111 Gründe, erwachsen zu werden
90-60-90 ist out
Es gibt Dinge im Leben, die vergisst man nie. Das erste Playmate meines Lebens hieß zum Beispiel Manuela. Damals waren auf der Rückseite des Centerfolds immer die Körpermaße der jeweiligen Playmates abgedruckt.
Offensichtlich scheinen solche Eckdaten für manche Männer eine wichtige Rolle zu spielen.
So sehen also nackte Frauen aus
Manuela arbeitete in einer Arztpraxis und war darüber hinaus ein recht sportlicher Typ. Immerhin konnte man auf mehreren Seiten betrachten, wie sie unbekleidet in einem Fitnessstudio herumtollte. "Aha! So sehen also nackte Frauen aus", dachte ich. Ein fataler Irrtum. Damals wusste ich nicht, dass sämtliche Fotos des Männermagazins von Spezialisten bearbeitet wurden, die den lieben langen Tag nichts anderes taten, als Pickel, Falten und Speckrollen zu entfernen.
Hügel statt Gebirge
Dass die Realität wohl doch etwas anders aussieht, merkte ich zum ersten Mal, als ich einen BH aufhakte. Hinter den gut aufgepolsterten Körbchen befanden sich statt mächtiger Gebirgsmassive zwei flache Hügel. Ich war enttäuscht. Hatte ich wirklich erwartet, hinter jeder Bluse die üppigen Brüste eines
Playmates vorzufinden? Ehrlich gesagt: Ja. Die wichtige Lektion daraus lautete wohl, dass man nichts auf den äußeren Schein geben sollte. Zudem haben flache Hügellandschaften auch ihren Reiz.
Der arme Hugh Hefner
Dass "Playboy" übersetzt "Spieljunge" bedeutet, ist mir erst später so richtig klar geworden. Der Gründer des Blattes, Hugh Hefner, hatte es nicht verwunden, dass er von seiner distanzierten Mutter niemals in den Arm genommen wurde. Also holte er sich bei seinen Bunnys Ersatzbefriedigung. Hefner sammelt neben Frauen alte Comics, Spielzeug und schnelle Autos. Auf seinem Anwesen wimmelt es nur so vor Geheimgängen und technischen Spielereien. Der Traum eines jeden Spätpubertierenden. Nur was wirkliche Nähe bedeutet, hat er wohl nie erfahren.
Nur wer sich ändert...
Wer den Wert eines Menschen an der Oberweite festmacht, ist ein armer Tropf. Auch wenn noch so viele Cabrios in seiner Garage stehen. Es ist natürlich leicht, heute so zu reden. Wenn ich so zurückdenke, schäme ich mich schon ein wenig für meine damalige Oberflächlichkeit. Doch ich war jung. Da darf man so was. "Nur wer sich ändert, bleibt sich treu", sagte Wolf Biermann, der neben diesen wahren Worten auch viel Unsinn geredet hat.
Der gealterte Playboy
Inzwischen, längst im Rentenalter, lebt Hefner - Viagra sei Dank - mit mehreren drallen Blondinen zusammen, die seine Enkelinnen sein könnten. Bevor sie in den Status der Geliebten befördert wurden, mussten sie erst einige Schönheitsoperationen über sich ergehen lassen. Der alte Herr hat nun mal eine Schwäche für Silikon. In seiner Glanzzeit haben ihn alle Männer dieses Planeten beneidet. Wenn man den greisen Playboy heute mit seinen Spielgefährtinnen sieht, könnte man fast Mitleid haben.
Karsten Weyershausen
Sie wollen mehr davon? In seinem Buch "111 Gründe, erwachsen zu werden" (Schwarzkopf & Schwarzkopf, 9,90 Euro, bestellbar z.B. über www.amazon.de) schreibt der Autor, Cartoonist und Illustrator Karsten Weyershausen witzig und pointiert, warum er irgendwann der Kindheit abgeschworen hat.
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Unvergessen: Pamela Anderson in "Baywatch". Jungs wie Karsten Weyershausen, Autor von "111 Gründe, erwachsen zu werden" mussten später enttäuscht feststellen, dass nicht jede Frau mit solchen Kurven gesegnet ist, wie Pam. Aber es gibt Wichtigeres...
Fotos: DFD














