Le Corbusier-Ausstellung in Berlin
Wohnmaschinen und Visionen
Eine Großausstellung huldigt dem Schaffen des kontroversen Architekten Le Corbusier.
Er war einer der bedeutendsten Architekten des 20. Jahrhundert - und auch einer der kontroversesten. Häuser bezeichnete er als "Wohnmaschinen", mit Gemütlichkeit konnte man ihn jagen. Seine Leitmotive waren Praktikabilität und Purismus. Gerne versah er seine Bauwerke auch gleich mit integriertem - natürlich selbst entworfenem - Mobiliar, wie etwa Klappbetten. Tradition oder Romantik hatten in seinem Schaffen keinen Platz. Am liebsten hätte er einen Teil des rechten Seine-Ufers platt gemacht - für seine Vision einer "Stadt für drei Millionen Einwohner".
Rund 60 Jahre dauerte sein Wirken als Architekt, Städteplaner, Maler, Zeichner und Möbeldesigner, das bei seinen Zeitgenossen nicht immer mit Begeisterung aufgenommen wurde. Dennoch, oder gerade deswegen gehört er zu den bedeutendsten Kunstschaffenden des vergangenen Jahrhunderts. Jetzt erlaubt die großformatige Ausstellung "Le Corbusier-Kunst und Architektur" im Berliner Martin-Gropius-Bau einen chronologischen Überblick.
Die rund 380 Exponate - viele davon aus der Pariser Fondation Le Corbusier - umfassen Gemälde, Originalmöbel, Skulpturen und Zeichnungen, als auch zahlreiche Kleinobjekte aus Privatbesitz des Architekten, die ihm als Inspiration dienten. Die wichtigsten Bauten werden mit Original- und eigens neu angefertigten Architekturmodellen veranschaulicht. Installationen auf der Grundlage historischer Entwürfe ermöglichen dem Besucher, die Raumkonzeptionen des Künstlers erlebbar zu machen. Ein besonderer Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf Le Corbusiers Beziehung zu Deutschland, und insbesondere Berlin, wo 1957 ein Hochhaus nach seinem Entwurf entstand.
Die Ausstellung "Le Corbusier - Kunst und Architektur" ist bis zum 5. Oktober im Martin-Gropius-Bau in Berlin zu sehen.
Weitere Informationen unter: www.gropiusbau.de
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Ausstellung, Kunst, Berlin, KulturKommentare

Der Schweizer Architekt Le Corbusier Anfang der 30er-Jahre umgeben von seinen Werken der "Collection particulière" in der Pariser Rue Jacob 20. In Wirklichkeit hieß er übrigens Charles-Edouard Jeanneret-Gris. Le Corbusier war der Nachname seines Großvaters, den er mit Mitte 30 als Künstlernamen wählte.
Foto: © FLC / VG Bild-Kunst, Bonn 2009












