Was tun gegen Magen-Darm-Grippe?

MITTWOCH, 29.08.2018 Alexandra Kirschner

Sie geht mit Erbrechen und Durchfall einher: Eine Magen-Darm-Grippe ist alles andere als angenehm. Wie lange sie dauert, was du dagegen tun kannst, welche Hausmittel es gibt und wie du einer Magen-Darm-Grippe erfolgreich vorbeugen kannst, erfährst du hier.

Wenn an Essen mit einem Mal nicht mehr zu denken ist, der Darm krampft und die Toilette zum Aufenthaltsort Nummer eins wird, steckt meist eine Magen-Darm-Grippe dahinter. Mit einer richtigen Grippe (Influenza) hat die Infektion des Verdauungstraktes allerdings nichts gemein. Es handelt sich vielmehr um eine Entzündung von Magen und Darm, die überaus unangenehme Symptome 

Verlauf und Anzeichen: Wie wird Magen-Darm-Grippe übertragen?

Ursachen für eine Magen-Darm-Entzündung – medizinisch Gastroenteritis genannt – gibt es viele. Die meisten Infekte werden allerdings durch verschiedene Viren oder Bakterien ausgelöst, was die Erkrankung hoch ansteckend macht.

Die Übertragung von Viren oder Bakterien erfolgt in der Regel über eine Schmierinfektion. Dazu kommt es zum Beispiel, wenn die Erreger aus Erbrochenem und Kot über die Hände des Erkrankten auf Türklinken oder andere Gegenstände gelangen und von dort auf die Hände eines anderen Menschen und in den Mund.

Auch eine Tröpfcheninfektion ist denkbar. Dabei werden die Viren über die Luft an andere Personen übertragen – etwa durch Niesen. Des Weiteren kann eine Ansteckung auch über das Trinkwasser oder verunreinigte Lebensmittel erfolgen. Dies ist allerdings eher in Ländern mit niedrigeren Hygienestandards der Fall.

Sind die Bakterien oder Viren jedenfalls erst einmal im Körper angelangt, greifen sie dort die Magen- und Darmschleimhaut an.

 

Typische Symptome einer Magen-Darm-Grippe

Die Folge: Nach einer Dauer von etwa vier bis 48 Stunden kommt es zu Symptomen wie Appetitlosigkeit, Übelkeit und schließlich Erbrechen. Der Körper versucht auf diese Weise, die Erreger loszuwerden. Gelangen sie dennoch in den Darm, folgen in der Regel als Anzeichen krampfartige Bauchschmerzen und Durchfall.

Je nach Schädigungsgrad der Schleimhaut kann der Stuhl auch blutig sein. Weitere mögliche Symptome einer Magen-Darm-Grippe sind Fieber, Erschöpfung und Schwindel. Zudem kann es infolge des Flüssigkeitsverlustes zu einer Austrocknung des Körpers kommen.

Behandlung: Was tun gegen Magen-Darm-Grippe?

Die gute Nachricht: Eine Gastroenteritis heilt in der Regel innerhalb einiger Tage von selbst aus. Daher werden als Behandlung meist nur symptomlindernde Präparate eingesetzt. Vor allem geht es aber darum, den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust des Körpers auszugleichen.

Betroffene sollten also so viel Mineralwasser und Tee wie möglich trinken. Zudem kann die Einnahme eines Gemischs aus Traubenzucker und Salz hilfreich sein. Medikamente, die gegen Übelkeit und Durchfall helfen, werden mitunter ebenfalls zur Behandlung eingesetzt.

Hat es dich voll erwischt, solltest du dich möglichst schonen. Lege dich auf die Couch oder ins Bett. Nimm am besten eine Wärmflasche oder ein warmes Kirschkernkissen mit dazu und platziere es auf deinen Bauch. Das hat eine wohltuende Wirkung.

Was bei einer Magen-Darm-Grippe essen?

Dein Essen sollte während der Erkrankung des Verdauungstrakts in erster Linie aus leicht verdaulichen  Kohlenhydraten bestehen. Das sind zum Beispiel Salzstangen, Weißbrot, Haferschleim oder Zwieback. Vorsichtig kannst du den Speiseplan mit Besserung der Symptome dann erweitern. Von Kaffee, Alkohol und Zigaretten solltest du aber vorerst die Finger lassen.

Zwieback

Bei einer Magen-Darm-Grippe steht leicht Verdauliches wie Zwieback auf dem Speiseplan.

