5 Tipps, mit denen du vor deinem Boss nicht heulen musst

DIENSTAG, 20.11.2018

Weinen sollte keinem jemals unangenehm sein. Weil es aber leider immer noch als unprofessionell gilt: die besten Tipps um Weinen im Job zu vermeiden.

Jeder kennt die Situationen, Wenn die Kritik zu Unrecht kommt, wenn der Stress zu viel wird, wenn sowieso gerade alles schiefläuft, auch privat – dann weint man eben. Auch mal am Arbeitsplatz. Aus Leidenschaft, aus Verzweiflung oder aus Wut.

Sogar Facebook-Chefin Sheryl Sandberg gibt zu, schon mal im Büro geweint zu haben. Eigentlich ist das ganz normal, wenn man schlechte Neuigkeiten bekommen hat. Sollte es zumindest sein. Frauen wird Weinen im Job trotzdem als Schwäche ausgelegt. Man wirft uns sowieso vor, zu emotional zu sein. Heulen ist melodramatisch, schwach, manipulativ, sagen sie. Wer vor dem Chef oder Kollegen geweint hat, gilt als weniger belastbar und automatisch weniger kompetent.

Weinen führt zu beruflichen Nachteilen. Erstrecht, wenn die Arbeitswelt immer noch von Männern dominiert wird. Wie sollen sie es auch verstehen: Nur neun Prozent von ihnen weinen am Arbeitsplatz, sagt die Statistik. Bei den Frauen sind es 41 Prozent. Bitte keine Wertung an dieser Stelle.

Wann macht Weinen uns zu besseren Führungskräften?

"Vielleicht wird es eines Tages nicht mehr als peinlich oder schwach gelten, am Arbeitsplatz Tränen zu vergießen", hat Sheryl Sandberg geschrieben. "Vielleicht werden die Tränen dann schlicht als offen gezeigte, authentische Gefühle wahrgenommen. Und vielleicht werden das Mitgefühl und die Sensibilität, die Frauen ausgebremst haben, sie in Zukunft naturgemäß zu Führungspersönlichkeiten machen." Klingt nach einer besseren Zukunft.

Bis diese Veränderungen in der Gesellschaft angekommen sind, ist uns Weinen vor dem Chef, vor den Kollegen, im Meeting unangenehm, auch wenn es das nicht sein sollte. Je mehr man dann versucht, die Tränen zu verdrängen, desto schlimmer wird es. Problem: Die Tränen werden so emotional, dass es uns schwerfällt, klar und lösungsorientiert zu denken. Im Folgenden darum:

5 Tipps, die dich im Job vom Weinen abhalten

1. Den Raum verlassen

Dazu raten erfolgreiche Frauen schon lange: Situationen aushalten, rausgehen, dann erst weinen und anschließend so tun, als wäre nichts passiert. Es ist die einfachste Methode, damit die Tränen keiner sieht. Wer möchte, kann die Spuren anschließend mit einem guten Concealer verschwinden lassen. Der Haken ist das Aushalten bis man alleine ist. Darum folgen jetzt noch vier weitere Punkte.

2. Blinzeln und nach oben gucken

Beides ist gut zum Überbrücken bis man den Raum verlassen kann oder die Situation sogar überwunden hat. Nach oben gucken ist nicht unauffällig, könnte aber je nach Situation als selbstsicheres Augenverdrehen getarnt werden. Beim Blinzeln verteilt man Tränen über den Augen, sodass sie schneller wieder vom Tränenkanal aufgenommen werden.

3. Das Verhalten beeinflussen und verändern

Wenn du weißt, dass du schnell weinen musst, bereite dich auf Gespräche mit deinem Chef entsprechend vor. Heißt: Mach dich schon mal auf unangenehme Situationen und Kritik gefasst, die kommen könnte und überleg dir, wie du darauf reagierst – finde eine souveräne Antwort, die anstelle der Tränen aus dir rausschießt. Wenn Gehaltsverhandlungen anstehen, kann auch vorher ausheulen schon helfen, damit man im Gespräch schließlich sachlich bleibt.

4. Das Gehirn ablenken

Das Prinzip ist ganz einfach: Du musst das Gehirn von den Tränen ablenken. Denn sobald die kommen, konzentriert man sich nur noch darauf, macht sich Vorwürfe, dass man weinen muss und weint dann im schlimmsten Fall darüber, dass man weinen muss. Ganz einfache Ablenkungen sind in den Arm kneifen oder Handflächen kitzeln. Beides verändert deinen emotionalen Zustand.

5. Atmen, tief atmen

Der Rat zum Tiefdurchatmen kommt nicht von ungefähr. Es hilft einfach, um von den Emotionen runterkommen. Tiefes Ein- und Ausatmen ist wie eine Art erste-Hilfe-Meditation, die super schnell wirkt. Dabei im Kopf bis zehn zählen, denn auch damit lenkt man das Gehirn von den Tränen ab. Anschließend zittert die Stimme nicht mehr und man kann wieder klar denken.

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