Kunstprojekt Schimpfwort-Sammlung

Du Himbeertoni!

Die Künstlerin Ingke Günther mag Schimpfwörter. So sehr, dass sie sie im Rahmen eines Kunstprojekts sammelt und sorgfältig auf Büttenpapier stickt.

Schimpfwörter. Ihr Einsatz funktioniert als Abschreckung, Aggressionsabbau und emotionale Reinigung, und sie haben tausend Gesichter: Filzlaus, Gipskopf, Weißbrot, Waldheini ... Ingke Günthers Sammlung an verbalen Verunglimpfungen hat Schimpfwörter für jeden Geschmack in petto. Aus inzwischen 1560 Exemplaren kann sich der geneigte Choleriker inzwischen bedienen - das ist der momentane Stand der stetig wachsenden Kollektion an Wutwörtern, die die Künstlerin vor sieben Jahren startete. Im Rahmen eines Kunstprojekts stickt sie jedes einzelne hübsch in zarten Rosa- und Rottönen auf edles Büttenpapier.

"Ich werde nie beschimpft"

Die Faszination der herben Wortkreationen liegt für Ingke Günther in ihrer Bildhaftigkeit und der Tatsache, dass es sich um kreative Schöpfungen handelt: "Es gibt unglaublich lustige, kluge, derbe und ständig neue Schimpfworte", freut sie sich. Nur wie funktioniert ihre Suche nach immer neuen Beschimpfungs-Varianten? Indem sie ihre Mitmenschen provoziert jedenfalls nicht: "Ich werde nie beschimpft", sagt Günther.  "Ich sammle im Alltag - beim Lesen oder Fernsehschauen. Sie fallen mir in allen möglichen Alltagssituationen zu", erzählt sie, "natürlich bekomme ich auch viele zugetragen, weil inzwischen zahlreiche Menschen an meiner Projektidee teilhaben."

Persönliche Schimpfwort-Widmung

Sie selbst lässt ihre Sammelgegenstände nur spärlich zum praktischen Einsatz kommen: "Ich bin niemand, der gegenüber anderen ausfällig wird. Aber zielgerichtet ein neu "gefundenes" Schimpfwort jemandem zu widmen, zu dem es passt, macht schon Spaß", räumt sie ein. Günthers persönliche Top Drei sind momentan übrigens: Hasenhirn, Himbeertoni und Hackfresse. Wer mehr Inspirationen möchte, kann sich die komplette Liste an Fiesheiten auf Ingke Günthers Homepage herunterladen:
www.extraktnetz.net

Melanie Vogel, 28.09.11 - 17:40

 


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Tags:
Kunst, Kultur, skurril

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Die Künstlerin Ingke Günther mag Schimpfwörter so sehr, dass sie sie im Rahmen eines Kunstprojekts sammelt und zu hunderten sorgfältig auf Büttenpapier stickt.

Die Künstlerin Ingke Günther mag Schimpfwörter so sehr, dass sie sie im Rahmen eines Kunstprojekts sammelt und zu hunderten sorgfältig auf Büttenpapier stickt.
 Fotos: Ingke Günther

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