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Brust-OPs: Es wird sich mehr mit den Folgen beschäftigt

FREITAG, 09.02.2018

Brust-OPs sind in Deutschland nach wie vor an der Spitze der Schönheitsoperationen. Das ergab auch die aktuelle Jahresumfrage des DGPÄC (Deutsche Gesellschaft für Plastisch-Ästhetische Chirurgie) und von MediDate. Viele finden ihre Brust zu klein oder wollen sie straffen lassen  – eine Brustvergrößerung durch Implantate kann da helfen. Auch für Krebspatientinnen sind Implantate eine Möglichkeit, die Brust wieder aufzubauen. Nach dem Skandal um den Silikon-Pfusch in den vergangenen Jahren sind allerdings viele Frauen verunsichert. 

fem.com befragte zum Thema Brust-OPs und eventuelle Spätfolgen Dr. med. Nikolaus Raab aus München: der führende MediDate-Facharzt leitet eines der renommierten und auf Brustvergrößerung spezialisierten Zentren für plastische und ästhetische Chirurgie.

fem.com: Was gibt es Neues in diesem Bereich der Brust-Operationen?

Dr. Raab: "Es rückt zunehmend die Langfristigkeit und Nachhaltigkeit bei den Implantaten in den Vordergrund. Die Patientinnen beschäftigen sich mehr mit den langfristigen Folgen und sind bereit für mehr Qualität auch einen höheren Preis zu zahlen."

Was sind die Herausforderungen in Deutschland – was wird am meisten nachgefragt?

Es werden mehr und mehr ganzheitliche Konzepte nachgefragt. Die Patientinnen geben sich in die Hände eines Vertrauten, der sich um ihr Wohlbefinden kümmert. Sie haben ein feines Gespür dafür, ob ein Chirurg sich in sie rein versetzen kann. Letztendlich geht es bei einem ästhetischen Eingriff darum, die Lebensqualität des Patienten zu verbessern. Dazu zählt neben der Operation auch eine umfassende Betreuung wie anpassen der Ernährung, Personal Training, Massagen und Meditation.

Was verlangen die höchsten Standards im Brust OP-Bereich?

Die höchsten Standards verlangen einen Spezialisten. Die Zeiten der generalisierten Plastischen Chirurgen ist vorbei. International sieht man längst Kollegen, die auf zwei bis drei Eingriffe maximal spezialisiert sind. Die Planung ist mit der wichtigste Punkt, wenn man einen passenden Chirurgen für sich als Patient gefunden hat. Es sollten in der Regel mindestens zwei ausführliche Gespräche stattfinden. Der Chirurg sollte eine Idee davon bekommen, was für den Patienten, die Patientin das Hauptproblem ist. Die Form, Asymmetrie, Größe, ... etc. Dieses Vertrauensverhältnis aufzubauen und dann anhand einer passenden 3-D-Planung der Patientin die für sie perfekte Lösung zu vermitteln ist sicher die größte Herausforderung. Und es sollten verschiedene Alternativen besprochen und auch verschiedene Implantathersteller vorgestellt werden. Vor und Nachteile der einzelnen Hersteller sollten erörtert werden. 

Was empfehlen Sie da speziell: welche Methode und wie lange hält so eine Korrektur?

Custommade ist sicher das passende Wort. Wir versuchen die individuell beste Lösung zu finden. Und diese sieht selten bei allen Patientinnen gleich aus. Prinzipiell empfehlen wir schonende Operationsmethoden welche die Brust als funktionierendes Organ respektieren. Technisch gilt als sogenannter Goldstandard die "dual plane Methode" und ein seitlicher Zugang über die neu geplante und berechnete Umschlagsfalte. Keine Drainagen, OP Zeiten um die 30 Minuten und eine Entlassung am selben Tag sollten Standard sein. Wie lange eine Brust schön bleibt, kommt sehr darauf an, welche Ausgangsbedingungen die Patientin mitbringt, und wie sie mit Ihrem Körper umgeht. Gewichtsschwankungen, Schwangerschaften und langes Stillen sind nur ein paar Punkte die eine schöne Brust mit und ohne Implantat langfristig schädigen.

Was machen die Patientinnen, die nicht wissen, welche Implantate sie eingesetzt bekommen haben – da es bis 2016 keine Dokumentationspflicht gab?

Zunächst einmal ist es oft sinnvoll die Frauenärztin mit ins Boot zu holen. Sie sollte eine Basisdiagnostik machen, ob man Auffälligkeiten an der Brust feststellen kann. Dann sollte man den Chirurgen kontaktieren und um eine Kopie des OP-Berichtes bitten. Sollte dies nicht möglich sein, empfehlen wir nach 10 bis 15 Jahren einen Implantatwechsel.

Artz untersucht Brust einer Frau pin

Brust-OPs sind in Deutschland nach wie vor an der Spitze der Schönheitsoperationen.