Johanniskraut: Nebenwirkungen des Stimmungsaufhellers

MONTAG, 13.11.2017

Johanniskraut ist als natürlicher Stimmungsaufheller bekannt und beliebt, hat aber auch Nebenwirkungen. Es hemmt zum Beispiel die Wirkstoffe von mitunter lebenswichtigen Medikamenten.

Das altbewährte Johanniskraut wird vor allem als Stimmungsaufheller eingesetzt. Bei Prüfungen, Stress im Job oder nach einem Trauerfall wirkt es sich positiv auf das Gemüt aus. Auch zur Milderung der Beschwerden in den Wechseljahren oder als Prävention einer sogenannten Winterdepression wird Johanniskraut gerne genutzt. Die meisten Präparate können theoretisch ohne ärztliche Anordnung eingenommen werden. Aber selbst wenn die natürlichen Helfer zunächst harmlos erscheinen – auch beim Johanniskraut sind eventuelle Nebenwirkungen zu beachten.

Daher solltest du nie auf Johanniskraut zurückgreifen, ohne vorab Rücksprache mit deinem Arzt zu halten. Gerade durch die nachgewiesene psychoaktive Wirkung der Pflanze ist ärztlicher Rat sehr hilfreich. Vielleicht bieten sich im gemeinsamen Gespräch mit dem Hausarzt Alternativen – wie beispielsweise Gesprächstherapien im Fall von Depressionen – an. Wenn du trotzdem nicht auf die unterstützende Wirkung von Johanniskraut verzichten willst, solltest du dich unbedingt informieren, um die Wechselwirkung mit anderen Medikamenten zu vermeiden.

Die Nebenwirkungen von Johanniskraut im Allgemeinen

Leichte Nebenwirkungen von Johanniskraut zeigen sich beim Sonnenbad. Die Inhaltsstoffe der Pflanze erhöhen die Hautempfindlichkeit und dadurch auch die Sonnenbrandgefahr. Bei einer Behandlung mit Antidepressiva solltest du auf die zusätzliche Einnahme von Johanniskraut verzichten. Da es, genau wie die pharmazeutischen Wirkstoffe, die Wiederaufnahme von Neurotransmittern hemmt, kann sich die Wirkung ungewollt intensivieren. So steigt die Wahrscheinlichkeit, Nebenwirkungen wie Übelkeit, Müdigkeit und Schwitzen zu verstärken.

Auch Wechselwirkungen sind nicht selten. Lebensbedrohlich wird die Wirkung des Krauts in Kombination mit Immunsuppressiva, Gerinnungshemmern oder bei einer Chemotherapie. Diese Medikamente werden aufgrund des Johanniskrauts zu schnell in der Leber abgebaut beziehungsweise nicht richtig aufgenommen. Gleiches gilt für Patienten mit Herzproblemen. So kann die Konzentration des Herzmittel-Wirkstoffs Digoxin um ein Viertel sinken, wenn zusätzlich Johanniskraut verabreicht wird.

Johanniskraut: Nebenwirkungen für Frauen

Der natürliche Stimmungsaufheller kann auch die Wirksamkeit der Antibabypille einschränken. Bemerkbar macht sich dies unter anderem durch Zwischenblutungen. Frauen, die mit der Pille verhüten und Johanniskraut einnehmen, sollten zur Sicherheit zusätzlich ein Kondom benutzen. Auch andere hormonregulierende Medikamente können von dem Kraut beeinflusst werden. Das gilt zum Beispiel für Frauen mit einer Brustkrebserkrankung, die mit einer hormonellen Therapie behandelt werden.

Du solltest außerdem – sofern du bei Wechseljahrbeschwerden mit hormonregulierenden Tabletten unterstützt wirst – auf Johanniskraut verzichten. Denn auch auf die Wirkung dieser Medikamente wirkt sich Johanniskraut mit seinen Nebenwirkungen negativ aus.

Johanniskraut: Nebenwirkungen des Stimmungsaufhellers

Jahrelang galt Johanniskraut als wahres Wundermittel. Doch es gibt auch einige Nebenwirkungen, die lebensbedrohlich sein können.

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