Gesundheit & Ernährung

Schamlippen operieren? Das solltest du wissen!

MONTAG, 26.11.2018

Beauty-Eingriffe im Nasen- oder Brust-Bereich sind schon lange kein Tabu mehr. Anders sieht es bei Schamlippen-OPs aus: Was es mit der Schönheits-Operation im Intimbereich auf sich hat und was du darüber wissen solltest, bevor du dich für eine Design-Vagina entscheidest, erfährst du hier.

Die Gründe für eine Vagina-Operation sind vielfältig: Einige Frauen leiden etwa unter zu großen Schamlippen, dann spielen nicht nur ästhetische, sondern auch gesundheitliche Aspekte eine Rolle. Was für einen Eingriff spricht und was Patienten wissen müssen, verraten wir dir jetzt.

Schamlippen-OP: Das intime Schönheitsideal

Seit geraumer Zeit ist der weibliche Schambereich anhand vermeintlicher ästhetischer Kriterien messbar geworden. Das liegt unter anderem daran, dass Frauen ihn rasieren und so die klassischen Merkmale offenlegen. Doch auch die Darstellung der Vagina in Pornos hat dazu geführt, dass die Optik in gewisser Weise in den Fokus geraten ist. Zuschauerinnen fragen sich, warum ihre Scheide nicht so aussieht, wie die der Darstellerin und empfinden Unzufriedenheit. Zumeist liegt es daran, dass sie ihre eigenen Schamlippen als zu groß erachten. Das betrifft vor allem die Frauen, deren innere Schamlippen länger sind als die äußeren.

Warum lassen sich Frauen ihre Schamlippen operieren?

Prof. Dr. Borges weiß genau, was Frauen an ihrem Intimbereich stört. Der plastische Chirurg führt laut "Stylebook" regelmäßig Schamlippen-OPs durch. Die Mehrzahl seiner Patientinnen wünscht sich tatsächlich eine Verkleinerung der inneren Schamlippen. Aber ist das wirklich notwendig? Laut dem Mediziner in gewisser Weise schon. Zum einen seien die Frauen aufgrund ihrer Unzufriedenheit stark in ihrem Leben eingeschränkt. Sie trauen sich nicht, im Bikini am Strand zu liegen oder zu baden – geschweige denn, eine intime Beziehung einzugehen.

Zum anderen sei auch aus medizinischer Sicht mancher Eingriff sinnvoll. Denn: Sind die inneren Schamlippen zu lang, ist die Vagina anfälliger für Infektionen, da sich in den Hautfalten Bakterien besser vermehren können. Außerdem empfinden Betroffene oftmals Schmerzen – etwa beim Fahrradfahren, Reiten, bei eng sitzenden Hosen und beim Sex, wenn zu großer Druck auf die Schamlippen ausgeübt wird.

Ablauf einer Schamplippen-OP

Die Schamlippen zu operieren, ist kein großer Eingriff. Er wird ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt und ist nach rund einer Stunde abgeschlossen. Dabei werden die überschüssigen Schleimhäute mit einem Skalpell entfernt und vernäht. Danach darf die Frau schon wieder den Heimweg antreten. Angeblich soll der Intimbereich danach sogar nicht mal schmerzen. So sei lediglich am Abend, nachdem die Schamlippen operiert wurden, mit einem Spannungsgefühl zu rechnen. Die Einnahme von Schmerzmitteln mindert dieses Gefühl und beugt Entzündungen vor.

Die Heilung geht schnell vonstatten, so Borges, denn Schleimhäute regenerieren sich zügig. Schon nach einer Woche könnten die Fäden gezogen werden. Trotzdem sei es wichtig, auf sich achtzugeben. Prof. Dr. Borges rät: "In den ersten zwei, drei Wochen nach dem Eingriff sollte die Patientin sich nicht überanstrengen, keinen intensiven Sport treiben und Geschlechtsverkehr vermeiden."

Gibt es Risiken?

Wie bei jeder Operation – das ist bei Schamlippen-OPs nicht anders – gibt es auch hier Risiken, selbst wenn der Eingriff keine große Sache ist. Laut Borges gehören dazu vor allem Vernarbungen oder Narbenschmerzen. Dabei sei es besonders wichtig, dass der behandelnde Arzt die Nähte korrekt setzt und nicht zu viel Spannung aufbaut. Denn werden sie zu fest gezogen, drohen Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit, weil die Haut spannt. Das ist insbesondere der Fall, wenn zu viel Haut weggeschnitten wurde. Umso wichtiger ist es, sich einen Arzt zu suchen, der auf diesen Eingriff spezialisiert und routiniert ist. Denn insbesondere im Intimbereich ist Präzisionsarbeit gefragt – und die kann nur ein Fachmann korrekt durchführen. Erfahrungen in der Intim-Chirurgie sind demnach unerlässlich.

Schamlippen operieren: Eine teure Angelegenheit

Über den Ablauf und die Risiken weißt du nun Bescheid, aber ist es auch teuer, sich die Schamlippen operieren zu lassen? Die Kosten hängen davon ab, was der Arzt machen muss. Dr. Borges weiß, dass eine Schamlippen-Verkleinerung zwischen 1.800 und 3.500 Euro kostet. Ist die Frau jedoch durch die überschüssige Schleimhaut in ihrem Leben eingeschränkt, besteht die Möglichkeit, dass die Krankenkasse die Kosten übernimmt. Genaueres sollte jedoch in einem individuellen Gespräch ermittelt werden.

Schamlippen-Verkleinerung: Ja oder nein?

Frau im Bett

Brauche ich eine Schamlippen-OP? Bei dieser Frage kann dein Arzt weiterhelfen.

Entscheidend vor dem Eingriff: Suche dir einen guten Arzt, bei dem du dich wohlfühlst und der bereits Erfahrung mit Genitaleingriffen mitbringt. Ein seriöser Mediziner wird dich dann dahin gehend beraten, ob eine Schamlippen-Verkleinerung bei dir nötig und sinnvoll ist: Wer nicht unter medizinischen Problemen etwa durch vergrößerte Schamlippen leidet, sondern nur einem vermeintlichen Schönheitsideal hinterherläuft, sollte sich den Eingriff gut überlegen. Denn rückgängig machen lässt er sich nicht mehr.

Was bei der Entscheidung helfen kann? Mit anderen Betroffenen sprechen oder wenn die Scheu zu groß ist, auf dem Instagram-Account "ishowflag" vorbeischauen. Hier zeigen Gipsabdrücke verschiedener weiblicher Geschlechtsteile, wie vielfältig der weibliche Intimbereich aussehen kann.

So kannst du für dich einordnen, was vermeintlich "normal" ist und was die Realität.

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Das meint die Redaktion:

Weibliche Körper sind unterschiedlich und das ist auch gut so. Dennoch gibt es heute vielfache Möglichkeiten unsere Bodys nach unseren ganz persönlichen Wünschen zu modellieren. Wer das mit einer Schamlippen-OP tun möchte, um sich in seinem eigenen Körper wieder wohl zu fühlen, sollte das tun. Überleg dir vorher aber in Ruhe, aus welchen Gründen du dich auf den OP-Tisch legst. Möchtest du dir selbst gefallen oder anderen? Am wichtigsten ist nämlich nur eins: das du zufrieden bist.