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Heuschnupfen-Behandlung

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Im Herbst ebbt der Pollenflug ab - der perfekte Zeitpunkt, um eine Langzeit-Therapie gegen Heuschnupfen zu beginnen. Welche Möglichkeiten es gibt.

Heuschnupfen-Geplagte fürchten sich oft vor dem Frühjahr, denn dann geht das große Kribbeln wieder los. Nase und Hals jucken, die Augen werden rot und tränen. Grund für die Quälerei: Das Immunsystem reagiert auf eine bestimmte, eigentlich harmlose Substanz - in diesem Fall Blütenpollen - mit einer heftigen Abwehr.

Betroffene können zwar versuchen, die Pollen zu meiden, indem sie zum Beispiel vorm Schlafengehen Haare waschen, spezielle Filter vor den Fenstern anbringen und keine ausgedehnten Ausflüge durch Gräserwiesen machen - komplett los werden sie ihre Beschwerden aber ohne ärztliche Hilfe nicht.

"Etagenwechsel" vorbeugen

Eine medizinische Behandlung des Heuschnupfens ist zudem wichtig, weil aus ihm Asthma entstehen kann. In diesem Fall spricht man von einem "Etagenwechsel". Außerdem besteht bei Nicht-Behandlung die Gefahr, dass das Immunsystem auf immer mehr Substanzen allergisch reagiert.

Was also tun? Verschiedene Medikamente wie zum Beispiel so genannte "Antihistaminika" in Tabletten- oder Tropfenform sowie Nasensprays und Augentropfen können die Allergiesymptome unterdrücken.

Um den Heuschnupfen aber komplett loszuwerden, hilft nur eine langfristige Therapie, bei der das Immunsystem peu à peu an das jeweilige Allergen gewöhnt wird. Der richtige Zeitpunkt für den Beginn einer solchen Behandlung ist der Herbst: In den kommenden Monaten kann sich der Körper allmählich an die Allergene gewöhnen, ohne ihnen ständig ausgesetzt zu sein. Wenn dann der Pollenflug wieder einsetzt, ist das Immunsystem schon darauf vorbereitet.

Mögliche Langzeit-Therapien:


1. Die Hypo- bzw. Desensibilisierung per Spritze
Das Immunsystem soll nicht mehr unnötig auf einen bestimmten Stoff, zum Beispiel Gräserpollen, reagieren. Dafür muss es in kleinen Schritten an ihn gewöhnt werden. Der Arzt spritzt dem Patienten deshalb in regelmäßigen Abständen kleine Dosen eines Extraktes des betreffenden Allergens unter die Haut ("subkutane Injektion").

Die Menge wird wöchentlich gesteigert, bis eine Höchstdosis erreicht ist. Diese bekommt der Patient dann regelmäßig alle vier bis sechs Wochen gespritzt, damit das Immunsystem das Allergen nicht vergisst.

Eine Desensibilisierung per Spritze muss vom Facharzt, dem Allergologen, durchgeführt werden. Die Therapie dauert zwischen drei und fünf Jahren und ist sehr zeitaufwändig. Man muss nicht nur häufig zum Arzt, es ist auch nicht mit einem kurzen Pieks getan: Im Anschluss an jede "Allergie-Impfung" muss der Patient noch 30 Minuten in der Praxis bleiben, um bei eventuellen Nebenwirkungen rasch behandelt werden zu können.

Zeit sparen mit modernen Präparaten?

Neuerdings sind Präparate auf dem Markt, die durch ein spezielles Reinigungsverfahren besonders gut verträglich sein sollen. Sie arbeiten mit so genannten "depigmentierten Allergoiden", die besonders rein sind, so dass sie auch in hohen Dosierungen verabreicht werden können. Die Aufdosierung des Allergen-Extrakts ist so bereits nach drei Wochen abgeschlossen. Auch die Wirkung soll nach Angaben der Hersteller schneller einsetzen.

Seit Kurzem ist zusätzlich eine Fünf-Wochen-Immuntherapie mit depigmentierten Allergoiden im Angebot: Bei ihr wird an nur einem Tag aufdosiert und fünf Wochen weiter "geimpft". Die Zeit wird zeigen, wie sich entsprechende Produkte bewähren. Interessierte wenden sich am besten an ihren Arzt.

2. Die sublinguale Immuntherapie mit Tabletten oder Tropfen
Angst vor dem Pieks oder keine Zeit für zahlreiche Arztbesuche? Der Allergen-Extrakt muss nicht zwangsläufig gespritzt werden. Empfindliche Allergiker können auch auf die so genannte "sublinguale Immuntherapie" ausweichen - und das Allergen zu Hause in Form von Tropfen oder Tabletten unter der Zunge zergehen lassen. Es gelangt dann über die Mundschleimhaut ins Blut.

Anfangs enthalten die Tabletten oder Tropfen das Allergen nur in geringen Dosen, eine langsame Steigerung endet schließlich in einer so genannten "Erhaltungsdosis". Allergien, die mit der sublingualen Therapie behandelt werden können, sind Heuschnupfen, sowie Reaktionen auf Milben, Tierhaare und Schimmelpilze.

Disziplinierte Einnahme nötig

Nachteil: Diese Therapieform erfordert viel Disziplin, weil eine tägliche Anwendung der Tropfen bzw. Tabletten - möglichst immer zur gleichen Tageszeit - über einen Zeitraum von rund drei Jahren erforderlich ist.

Häufige Nebenwirkungen sind Rachenentzündungen, Husten, Kopfschmerzen und Müdigkeit. Die Wirksamkeit der sublingualen Immuntherapie ist in der Fachwelt umstritten, einige Patienten berichten aber von guten Erfolgen.

Je früher, desto besser

Egal, ob mithilfe von Spritzen, Tropfen oder Tabletten: Je früher im Krankheitsverlauf mit einer Immuntherapie begonnen wird, desto größer sind die Heilungschancen. Sie liegen - je nach Alter, bisheriger Krankheitsdauer und -intensität zwischen etwa 60 und 80 Prozent. Die Therapiekosten werden von der Krankenkasse übernommen.

>> Die Anfälligkeit für Allergien wird vererbt. Was junge Eltern tun können, um ihrem Nachwuchs dieses Leiden zu ersparen, lesen Sie auf der fem-Partnerwebseite babyernaehrung.de

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Annika Mengersen · 11.10.08 · 15:32