Neu: Unterwäsche für Blasenschwäche

MONTAG, 05.11.2018

Wer alle Flüssigkeiten, die aus dem Unterleib von Frauen kommen, eklig findet, muss jetzt weiterlesen: Darum müssen wir offen über leichte Inkontinenz bei Frauen sprechen.

Der weibliche Körper wird noch immer sehr häufig und sehr gerne zur Schau gestellt. Auch wenn mittlerweile endlich mehr für ein positiveres Frauenbild geworben wird, beschränkt sich diese Darstellung doch weitestgehend auf unrealistisch glatte Körper, ohne Makel. Man spricht auch gerne über diesen weiblichen Körper, wirklich ein Wunder der Natur. Worüber man dabei lieber nicht spricht, sind Körperflüssigkeiten. Man muss das so drastisch sagen: Sperma, das in Pornofilmen auf und in Frauen abgeladen wird, ist dabei nicht mal so ein großes Problem. Erst wenn es um Periodenblut oder ein paar Tropfen Urin geht, schweigt man lieber, weil: igitt.

Darum haben Frauen ein tiefes, vermeintlich dunkles Geheimnis, über das noch mal mehr geschwiegen wird, als über die Menstruation: Blasenschwäche. Noch so ein überholtes gesellschaftliches Tabu und eine Unsicherheit, die viel zu viele Frauen mit ihrem Körper haben. „Das Vorurteil ist, dass die leichte Inkontinenz immer mit dem Alter oder schlechter Gesundheit assoziiert wird. Aber die Wahrheit ist, dass eine von drei Frauen daran leiden, in jedem Alter und in jeder Phase ihres Lebens“, erklärt Maria Molland. Sie ist CEO von Thinx, also jener Marke, die Periodenunterwäsche zum hygienisch Reinbluten erfunden hat. Als Ergänzung zu Thinx wurde das Label Icon kreiert, das nach dem gleichen Prinzip funktioniert und statt Periodenblut Urin aufsaugt.

Woher kommt leichte Inkontinenz bei Frauen?

Nicht jeder, der unter leichter Inkontinenz leidet, braucht Erwachsenenwindeln. Die meisten Frauen verlieren immer nur wenige Tropfen. Die Gründe dafür können ganz unterschiedlich sein. Zum Beispiel, weil man Kinder mit großen Köpfen aus sich herausgepresst hat und der Beckenboden dadurch geschwächt ist oder weil die Gebärmutter operativ entfernt wurde. Leichte Blasenschwäche kann außerdem eine Nebenwirkung von multipler Sklerose sein oder ist bedingt durch schwere körperliche Arbeit. Am häufigsten ist dabei die sogenannte Belastungsinkontinenz, die durch Husten, Nießen oder Lachen ausgelöst wird. Alles unkontrollierbar also. Trotzdem haben Frauen das Gefühl, dass etwas mit ihnen nicht stimmt – und trauen sich dann nicht mal, zum Arzt zu gehen.

Ein Stück mehr Offenheit kommt von Icon, der Marke, die die kleine Schwester des enttabuisierten Periodenflusses ist. „Auf die Idee zu dieser Unterwäsche haben uns unsere Kundinnen gebracht. Blasenlecks sind neben der Periode auch so ein Teil unseres Lebens, der Frauen in ihrem Alltag nicht von irgendwas abhalten sollte – und darum haben wir Icon auf den Markt gebracht“, so Maria Molland. Die wichtige Message: Blasenschwäche hat rein gar nichts damit zu tun, ob man sich sexy fühlen darf oder nicht.

Das kann die Unterwäsche gegen Blasenschwäche

Trotzdem verständlich, wenn man nicht jeden Tag Slipeinlagen tragen möchte. Ähnlich wie bei Periodenunterwäsche verschwindet der Urin bei Icon einfach in der Unterhose. Die von Icon können bis zu vier Teelöffel davon aufnehmen, dank vier Lagen Stoff im Schritt, von denen zwei besonders saugfähig und schnell trocknend sind, dazwischen liegt eine geruchsneutralisierende und anti-bakterielle Lage, sodass man sich immer frisch und sauber fühlt. Die letzte Schicht Stoff sorgt dafür, dass die Flüssigkeit in der Unterhose bleibt. Für Icon wurde die Technologie von Thinx überarbeitet, weil Blasenlecks auf einmal kommen und nicht stetig fließen wie Periodenblut.

Sexy Unterwäsche kann gleich das ganze Thema attraktiver machen. „Die Periode zu bekommen, kennt jeder Mensch, der als Frau geboren wurde. Bei Blasenlecks ist das anders, es gibt keine Gemeinschaft, die aus einem natürlichen Prozess heraus entstanden ist“, so Maria Molland. „Wie gesagt: Eine von drei Frauen leidet darunter, aber drei von drei haben die Möglichkeit, die Konversation darum zu verändern.“ Über schöne Strings und Panties geht das besser.

Was kann man gegen Blasenschwäche machen?

Vielleicht trauen sich dann auch endlich mehr Frauen, selbst wegen einer leichten Blasenschwäche, bei der sie nur einen Tropfen beim Husten verlieren, zum Arzt zu gehen. Der kann nämlich wirklich helfen. Wichtig: Vorher gut recherchieren, ob der Frauenarzt sich damit auskennt – viele tun das nicht. Die Diagnose erfolgt dann zum Beispiel über das Abtasten des Beckenbodens, einen Ultraschall oder auch schlicht über ein Tagebuch, in dem man notiert, was man trinkt und was man unkontrolliert verliert. Anschließend folgt dann eine Behandlung, die zum Beispiel aus einem speziellen Beckenbodentraining oder Medikamenten besteht.

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Jetzt gibt es Unterwäsche, die bei leichter Blasenschwäche hilft