfang der Penis hat, sollte er folgende Kondomgröße benutzen:

Kondom richtig überstreifen

Viele Paare binden das Überziehen des Kondoms spielerisch in den sexuellen Akt ein, damit es nicht zu lästigen Unterbrechungen oder peinlichen Pausen kommt. Oft wird dabei die Innen- mit der Außenseite des Kondoms verwechselt. Sollte dies der Fall sein und sich das kleine Röllchen an der Peniswurzel nicht außen befinden, starte einen neuen Versuch – mit einem neuen Kondom. An dem falsch verwendeten haften nämlich eventuell bereits sogenannte Lusttropfen, eine in der Erregung ausgestoßene Penis-Flüssigkeit, die Spermien enthalten und zu einer Schwangerschaft führen kann.

Gib Gummi: Was muss ich noch beachten?

Außerdem ist es wichtig, auf das Haltbarkeitsdatum des Kondoms zu achten. Solltest du die Gummis an einem Automaten kaufen, empfiehlt es sich, verstärkt auf das Ablaufdatum zu achten, da es unter Umständen nicht noch einmal kontrolliert wurde. Kondome sollten zudem nicht in zu heißer Umgebung oder unter direkter Sonneneinstrahlung gelagert werden, da ihr Material sonst brüchig und durchlässig wird. Wenn du das Kondom der Folienverpackung entnimmst, vermeide spitze Gegenstände oder lange Fingernägel zur Hilfe zu nehmen, da diese das Präservativ ebenfalls beschädigen können.

Auch bestimmte Öle und Cremes, die für ausreichend Feuchtigkeit beim Liebesspiel sorgen sollen, können das Kondom porös machen. Hier gilt es, wasserlösliche Gleitmittel zu verwenden – sie sorgen für reibungslosen Sex und schädigen das Kondom nicht.

Nach dem Sex: Typische Kondom-Fehler

Nach dem Sex ist es wichtig, das Kondom beim Herausziehen des Glieds festzuhalten, sonst rutscht es leicht ab und das Ejakulat kommt in Berührung mit der Vagina. Jedes Kondom darf nur einmal verwendet werden und sollte im Abfall – nicht in der Toilette – entsorgt werden. "Doppelt hält besser" gilt bei dieser Verhütungsmethode außerdem nicht. Niemals zwei Kondome übereinander ziehen – sie können beide beim Sex kaputt gehen. Der Empfängnisschutz wie auch der Schutz vor Geschlechtskrankheiten ist dann nicht mehr gewährleistet.

Hormonfreie Verhütung: Wie sicher sind Kondome?

Bei korrekter Anwendung erreichen Kondome einen Pearl-Index von etwa zwei. Der Pearl-Index (PI) gibt an, bei wie vielen von 100 Frauen unter Benutzung einer einzigen Verhütungsmethode innerhalb eines Jahres eine Schwangerschaft festgestellt wurde. Der PI von Kondomen bedeutet also, dass im Durchschnitt zwei von 100 Frauen, die ausschließlich mit Kondom verhüten, innerhalb eines Jahres schwanger werden. Zum Vergleich: Der Pearl Index der Antibabypille liegt zwischen 0,1 und 0,9.

Kondom kaufen: Kosten

Kondome sind rezeptfrei in Drogerien, Apotheken, Supermärkten und an Automaten erhältlich. Mit Kosten von ca. 50 Cent pro Stück sind sie vergleichsweise sehr günstig und für jedermann/-frau erschwinglich.

Hinweis: Falls ein Kondom beim Sex gerissen oder abgerutscht ist, suche so schnell wie möglich einen Frauenarzt auf und schilder ihm die Situation. Gegebenenfalls verschreibt er dir die "Pille danach".

Normal ist dir zu langweilig? Kondom-Sorten für mehr Spaß 

Ob verschiedene Farben, mit Geschmack oder mit Noppen – die Kondomauswahl ist groß.

Kondome bieten nicht nur einen Rundumschutz, sie können zusätzlich auch für mehr Spaß beim Sex sorgen. Noppenkondome sollen der Frau ein besonders tolles Gefühl beim Sex gegen. Ob das wirklich stimmt, dafür musst du es einfach mal ausprobieren. Zudem gibt es noch Kondome mit Geschmack. Ob Erdbeere oder Schoko – dank verschiedener Geschmacksrichtungen dürfte vor allem der Oralsex prickelnd werden. Außerdem gibt es noch gefühlsechte Präservative, mit denen die Herren der Schöpfung angeblich kaum noch einen Unterschied zwischen Sex mit oder ohne Kondom bemerken sollen.

Es gibt nicht nur Kondomsorten, die das Liebesleben versüßen sollen. Auch an die Allergiker wurde gedacht. So gibt es zum Beispiel Kondome, die latexfrei sind. Falls du an einer Latexallergie leidest, solltest du auf diese Kondom-Sorte zurückgreifen. 

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Anmerkung der Redaktion

Bei richtiger Verwendung bieten Kondome einen sicheren Schutz – sogar vor Geschlechtskrankheiten. Deshalb ist es eigentlich nur zu empfehlen, auf diese Verhütungsmethode zurückzugreifen.