Valentinstag: Ideen & Bräuche
Love is all around
Jeder vierte Deutsche findet den Valentinstag überflüssig. In anderen Ländern wird die Tradition mehr geschätzt: fem.com stellt internationale Romantik-Bräuche vor.
Wären Sie sauer, wenn Ihr Liebster den Valentinstag vergessen würde? Nein? Dann halten Sie es wie 80 Prozent Ihrer Landsleute. Nach Angaben des Online-Portals redaktionsdienst.net würden nur 20 Prozent der Deutschen Konsequenzen ziehen, wenn ihnen ihr Partner zum Fest der Liebe kein Geschenk überreichen würde. 25 Prozent verzichten an diesem Tag von vornherein auf materielle Aufmerksamkeiten und spezielle Liebesbekundungen.
Die Engländer und Franzosen nehmen es mit den Traditionen am 14. Februar schon etwas genauer. Sie sind jeweils zu rund 50 Prozent der Meinung, dass an diesem Tag der bzw. die Liebste im Mittelpunkt stehen sollte.
Kein Wunder, denn ursprünglich stammt das Brauchtum aus England: Dort wurden bereits im 15. Jahrhundert "Valentins-Paare" zusammengeführt, die sich dann gegenseitig Liebesgedichte, Liebesbriefe oder kleine Geschenke schickten. Der 14. Februar wurde als Datum festgelegt, weil sich an diesem Tag angeblich auch die Vögel paarten.
Als britische Staatsbürger in die USA auswanderten, nahmen sie die Valentins-Tradition mit. Nach Deutschland schwappte der Brauch nach dem Zweiten Weltkrieg - US-amerikanische Besatzungs-Soldaten machten ihn hierzulande populär. In den Fünfziger Jahren wurden bereits in verschiedenen Städten Valentins-Bälle organisiert. Erst später kamen dann Blumen- und Süßwarenindustrie auf die Idee, die Liebes-Sitte für ihre Zwecke zu nutzen.
Wer keine Lust auf Pralinen und Blumen hat, kann den Valentinstag ja auch mal anders begehen. Inspiration liefern Traditionen aus aller Welt:
1. Vorhängeschlösser der Liebe
In Italien und vielen Ländern Osteuropas fallen einem an Brückengeländern große Ansammlungen von Vorhängeschlössern ins Auge. Sie stammen von verliebten Pärchen, die sich am Valentins-, manchmal auch am Hochzeitstag gegenseitig ein Schloss schenken, auf das sie ihre Initialen schreiben oder kleine Fotos von sich kleben. Manchmal werden Namen und Datum auch eingraviert. Anschließend sperrt das Liebespaar das Vorhängeschloss an dem Geländer einer Brücke ab und wirft den Schlüssel ins Wasser. Das Brauchtum soll ewige und unzerstörbare Liebe symbolisieren. Damit es Platz für neue Liebespaare gibt, lassen einige Stadtverwaltungen die Vohängeschlösser allerdings nach einiger Zeit wieder entfernen.
2. Freundschaft geht vor
Die Finnen haben's am 14. Februar nicht so mit der Liebe. Stattdessen wird der Valentinstag in Finnland als "Freundschaftstag" gefeiert: Jeder, der mag, schickt Karten oder kleine Geschenke an alle Menschen, die er sympathisch findet. Eine Art Mini-Weihnachten, nur dass die Aufmerksamkeiten meist anonym versendet werden. Da geht niemand leer aus!
3. Ein Mann, ein Buch
Bücher sind hierzulande ja nicht unbedingt das beliebteste Valentins-Geschenk. Wohl aber in Spanien: Dort feiert man statt des "St. Valentine's Day" jedes Jahr am 23. April den "Dia de St. Jordi". Der heilige Jordi (Gregor) war ein heldenhafter Drachentöter. Jede Frau erhält in Erinnerung an ihn eine einzelne rote Rose. Weil am gleichen Tag auch der Geburtstag des Schriftstellers Miguel de Cervantes gefeiert wird, bekommen die Männer von ihren Freundinnen und Ehefrauen Bücher überreicht.
4. Der erste Sex
Weil angeblich gut 80 Prozent aller thailändischen Frauen ihre Unschuld am 14. Februar verlieren, empört der Valentinstag in Thailand Jahr für Jahr Moralapostel, Politiker und Medien. Aus diesem Grund sind am Tag der Liebenden zahlreiche Polizei-Sondereinheiten auf den Straßen Thailands unterwegs, die knutschende und eng umschlungene Pärchen auseinanderreißen und "Underage Kissing" bestrafen. Und das, obwohl im Vorfeld des Valentinstags in Thailands Schulen Kondome an die Jugendlichen verteilt werden. Ab 22 Uhr gilt für Teenager in Bangkok eine Ausgangssperre. Ansonsten gibt es auch in Thailand teure rote Rosen zu kaufen und Paare, die dem Teenager-Alter entwachsen sind, gehen abends schick essen. Natürlich muss der Mann zahlen - je höher die Rechnung, desto größer der Liebesbeweis.
5. Rosa verpackte Schokolade
Die Japaner haben ihre ganz eigene Vorstellung von Valentinstags-Geschenken. Im "Land der aufgehenden Sonne" profitiert ausschließlich die Süßwaren-Industrie von der Liebes-Tradition. Am 14.2. kriegen sowohl der Partner als auch alle männlichen Freunde, Verwandten und Kollegen dunkle Schokolade geschenkt. Je beliebter jemand ist, desto teurer und mehr Naschwerk muss es sein. Sorgen machen müssen sich Männer, die nur billige Schoko bekommen: Sie haben in den vergangenen zwölf Monaten einiges falsch gemacht.
Die Japanerinnen gehen übrigens auch nicht ganz leer aus: Sie werden am 14. März, einen Monat später, von den Männern mit weißer Schokolade verwöhnt. Oberstes Gebot am so genannten "White Day": Die Balance zwischen Geben und Nehmen muss stimmen. Hat ein Mann von seiner Freundin Berge der edelsten Sorte Schokolade bekommen, so muss er am "Weißen Tag" genauso teuer zurückschenken. Eine besondere Bedeutung hat auch die Farbe der Praliné-Verpackung: je rosaner, desto größer die Gefühle des Schenkenden.
6. Sagenumwobener Gedenktag
In China fällt der Valentinstag auf den siebten Tag des siebten Monats - hier wird der traditionelle Mondkalender herangezogen, um Feier- und Ehrentage zu bestimmen. Einer alten Sage zufolge ist der "Qixi" - so der chinesische Name des Festes - das einzige Datum, an dem Liebende zueinanderfinden können. Weil es in der Sage um ein Webermädchen und einen Hirtenjungen geht, wurde früher von den chinesischen Mädchen erwartet, dass sie beim Nähen und Weben vollen Einsatz zeigten und am 14. Februar ihre selbstgemachten Werke ausstellten. Heute wird diese Tradition vernachlässigt. Trotzdem ist das Qixi-Fest ein Tag, an dem sich chinesische Paare gedanklich ganz der romantischen Liebe widmen.
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Tags:
Liebe, Partnerschaft, Valentinstag, Sex, Romantik, GeschenkideeKommentare

"Amore Eterno" - "ewige Liebe" wünschen sich verknallte Paare in Italien zum Valentinstag. Deshalb bringen sie an Brückengeländern Vorhängeschlösser mit ihren Initialen darauf an. Junge Thais haben am 14. Februar lieber Sex, als sich aufwändigen Ritualen zu widmen... - Foto: iStockphoto














