Beliebte Baby-Namen

Leonie trifft Leon

Mit Babynamen ist das so eine Sache. Warum sind nur immer genau die Vornamen total angesagt, die man selber schön findet?

Eine Frage, die sich werdende Eltern seit jeher stellen. Offenbar passen die Menschen ihren Geschmack in punkto Namen dem Zeitgeist an. Nur so ist erklärbar, dass die Top 50 der beliebtesten Vornamen mit den Jahrzehnten extrem wechseln, aber immer eine sehr einheitliche Strömung erkennen lassen.

Hundert Jahre alte Namen liegen wieder im Trend

Viele Namen, die momentan en vogue sind, waren schon einmal Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts modern: Auch damals häuften sich in den Geburtsanzeigen die Emmas, Maries, Pauls und Emils.

Nach Angaben des Namensforschers Knud Bielefeld, der für seine Webseite www.beliebte-vornamen.de mehr als 40.000 Geburtsmeldungen von 260 Kliniken, Geburtshäusern und Standesämtern aus ganz Deutschland ausgewertet hat, sind die beliebtesten Babynamen im ersten Halbjahr 2008 Leonie, Hanna(h), Leon und Lukas bzw. Lucas.

Unterschiedliche Geschmäcker in den Jahrzehnten

In den 1950er-Jahren standen Brigitte, Renate, Peter und Hans ganz oben auf der Hitliste, in den 60ern dominierten die Sabines, Susannes, Thomas' und Michaels.

Sie sind Ende der 1970er-Jahre geboren? Dann heißen Sie vielleicht Sandra, Stefanie, Christian oder Stefan. Anfang der 90er erschienen dann bereits schlichte, kurze Namen wie Lisa und Sarah auf der Bildfläche. Bei den Jungs verbreitete sich - ein Kinofilm war Schuld - "Kevin" extrem schnell. Aber auch Jans und Tims gab es plötzlich wie Sand am Meer.

Heute steht Individualität im Vordergrund

Offenbar ändern sich mit der Gesellschaft auch die Vornamen. Während früher Religion und Tradition im Vordergrund standen - Heilige oder Verwandte wie Tanten, Onkels, Eltern und Großeltern waren die häufigsten Namensgeber - sollen Vornamen heute vor allem individuell sein. Dabei unterliegen Lieblingsnamen Geschmackstrends, genau wie Kleidung und Frisuren. Der Name soll schön und modern klingen, zum Nachnamen passen und dem Kind eine erfolgreiche Zukunft ermöglichen.

Besonders Akademiker wollen sich bei der Namenswahl zusätzlich von der breiten Masse abheben. Vor allem in Großstädten tauchen so schon mal exotischere Namen wie Kjell oder Malla auf. Unterschieden sich Ende des 19. Jahrhunderts nur 38 Prozent der Namen voneinander, waren es 100 Jahre später bereits 81 Prozent.

Verbreitung der beliebtesten Vornamen

Diese Namensvielfalt führt dazu, dass werdende Eltern sich gar nicht so viele Gedanken machen müssen, wenn sie ihrem Kind am liebsten einen Modenamen geben würden. Diese sind weniger verbreitet, als gemeinhin angenommen: Der Anteil der Spitzenreiter liegt jeweils nur bei einem Prozent aller Vornamen, die Namen auf Platz 50 kommen auf 0,2 Prozent.

Bei der Einschulung des Geburtsjahrgangs 2008 werden dann zum Beispiel bei einer Klassenstärke von 25 Schülern durchschnittlich in jeder vierten Schulklasse eine Leonie und ein Leon sitzen. Michelle und Kevin, die auf Platz 50 der Namensrangliste stehen, werden nur in in jeder 20. Klasse zugegen sein. Zufällige Häufungen können natürlich trotzdem vorkommen.

Zum Thema Vornamen gibt es viele spannende Studien:

1. Birgit und Olaf sind tabu
Psychologen der TU Chemnitz fanden heraus, welche Vorurteile einzelne Namen hervorrufen. Unter dem Titel "Ein Vorname sagt mehr als 1.000 Worte" veröffentlichten sie ihre Studienergebnisse: Bevor man eine Person kennenlernt, assoziiert man bereits den Namen mit bestimmten Eigenschaften. Birgits, Petras und Silkes schneiden dabei zurzeit extrem negativ ab: Sie werden weder als jung und attraktiv noch als intelligent eingeschätzt. Bei den Männernamen kommen Olaf, Uwe und Heiko besonders schlecht weg. Luca, Lara - zwei Modenamen - wecken gegenwärtig die positivsten Assoziationen. Aber Vorsicht: Das kann in zehn Jahren schon wieder alles ganz anders sein...

2. Jungs mögen ihre Namen
Die Zeitschrift "Eltern Family" befragte mehr als 1.600 Schülerinnen und Schüler zwischen neun und 19 Jahren, wie zufrieden sie mit ihren Vornamen sind. Die Jungs gaben zu 89 Prozent an, ihren Namen zu mögen - bei den Mädchen waren es nur 79 Prozent. Übrigens: Auch Kinder, die einen sehr häufigen Vornamen haben, finden diesen oft schön. So wissen sie, dass viele Menschen ihren Namen mögen.

3. Bob hat ein rundliches Gesicht
Denken Sie bei Bob auch an einen gemütlichen Mann mit rundem Gesicht? Falls ja: Da geht es Ihnen wie den meisten US-Amerikanern. Im Rahmen einer Studie der Universität Miami wurden Probanden aufgefordert, zu verschiedenen Namen Gesichter mithilfe eines Phantombild-Programms zu erstellen. Eine andere Gruppe musste dann wiederum diese Bilder den Namen zuordnen. Dabei gab es große Übereistimmungen. Die Psychologen erklären dies damit, dass der Klang eines Namens die Vorstellungen über das Aussehen der Person beeinflusst.

4. Gutverdiener heißen David und Susan
Die britische "Barclays Bank" analysierte die Daten von 60.000 so genannten "Premier Customers" und stellte fest, dass die häufigsten Vornamen in dieser Gruppe David, John, Michael sowie Susan, Elizabeth und Sarah waren. Briten mit diesen Namen verdienen überdurchschnittlich häufig mehr als 100.000 Pfund im Jahr - das sind umgerechnet etwa 115.000 Euro. Für deutsche Vornamen gibt's leider noch keine vergleichbare Untersuchung...

Die Top 10 der Babynamen im ersten Halbjahr 2008, ermittelt von der Webseite www.beliebte-vornamen.de:

Mädchen:
1. Leonie / Leoni
2. Hanna / Hannah
3. Mia
4. Lena
5. Anna
6. Lea / Leah
7. Emily / Emilie
8. Lara
9. Emma
10. Sara / Sarah

Jungs:
1. Leon
2. Lukas / Lucas
3. Luca / Luka
4. Tim / Timm
5. Finn / Fynn
6. Jonas
7. Felix
8. Luis / Louis
9. Paul
10. Maximilian

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21.12.08 - 18:04

 


Tags:
Baby, babyernaehrung.de, Schwangerschaft

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Wie soll es heißen? Frischgebackene Eltern stehen vor einer schwierigen Wahl... - Foto: iStockphoto

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