Lexikon der Gefahren

Wie gefährlich ist was?

Gefahren lauern überall? Ja, theoretisch schon - aber manchmal schätzen wir sie auch ziemlich falsch ein. Das "Lexikon der Gefahren" klärt auf.

Was ist gefährlicher: Bahnfahren oder Fliegen? Alkohol oder Rauchen? Handys oder der Klimawandel? Sex oder Einsamkeit?

Alexander Marguier, stellvertretender Chefredakteur des Magazins "Cicero", hat sich dem Thema mit viel analytischem Scharfsinn gewidmet, zahlreiche Experten befragt und das "Lexikon der Gefahren" (DuMont Buchverlag, 14,95 Euro, bestellbar z.B. über www.amazon.de) geschrieben.

fem.com präsentiert acht spannende Ergebnisse aus dem Buch. Machen Sie den Selbsttest und raten Sie vorher, wie viele von zehn Gefahrenpunkten die jeweilige Tätigkeit hat!

1. Bahnfahren
Marguier: "Im Vergleich zum Straßenverkehr ist Bahnfahren die mit Abstand sicherere Transportmöglichkeit. Das Risiko, im Auto tödlich zu verunfallen, ist im mehrjährigen Durchschnitt 63-mal höher als im Zug. Legt man die Zahl der getöteten Reisenden pro einer Milliarde Personenkilometer zugrunde, kommt man im Jahr 2008 bei der Eisenbahn auf einen Wert von 0,01, beim PKW auf 2,77 und beim Bus immerhin noch auf 0,16. Ein noch deutlicheres Bild ergibt sich beim Verletzungsrisiko: Das ist in der Bahn 96-mal niedriger als im Auto und 27-mal niedriger als im Bus."
Ergebnis: 1 von 10 Gefahrenpunkten

2. Fliegen
"Ein Passagier, der jeden Tag einmal fliegt, müsste statistisch 4.807 Jahre unterwegs sein, um in einen Unfall verwickelt zu werden. Auf dem Fahrrad braucht niemand so lange zu strampeln, bis es denn mal kracht. [...] Pro eine Million Starts und Landungen passiert derzeit weniger als ein Unfall mit Todesfolge - allerdings gibt es deutliche regionale Abweichungen: Wer in Afrika ein Flugzeug besteigt, sieht sich einem mehr als 20-mal höheren Risiko ausgesetzt, dieses Abenteuer nicht zu überleben, als wenn er in Europa in die Luft geht; im Mittleren Osten ist es auch nicht ohne (siebenmal größeres Risiko)."
Ergebnis: 1 von 10 Gefahrenpunkten

3. Alkohol
"Mit jährlich mindestens 16.000 Alkohol-Toten sterben in Deutschland mehr Menschen durch übermäßigenAlkoholkonsum als durch Selbstmorde und Verkehrsunfälle zusammen. Wobei natürlich sowohl Verkehrsunfälle als auch Selbstmorde wiederum im Alkohol ihre eigentliche Ursache haben können.
[...] [Es] stellt sich die Frage, warum trotz aller pflichtschuldigen Warnhinweise und Aufklärungskampagnen das Problembewusstsein so wenig ausgeprägt ist."
Ergebnis: 9 von 10 Gefahrenpunkten

4. Rauchen
"Tabakrauch besteht aus einem Gemisch von mehr als 4.000 Substanzen, darunter viele giftige und über 40, die Krebs auslösen. Rauchen schädigt nahezu jedes menschliche Organ, deswegen ist die Liste der typischen Raucherkrankheiten auch so lang: Sie reicht von Lungenkrebs, Kehlkopfkrebs, Leukämie oder Magenkrebs über Herzinfarkt und Schlaganfall bis zu Unfruchtbarkeit, Impotenz und Grauem Star. Mehr als 20 Prozent aller Krebserkrankungen in Deutschland können auf den Tabakkonsum zurückgeführt werden, Raucher haben ein zwei- bis vierfach erhöhtes Risiko, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen heimgesucht zu werden. Nach vorsichtigen Schätzungen ist für mehr als 13 Prozent aller jährlichen Todesfälle in Deutschland das Rauchen die Ursache; mehr als die Hälfte aller regelmäßigen Raucher versterben vorzeitig an den Folgen ihrer Sucht."
Ergebnis: 10 von 10 Gefahrenpunkten

5. Mobilfunk
"Das Bundesamt für Strahlenschutz hat zwischen den Jahren 2002 und 2008 das großangelegte, 17 Millionen Euro teure 'Deutsche Mobilfunk Forschungsprogramm' (DMF) durchgeführt. Dabei wurden in insgesamt 54 Projekten mögliche Gesundheitsrisiken hochfrequenter elektromagnetischer Felder untersucht. [...] Einen durchgängig konsistenten Hinweis auf eine Risikoerhöhung durch Mobiltelefonie gebe es nicht, wie die an der Studie beteiligte Mainzer Professorin Maria Blettner es in aller wissenschaftlich gebotenen Vorsicht formuliert. Sie verweist außerdem darauf, dass anderenfalls die Gehirntumorerkrankungen seit Einführung der Mobiltelefonie merklich hätten ansteigen müssen - was nicht der Fall ist."
Ergebnis: 2 von 10 Gefahrenpunkten

6. Klimawandel
"Die Bürger in ganz Europa [müssen sich] auf steigende Temperaturen einstellen - der nördliche Teil besonders im Winter, die Mittelmeer-Anrainer vor allem im Sommer. Allerdings wächst auch in unseren Breitengraden die Wahrscheinlichkeit heftiger Hitzewellen - meines Erachtens besteht darin die größte unmittelbare Gefahr für Leib und Leben. Nur zur Erinnerung: Der Statistik zufolge kostete der heiße Sommer des Jahres 2003 allein in Deutschland mehr als 9.000 Menschenleben."
Ergebnis: 7 von 10 Gefahrenpunkten

7. Sex
Bei Sex mit dauerhaft demselben Partner: 2 von 10
Bei wechselndem Partner & Kondomgebrauch: 4 von 10
Bei wechselnden Partnern ohne Kondomgebrauch: 8 von 10 Gefahrenpunkten

8. Einsamkeit:
"Tatsächlich zeigen etliche Studien einen negativen Einfluss von Einsamkeit auf den Organismus. Eine im März 2010 von Wissenschaftlern aus Chicago veröffentlichte Langzeituntersuchung beispielsweise kam zu dem Ergebnis, dass der Blutdruck bei einsamen Menschen im Vergleich zu sozial besser eingebundenen Personen signifikant erhöht ist, und zwar unabhängig
von Geschlecht, Alter und allgemeinem Gesundheitszustand. Dieser Befund stimmt mit praktisch sämtlichen anderen Studien dieser Art überein, die noch konkretere Resultate zutage gefördert haben."
Ergebnis: 4 von 10 Gefahrenpunkte

06.04.11 - 09:19

 


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Tags:
Angst, Psychologie, Gefahr, Studie, Bücher

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Lexikon der Gefahren

Wo lauern wirklich die Gefahren des Lebens? Ein neues Buch gibt Auskunft. Um das "Lexikon der Gefahren" direkt im Online-Shop zu bestellen, klicken Sie einfach auf das Cover.
 Fotos: DuMont; JoeEsco / photocase.com

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