Pick Up Artists auf der Pirsch
Frauen erobern leicht gemacht
Ihr Ziel ist Sex - und den bekommen sie angeblich, wenn Sie ein paar gelernte Tricks anwenden. Die Rede ist von den so genannten "Pick Up Artists".
Ein Mann, der die "Kunst der Verführung" beherrscht, kann jede Frau haben - egal, ob er gut aussieht oder nicht. Versprechen wie diese klingen wie Voodoo-Zauber, locken aber Tausende von Männern in die Workshops selbsternannter Anmach-Gurus.
Seitdem der Hollywood-Film "Hitch - Der Date-Doktor" mit Will Smith die Idee populär machte, dass sich jeder normale Mann zum Abschlepper Nummer eins weiterbilden kann, und Anfang des Jahres die MTV-Reality-Show "The Pick Up Artists" über die deutschen Mattscheiben flimmerte, boomt auch hierzulande der Markt mit Verführungsstrategien.
Geldquelle Flirt-Coaching
Die international erfolgreichsten Pick Up Artists (kurs: PUAs) haben klanghafte Namen wie Zan Perrion, David DeAngelo, Johnny Soporno, Ross Jeffries und Mystery. Sie verdienen Millionen mit der Weitergabe ihrer Flirtstrategien und Kommunikationstipps in Seminaren, Trainingslagern, DVD-Workshops, Internetforen und Büchern.
Angesprochen werden sollen durch entsprechende Programme besonders schüchterne Männer mit wenig sexueller Erfahrung, die sich unattraktiv finden und keine Ahnung haben, wie man geschickt flirtet. In erster Linie geht es - wie der Name der aus den USA stammenden Bewegung schon verrät - ums Aufreißen.
Nach dem Sex ist Schicht im Schacht
Einige Pick Up Artists brüsten sich damit, schon mit Hunderten von Frauen geschlafen zu haben. Jede weibliche "Trophäe" wird mit System ins Bett gelockt. Nachdem dann der so genannte "Fuck Close" (FC) - ein One-Night-Stand - erreicht ist, wird sie üblicherweise fallen gelassen.
Zwar heißt es beispielsweise auf der Webseite www.pickup-tipps.de, die gelernten Strategien könnten auch in langjährigen festen Beziehungen "für Frische, Lebendigkeit und mehr Sex und Erotik sorgen" - doch das ist wohl in den seltensten Fällen die ausschlaggebende Intention der Pick-Up-Anhänger: Die anvisierten Frauen werden von vornherein auf einer Attraktivitäts-Skala von eins bis zehn geratet, für tiefer gehende Faktoren ist kein Platz im "System".
Outer und Inner Game
Die klassische Pick-Up-Strategie ist in ein "Outer" und in ein "Inner Game" unterteilt: Ersteres beinhaltet manipulative Werkzeuge wie etwa Hypnosetechniken oder die Neurolinguistische Programmierung (NLP). Verhaltens- und Kommunikationstechniken werden erklärt und trainiert. Der Begriff "Inner Game" steht im Gegensatz dazu für die Weiterentwicklung der Persönlichkeit. Nach der Philosophie echter Pick-Up-Artists kommt ein Mann nur mit einer guten Kombination aus Outer und Inner Game richtig weit bei Frauen.
Bislang sprechen Veranstalter von Verführungsseminaren und Autoren der Pick-Up-Literatur fast ausschließlich Männer an. Eines der wenigen Bücher zum Thema für Frauen stammt von dem US-amerikanischen Verführungsstrategen Christian Carter und hat den bezeichnenden Titel "Catch him and keep him" ("Hol' ihn dir und behalt ihn"). Was folgern wir daraus? Er will Trophäen, sie eine Beziehung. Scheint so, als würden Pick-Up-Männer und -Frauen nicht so recht zusammenpassen.
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Tags:
Psychologie, womantime.de, Verführung, SexKommentare

Sie wollen begehrt werden - von so vielen Frauen wie möglich: Verführungskünstler - Foto: iStockphoto














