Ekelhaft oder natürlich? Gelöschtes Bild von Periodenfleck

Dienstag, 01.09.2015

Das ging Instagram dann doch entschieden zu weit! Die Aktivistin und Künstlerin Rupi Kaur aus dem kanadischen Toronto lud ein Bild von sich auf ihren Account, auf dem sie menstruiert – Instagram löschte das Bild.

Ist das "ein feministisches Statement gegen Doppelmoral" (Brigitte.de) oder einfach nur unappetitlich? Die kanadische Künstlerin Rupi Kaur postete auf Instagram ein Foto, das sie mit einem eindeutigen Blutfleck zeigt. Instagram löschte daraufhin das Foto mit Verweis auf seine Nutzungsrichtlinien.

Sexy ja – Alltag nein?

Die Künstlerin veröffentlichte das Foto dann erneut mit dieser Erklärung:

"Danke, @instagram, dass ihr mir genau die Art von Reaktion geschenkt habt, die mein Werk kritisieren sollte. Ihr habt ein Foto von einer komplett bekleideten, menstruierenden Frau gelöscht und behauptet, dass das gegen die Nutzungsrichtlinien verstößt, obwohl in euren Richtlinien steht, dass sowas völlig akzeptabel ist. Das Mädchen ist angezogen. Das Bild ist mein Bild. Es greift keine bestimmte Gruppe an, es ist auch kein Spam. Und weil es gegen diese Richtlinien nicht verstößt, werde ich es noch einmal posten. Ich werde mich nicht dafür entschuldigen, dass ich nicht das Ego oder den Stolz einer frauenfeindlichen Gesellschaft bediene, die meinen Körper in Unterwäsche akzeptiert, aber nicht mit einem kleinen "Leck" klarkommt, während eure Seiten mit zahllosen Fotos und Nutzerkonten gefüllt sind, auf denen Frauen (viele von ihnen minderjährig) zu Objekten werden, "pornofiziert" werden und unmenschlich behandelt werden. Danke. (…)"

Debatte über Ästhetik und Doppelmoral

Nachdem das Bild von Instagram dann erneut gelöscht wurde, diskutierte das ganze Netz über das Bild: Ist es in Ordnung ein Foto von einem Periodenfleck ins Netz zu stellen? Ist das einfach nur eklig oder sollte es erlaubt sein, so "natürliche" Vorgänge öffentlich zur Schau zu stellen? Nach dem großen Druck gab Instagram nach und ließ Rupi Kaur das Foto dann doch wieder veröffentlichen.

Ob man das Foto anstößig finden mag oder nicht, es scheint unverständlich, dass soziale Netzwerke aufreizende Bilder (aber ohne Nippel bitte!) vollkommen akzeptabel finden, ebenso wie rassistische und von Hass motivierte Kommentare, alltägliche Situationen wie einen Menstruationsfleck oder die Brust einer stillenden Mutter aber als anstößig empfinden. Nippel und die weibliche Periode sind gegen die Nutzungsrichtlinien – Hetze und Unterwäschebilder von Minderjährigen aber nicht? Ekliger Blutfleck hin oder her – es bleibt der Nachgeschmack von Doppelmoral.

Darf man so provozieren?

Ist dieses Bild ein mutiges Statement für mehr Natürlichkeit oder einfach nur eklig?

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01.09.2015 14:00
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