Masturbation - Serie: Sex-Irrtümer
Zeichen für mauen Sex?
Sex-Mythen gibt's wie Sand am Meer. fem.com nimmt sie unter die Lupe. Heute: "Selbstbefriedigung ist schlecht für die Partnerschaft".
Die Selbstbefriedigung blickt in Europa auf eine leidvolle Geschichte zurück: Vor allem im 18. und 19. Jahrhundert wurde in ihr eines der größten Übel der Menschheit gesehen, und Kirchenvertreter wie Ärzte taten ihr Bestes, um die Bevölkerung mit allen Mitteln vom Masturbieren abzuhalten. Angeblich war Selbstbefriedigung die sichere Fahrkarte zu Krankheit, körperlichem und geistigem Verfall und schließlich einem frühen Tod.
Gürtel zur Verhütung von Onanie
Durch Diäten, Körperübungen, eine Vielzahl an Verboten und Regeln und sogar durch das Tragen von "Onanieverhinderungsgürteln", die jede Berührung der eigenen Genitalien unmöglich machten, sollte Generationen von Europäern und Amerikanern von Kindesbeinen an die Selbstbefriedigung verleidet werden.
Heutzutage hat sich die Lage zum Glück wieder entspannt. Die Medizin hat bewiesen, dass Selbstbefriedigung keinerlei schädlichen Nebenwirkungen hat, zumindest, solange man sich nicht exzessiv rund um die Uhr damit beschäftigt und darüber Essen, Trinken und Schlafen vergisst.
Fast jeder hat es schon getan
Und in den Köpfen der meisten Menschen ist dieses Wissen auch schon angekommen: Immerhin hat schon der Kinsey-Report von 1948 gezeigt, dass zumindest in den Vereinigten Staaten nahezu jeder Befragte sich schon selbst zum Orgasmus gebracht hat, und in Europa sind die Zahlen sicher nicht anders. Man spricht zwar nicht offen darüber, aber getan wird es dennoch, und Angst vor Krankheiten hat dabei praktisch niemand mehr.
Etwas komplizierter ist die Angelegenheit jedoch, wenn eine feste Beziehung ins Spiel kommt. Während die meisten Menschen Selbstbefriedigung für Singles als durchaus akzeptable Methode zum Abbau sexueller Spannungen betrachten, glauben viele doch auch, dass sie in einer Beziehung keinen Platz mehr hat. Für sexuelle Befriedigung soll dort nur noch der Partner zuständig sein. Oft wird behauptet, dass Selbstbefriedigung ein Zeichen dafür wäre, dass der Sex mit dem Partner nicht erfüllend genug ist.
Etwas anderes als Sex mit Partner
Dies kann zwar gelegentlich vorkommen, aber normalerweise muss man sich darüber nicht den Kopf zerbrechen: In der Regel werden die Selbstbefriedigung und auch der dabei erlebte Orgasmus nämlich als derart verschieden vom Sex mit dem Partner erlebt, dass sich ein Vergleich gar nicht so ohne weiteres ziehen ließe. Sex allein ist eben einfach nicht dasselbe Vergnügen wie Sex mit einem geliebten Menschen.
Sebstbefriedigung eignet sich zwar sehr gut, um den eigenen Körper und die eigene sexuelle Empfindungsfähigkeit besser kennen zu lernen (oder auch, um sich einfach nur zu entspannen), aber sie kann die sexuelle Begegnung mit einem anderen Menschen, bei der allein durch die Zweisamkeit viel Erregung und Erotik entsteht, niemals ersetzen. Und in mancher Hinsicht kann sie die Partnerschaft sogar stärken, da die gemeinsame Sexualität umso besser ausgelebt werden kann, je besser beide Partner ihre Körper und ihre Vorlieben und Bedürfnisse kennen.
Lynn Hagens
Lust auf mehr?In ihrem Buch "Je kürzer, desto länger: Die populärsten Sex-Irrtümer" (Humboldt Verlag, 8,90 Euro, bestellbar z.B. über www.amazon.de) klärt die Sex- und Partnerschafts-Expertin Lynn Hagens zahlreiche Sex-Mythen auf.
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Masturbation war Jahrhunderte lang verpönt - und auch heute haben viele Menschen noch Angst, dass sie der Partnerschaft schaden könnte.
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