Unpackaged, London
Hüllenlos shoppen
In Catherine Conways Londoner Eckladen im Stadtteil Islington funktioniert das Einkaufen ein wenig anders, als in anderen Lebensmittelläden. Wer hier shoppt, bringt seine eigenen Behältnisse mit - seien es Tupperware-Boxen oder Plastiktüten, denn im "Unpackaged" wird alles an Lebensmitteln lose verkauft. Bedeutet: Auf unnütze Folien oder Pappschachteln, die zuhause sofort (hoffentlich) in der Recyclingtonne oder im Müll landen, wird verzichtet. Linsen, Nüsse, Bohnen, Pasta - all das wird hier mit Schäufelchen in die mitgebrachten Mehrwegbehältnisse geschaufelt. Nur Neulinge werden mit einer käuflichen wiederverwendbaren Plastiktüte mit Zipp-Verschluss versorgt.
Testlauf am Marktstand
"Verpackungen sind umweltschädlich und teuer", sagt Conway, "absolute Veschwendung", die leider in allen konventionellen Supermärkten bis zum Exzess praktiziert wird. Die junge Londonerin wollte es anders machen, und schaffte es tatsächlich, Anbieter von Bio- und Fair-Trade-Produkte zu überreden, ihre Ware in großen Mengen unverpackt zu verkaufen. Ehe sie ihren Laden eröffnete, erprobte sie das "Unpackaged-Prinzip" an einem Marktstand auf Londons Exmouth Market.
Eineinhalb Tonnen co2-Ersparnis jährlich
Durch den Verzicht auf Einwegverpackungen werden jährlich eineinhalb Tonnen weniger co2 erzeugt, schätzt Conway. Auch achtet sie darauf, keine Ware anzubieten, die auf dem Luftweg importiert wurde. "Bio, lokal oder Fair Trade", lautet die Devise. Conways Idee kommt an - der Laden gewinnt konstant an neuen Stammkunden, ein Fahrrad-Lieferservice ist in Planung. "Noch fahre ich die Lieferungen selbst vor Ladenöffnung oder - schluss aus, aber das soll sich bald ändern", lacht Conway. "Ich habe festgestellt, dass enormer Bedarf an Lieferungen an den Arbeitsplatz besteht."
Erst nachdenken, dann kaufen
Mittelfristig hofft sie, dass sich das Unpackaged-System im Lebensmittelverkauf durchsetzt. "Es wäre toll, wenn dieses umweltfreundliche Einkaufsmodell überall zur Norm werden würde. Ein wenig Planung gehört natürlich dazu - bevor wir einkaufen, müssen wir uns überlegen, welche Behältnisse wir mitnehmen müssen. Der Vorgang, erst nachzudenken, und dann zu kaufen, geht einem allerdings ganz schnell in Fleisch und Blut über", sagt Conway.
Weitere Informationen unter: www.beunpackaged.com
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Tags:
London, Bio, Umweltschutz, Essen und Trinken, TrendKommentare

Im Londoner Bio-Supermarkt Unpackaged ist der Name Programm: Die Ware wird unverpackt verkauft - und so jede Menge Müll gespart.
Foto: Unpackaged