Hausmittel gegen Magen-Darm-Grippe

Zu Hausmitteln gegen Magen-Darm-Grippe zählen Obst- und Gemüsesorten, die Pektine enthalten. Das sind zum Beispiel Bananen oder Karotten. Sie binden die Krankheitserreger im Magen-Darm-Trakt und führen sie ab.

Eine vergleichbare bindende Wirkung haben übrigens auch Hausmittel wie Heilerde und Aktivkohle. Durch ihre große Oberfläche umhüllen sie die Giftstoffe und Bakterien und machen sie auf diese Weise unschädlich.

Magen-Darm-Grippe in der Schwangerschaft

Wenn die Schwangerschaft unauffällig verläuft, ist eine Gastroenteritis kein Grund zur Sorge. Die Erkrankung ist zwar für schwangere Frauen noch unangenehmer, stellt allerdings in der Regel keine Gefahr für das Baby dar.

Nichtsdestotrotz sollten schwangere Frauen mit Magen-Darm-Grippe einige Dinge beachten. Sich auszuruhen, ausreichend zu trinken, verträgliche Lebensmittel zu essen gehören mit dazu. Sobald sich Betroffene schwach und unwohl fühlen, sollte ein Arzt konsultiert werden. Denn unter Umständen ist es erforderlich, über einen Tropf zusätzlich mit Flüssigkeit versorgt zu werden.

Vorsicht sollte man auch bei einer Schwangerschaft mit Komplikationen walten lassen. Eine Magen-Darm-Grippe kann durch die Muskelkontraktionen beim Durchfall oder Erbrechen Wehen begünstigen. Ein Besuch beim Arzt ist daher unumgänglich.

Wie lange dauert eine Magen-Darm-Grippe?

Eine Magen-Darm-Grippe ist meist innerhalb einiger Tage ausgeheilt. Nach ein bis fünf Tagen sollte eine Infektion mit Viren überstanden sein, handelt es sich allerdings um Bakterien, kann der Infekt bis zu zwei Wochen dauern.

Blut im Stuhl und Fieber: Ab zum Arzt!

Wie bei allen anderen Erkrankungen gilt auch bei einer Magen-Darm-Grippe: Suche im Zweifel immer einen Arzt auf. Auch wenn ein Magen-Darm-Infekt in der Regel von selbst ausheilt, kann es durchaus sinnvoll sein, einen Arzt zu Rate zu ziehen.

Bessern sich zum Beispiel die Symptome nach einigen Tagen nicht, tritt hohes Fieber oder gar Blut im Stuhl auf, sollte ein Arzt die genaue Ursache der Erkrankung auf jeden Fall abklären und dich dementsprechend behandeln. Auch wenn die Symptome nach einer Fernreise auftreten, ist der Arztbesuch zu empfehlen. In diesem Fall könnten Parasiten die Ursache sein.

Mithilfe einer Stuhlprobe diagnostizieren Mediziner den Erreger und verordnen entsprechende Behandlungsmaßnahmen. Je nach Art des Auslösers muss die Erkrankung bei den Behörden gemeldet werden.

Wichtig: Für Kleinkinder, ältere Menschen oder chronisch Kranke kann der Flüssigkeitsverlust gefährlich sein. Während gesunde Personen den Verlust meist über das Trinkverhalten ausgleichen können, sind gefährdete mitunter auf den Einsatz von Infusionen angewiesen. Die Behandlung beim Arzt ist in diesen Fällen frühzeitig angeraten.

Magen-Darm-Ansteckung – wie vorbeugen?

Wer sich vor einer Magen-Darm-Grippe schützen möchte, sollte in erster Linie auf Hygiene achten. Die meisten Menschen stecken sich durch die  fäkal-orale Schmierinfektion an. Regelmäßiges Händewaschen sowie das Wechseln von Handtüchern, und die Nutzung von Desinfektionsmitteln sind sinnvolle Vorsichtsmaßnahmen.

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Zusammenfassung der Redaktion

In der Regel ist eine Magen-Darm-Grippe kein Grund zur Sorge. Es gilt in erster Linie, sich ausreichend auszuruhen, viel zu trinken und nur leicht Verdauliches zu sich zu nehmen. Im Zweifel sollte aber immer ein Arzt aufgesucht werden. Wichtig ist eine zügige Behandlung aber insbesondere bei Kleinkindern, älteren Menschen, chronisch Kranken, Schwangeren mit Komplikationen sowie Betroffenen, deren Magen-Darm-Grippe mit Fieber oder Blut im Stuhl einhergeht.