Leben & Familie

Aktionstag für die Streichung des Paragrafen 219a

DIENSTAG, 22.01.2019

Das “Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung” ruft am 26. Januar 2019 zu einem bundesweiten Aktionstag auf. Unter dem Motto “Jetzt erst recht! Keine Kompromisse #wegmit219a – Körperliche und sexuelle Selbstbestimmung sind nicht verhandelbar“ fordert das Bündnis eine Abschaffung des Paragrafen 219a, der das Werbeverbot für Abtreibungen regelt.

Seit Langem wird über die Abschaffung des umstrittenen Paragrafen 219a gestritten, der die Werbung für den Schwangerschaftsabbruch unter Strafe stellt. Im Dezember stellte die Regierungskoalition dann einen Kompromissvorschlag vor, der vorsieht, den Paragrafen aus dem Strafgesetzbuch zu reformieren. Das geht vielen Verbänden und Netzwerken nicht weit genug, weshalb das “Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung“ zu einem bundesweiten Aktionstag aufruft.  

 

Aktionstag in zahlreichen deutschen Städten geplant

“Jetzt erst recht! Keine Kompromisse #wegmit219a – Körperliche und sexuelle Selbstbestimmung sind nicht verhandelbar“: Unter diesem Motto sollen am 26. Januar 2019 bundesweit Menschen auf die Straße gehen, um für die Abschaffung des Paragrafen 219a zu demonstrieren. Aktionen sind bereits in vielen deutschen Städten geplant, darunter Berlin, Hamburg, Köln und München. Doch das Bündnis fordert noch mehr.

Bündnis für Abschaffung von Paragraf 218

Gleichzeitig plädiert das “Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung“ für die Abschaffung des Paragrafen 218, der Abtreibungen prinzipiell unter Strafe stellt. Ihrer Meinung nach könne die gesellschaftliche Stigmatisierung von Frauen nach einem Schwangerschaftsabbruch eine psychische Belastung darstellen.

“Studien zeigen (…), dass das gesellschaftliche Stigma, mit dem ein Schwangerschaftsabbruch behaftet ist, hervorgerufen u.a. durch die Regelung über das Strafgesetzbuch, bei vielen Betroffenen eine sehr große psychische Belastung darstellt. Wir lehnen diesen vermeintlichen Kompromiss ab und fordern die Streichung der §§218/219 aus dem Strafgesetzbuch“, heißt es auf der Webseite des Bündnisses. Dort findest Du auch Infos dazu, wo was am Aktionstag geplant ist.

 

Was genau ist der Paragraf 218?

Laut Paragraf 218 des Strafgesetzbuchs sind Abtreibungen in Deutschland grundsätzlich strafbar. Straffrei ist ein Schwangerschaftsabbruch aber, wenn Frauen sich  in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft bei einer anerkannten Stelle beraten lassen, ihre Gesundheit bedroht ist oder die Schwangerschaft Folge eines Sexualdeliktes ist.

Frauen protestieren pin

Das “Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung“ ruft zu einem bundesweiten Aktionstag auf.