"Nude Visions": Ausstellungs-Tipp

Körperbilder mit Charme

Die ersten Aktfotos entstanden vor über 150 Jahren. Eine Ausstellung in Hamburg zeigt die Geschichte der Aktfotografie anhand von Körperbildern aus verschiedenen Epochen.

"Ohne Zweifel vermag nichts den Blick so auf sich zu lenken, wie der nackte menschliche Körper" - dieses Zitat des Fotojournalisten Kurt Freytag von 1909 hat bis heute nicht an Gültigkeit verloren: Bilder "unverhüllter" Menschen haben noch immer eine große Anziehungskraft - auch, wenn Werbeaufnahmen (halb-)nackter Models längst allgegenwärtig sind.

Ausstellung "Nude Visions": Bilder
Ästhetische Akte
"Revuegirls", wahrscheinlich von T.W. Salomon"Weiblicher Akt beim Fernsehen" von Anonym"Uschi Obermaier in Kamerun" von Guido MangoldAngelique aus dem Salambo"Eugenie von Klenze" von Franz Hanfstaengl

Einfach auf die Bilder klicken und Fotostrecke starten (14 Bilder)

Mehr als 250 Akte

Eine neue Ausstellung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe mit dem Titel "Nude Visions" beschäftigt sich nun mit der Entwicklung von Körperbildern in der Fotografie. Mehr als 250 Aktfotografien bekannter und weniger bekannter Künstler können bewundert werden.

Geschichte der Aktfotografie

Die Ausstellung, die im vergangenen Herbst bereits im Münchner Stadtmuseum zu sehen war, widmet sich in sieben Kapiteln der Bedeutung und der Funktion des menschlichen Körpers in der Fotografie.

Die Entwicklung der Aktfotografie begann mit so genannten "Akademien" - Aktstudien, die im 19. Jahrhundert Malern und Bildhauern als Vorlagen dienten und sich an kunsthistorischen Vorbildern der Antike und Renaissance orientierten. In den 1920er-Jahren begannen künstlerische Avantgarden, mittels der Aktfotografie abstrakte und surrealistische Experimente durchzuführen. Heute fasziniert die modernen Modefotografie mit so genannten "Glamour-Akten".

Emanzipation erzeugte neue Körperbilder

Anhand der gezeigten Werke wird deutlich: Der Umgang mit der Nacktheit war immer eng verknüpft mit der jeweiligen gesellschaftlichen Situation - und von Moralvorstellungen und Schönheitsidealen beeinflusst. So führte beispielsweise die Emanzipationsbewegung der Frauen in den 1970er-Jahren zu neuen Sichten auf den weiblichen und männlichen Körper.

Keine Schamesröte mehr

Was am Anfang des 20. Jahrhunderts noch Anstoß erregte, treibt heute kaum noch jemandem die Schamesröte ins Gesicht. Nicht nur die Motive haben sich verändert, auch die Reproduzierbarkeit der Bilder und ihre Verbreitung in den Medien nehmen Einfluss auf die Wahrnehmung und Bedeutung von Nacktheit in der Gesellschaft.

Schön, dass eine Ausstellung wie "Nude Visions" in einer solchen Zeit trotzdem noch faszinieren kann - vielleicht gerade, weil sie nicht die heute perfektionierten und retouchierten Werbe-Akte zeigt, sondern Körperbilder mit Charme.

Die Ausstellung "Nude Visions - 150 Jahre Körperbilder in der Fotografie" wird vom 29. Januar bis 25. April 2010 im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg gezeigt.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr, Mittwoch und Donnerstag i.d.R. 11 bis 21 Uhr. Der Eintritt beträgt 8 bzw. ermäßigt 5 Euro. Mittwochs und donnerstags ab 17 Uhr zahlen Besucher nur 5 Euro. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre haben freien Eintritt.

Eine Auswahl der gezeigten Bilder haben wir in der Gallery für Sie zusammengestellt.

13.01.10 - 13:00

 


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Tags:
Ausstellung, Hamburg, Kunst, Erotik

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Die Ausstellung

Die Ausstellung "Nude Visions" beschäftigt sich mit der historischen, ästhetischen und weltanschaulichen Entwicklung von Körperbildern in der Fotografie. Unter den mehr als 250 gezeigten Werken befindet sich auch Bert Sterns "Marilyn Monroe" aus der Serie "The last sitting".
 Foto: Bert Stern

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