Gesundheit & Ernährung

Darum liegen die heilenden Kristalle gerade voll im Trend.

MITTWOCH, 12.12.2018

Heilsteine erfreuen sich derzeit großer Beliebtheit. Vor allem Frauen vertrauen der Kraft dieser Kristalle immer mehr. Was ist also dran an diesem Trend?

Wir suchen nach der Zukunft in den Sternen, lesen unsere Horoskope und interpretieren unsere Tierzeichen. Wir finden Wahrheit in Tarotkarten und Runen. Probleme pendeln wir aus. Wir sind vielleicht nicht mehr super religiös, aber wir sind spirituell geworden. Darum gehen ziemlich viele Frauen auch nicht mehr gleich zum Arzt, wenn sie sich unwohl fühlen, sondern suchen erst mal nach Heilung durch Kristalle.

Was hat man zu verlieren? Von der Schulmedizin ist man manchmal enttäuscht; Ärzten wird vorgeworfen, zu schnell zu viele Tabletten zu verschreiben. Manchmal ist die Heilung sowieso nur Kopfsache und die Tablette ein Placebo. Ärzte sagen, dass vor allem die Wirkung von Kristallen Einbildung ist. Wissenschaftlich lässt sich die Heilung durch Kristalle auch nicht definitiv erklären. Neue Studien gibt es nicht.

Woher kommt der spirituelle Trend?

Der Trend zur Spiritualität lässt sich als Antwort auf unsere Zeit deuten, in der Regierungen instabil bis erschreckend undemokratisch sind und wir mit mehr Zukunftsangst leben müssen, als die Generation unmittelbar vor uns. Im Gegenzug braucht man etwas, an das man glauben kann, an dem man sich symbolisch festhalten kann und das die Welt wieder in Ordnung bringt. Wenn schon nicht die ganze Welt, dann zumindest die kleine eigene.

Spiritualität ist nicht mehr Hippie, sondern Wellness. Das heißt: ein Trend zum bewusster Leben. Man achtet auf sich selbst mit Sport und gesunder Ernährung, sucht aber auch nach einer spirituellen Verbindung zur Erde und der Magie, die darin steckt. Kristalle mögen einem mittlerweile schon mal so angesagt vorkommen wie Mandelmilch und Avocado, ihre Bedeutung geht aber tiefer. Sie steht im Gegensatz zur digitalen Welt – oder besser gesagt: zur digitalen Sucht –, die unser Leben befallen hat. Darum schleppen nicht wenige neben dem Smartphone auch einen Kristall in der Tasche herum. Besonders gut eignet sich dafür übrigens der schwarze Turmalin. Er gilt als besonders mächtiger Beschützer vor den negativen Energien, die von Handy und Computer ausgehen.

Warum man an Kristalle glauben darf

Von Kristallen wird man eher ganz automatisch angezogen. Sicher, weil sie schön aussehen. Und auch, weil man mit ihnen die nächste, eine höhere Stufe des Seins erreichen möchte. Das fängt schon damit an, dass das Unterbewusstsein entscheiden kann, welcher Kristall zu uns und unseren Bedürfnissen passt. Man kann das albern finden. Oder in einen Laden mit Kristallen gehen, gucken was passiert und an die Magie glauben. Die meisten glauben gerne daran. Warum auch nicht? Schließlich vertrauten schon die meisten alten Kulturen an ihre Wirkung. Zum Beispiel zum Schutz (die alten Ägypter), zur Heilung (in Indien), für Vorsehungen (die alten Japaner) oder für Stärke (die alten Griechen).

Wir funktionieren Kristalle?

Wer seine Chakren (die spirituellen Kräfte im Körper) durch Kristalle in Einklang bringen möchte, sollte erst mal damit beginnen, eine Verbindung zu seinem Kristall aufzubauen. Also immer in der Tasche tragen, auf dem Schreibtisch platzieren, oft in der Hand halten. So gewöhnt sich der Stein an deine Energie und kann seine Wirkung besser anpassen. Dann zum Beispiel zehn bis elf Minuten auf das Herz legen, während der Meditation halten oder auf dem Körper platzieren, während du liest oder vor dem Einschlafen.

Mittlerweile gibt es auch Chakrubs: mineralische Sextoys, die buchstäblich von innen wirken. Ein Quarz in Eiform zum Beispiel soll nach dem Einführen in die Vagina reinigen und Energien entfesseln. Manche Frauen berichten, dass der Energiefluss sie zuerst schier überfordert hat. Und damit ist nicht der Orgasmus gemeint, keine Befriedigung, sondern allgemeine Zufriedenheit.

Kristall-Therapie: Was können die unterschiedlichen Steine?

Bei einer richtigen Kristall-Therapie werden unterschiedliche Steine auf unterschiedlichen Körperstellen platziert. Mondstein kann Gefühle intensivieren, Amethyst wirkt beruhigend. Der Citrin wird auch der "Stein des Erfolgs genannt" und ist die gelb gefärbte Variation des Quarzes, er bringt Glück und vertieft Optimismus. Der grüne Aventurin hält die Energie von Reichtum und neuen Möglichkeiten. Rosenquarz – einer der beliebtesten Steine – verbreitet positive Energie, in der Liebe wie im Job. Chefinnen platzieren ihn auf dem Schreibtisch, um die Kräfte durch die Büros fließen lassen. Katy Perry hat mal behauptet, dass sie mit einem Rosenquarz in der Tasche nicht lange Single bleibt.

Wer die Wirkung von Kristallen visueller erleben möchte, sollte über eine Kristalltherapie als Beauty-Treatment nachdenken, die gerade ebenfalls beliebt ist. Wer mit einem Rosenquarz über die Haut fährt, soll diese jünger aussehen lassen – der Kristall regt die Durchblutung und das Lymphsystem an und wirkt entgiftend, sichtbar abschwellend. Hämatit wiederum soll junger Haut neue Energie spenden. Amethyst beruhigt die Haut, sodass Rötungen und Pickel verschwinden. Auf Kristalle für die Schönheit schwören Hollywood-Stars wie Jennifer Aniston und Emma Stone, die sich regelmäßig von der New Yorker Kosmetikerin Georgia Alice behandeln lassen. Wer nicht an Spiritualität glaubt, der glaubt dafür vielleicht an den neusten Beauty-Hype.

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Heilsteine: Woher kommt der spirituelle Trend?

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