St. Pauli verbannt sexistische Werbung

DONNERSTAG, 08.03.2018

Keine Chance für Sexismus: Der FC St. Pauli will sexistische Werbung zukünftig aus seinem Stadion verbannen. Das kündigte der Verein nun via Twitter an. Die neuen Spielregeln für Werbepartner sind in einer Broschüre zusammengefasst. 

Unter dem Hashtag #MeToo ist eine Debatte über Machtmissbrauch und Sexismus in weiten Teilen der Gesellschaft in Gang gekommen. Nun hat die Bewegung offenbar auch den Fußball erreicht: Bei Heimspielen des FC St. Pauli zumindest soll ab sofort keine sexistische Werbung mehr zu sehen sein. Denn: "#Sexismus hat auch im Stadion nichts zu suchen!", schreibt der Verein auf Twitter.

Verein veröffentlicht Regelwerk gegen sexistische Werbung

In Zusammenarbeit mit der Organisation Pinkstinks hat der Club eine Broschüre erstellt, die sich in erster Linie an Werbepartner richtet. Darin steht unter anderem: "Rund um den FC St. Pauli engagieren sich viele Gruppen für ein Ziel: dass sich bei uns jeder Mensch sicher, angenommen und respektiert fühlt. Bei uns sind alle willkommen, die Lust auf Fußball haben, aber bitte fair sind und ohne andere zu diskriminieren. Deshalb haben sexistische Auswüchse bei uns keinen Platz."

Da leider noch nicht klar genug sei, "was jetzt eigentlich sexistisch ist und was nicht", habe man Pinkstinks beauftragt, "ein klares Regelwerk für die Do's und Dont's in unserer Kommunikation zu entwickeln. Damit machen wir es uns allen leichter, Sexismus aus dem Stadion, der Sprache und den Köpfen zu schmeißen", heißt es weiter.

Diese Regeln gelten im Stadion

Inhaltlich umfasst die Broschüre drei klare Regeln. Im Stadion gibt es künftig keine Werbung, die:

  • Menschen als sexuelle Gebrauchsgegenstände darstellt,
  • Menschen aufgrund ihres Geschlechts bestimmte Rollen zuordnet,
  • ein generelles geschlechtsbezogenes Über/Unterordnungsverhältnis darstellt.

Wie Pinkstinks auf Twitter schreibt, sei die Kampagne als Pilotprojekt geplant. Man hoffe, dass andere mitziehen.

Rote Karte für Sexismus pin

Der FC St. Pauli zeigt Sexismus die rote Karte.