Klimafreundliche Ernährung

Gut für Natur und Figur

Gesund für die Umwelt, und gesund für Sie: Ökologisch verträgliche Ernährung schont das Klima, schmeckt, und macht jede Diät überflüssig.
 
Rund ein Fünftel (16 bis 20 Prozent - je nach Quelle) der in Deutschland erzeugten klimaschädigenden Treibhausgas-Emissionen geht auf das Konto unserer Ernährungsgewohnheiten. Der Hauptgrund dafür ist der übermäßige Verzehr von tierischen Produkten - in erster Linie von Fleisch und Milcherzeugnissen. Die Gewinnung dieser Nahrungsmittel ist mit bei weitem höherem Energieaufwand und Schadstoffausstoß verbunden als die Erzeugung pflanzlicher Lebensmittel.

Sieben Gramm Pflanzennahrung für ein Gramm Fleisch

Immerhin gehen bei der Herstellung tierischer Nahrungsmittel bis zu 90 Prozent der in Form von Futter investierten Energie verloren. Das bedeutet: Im Durchschnitt müssen sieben Kalorien in Form von Getreide verfüttert werden, um eine Kalorie Fleisch zu erzeugen. Oder in Gewichtseinheiten ausgedrückt: Rund sieben Gramm pflanzliches Eiweiß sind erforderlich, um lediglich ein Gramm tierisches Eiweiß zu gewinnen. Vom immensen Wasserverbrauch ganz zu schweigen… Ein zweijähriges Mastrind bringt beispielsweise etwa 300 Kilogramm auf die Waage. Der Einsatz: 14.600 Liter Wasser und 3.500 Kilogramm Soja und Getreide.

Genug Nahrung für zehn Milliarden Menschen


Die landwirtschaftlichen Flächen, auf denen Futtermittel angebaut werden, könnten ungleich mehr Menschen ernähren. Die Autoren des Buches "We Feed the World" zum gleichnamigen Dokumentarfilm gehen davon aus, dass auf dem Boden, der zur Erzeugung der Futtermittel für ein einziges Rind benötigt wird, genug Nahrung für 100 Menschen angebaut werden könnte. Etwas weiter gedacht bedeutet dies, dass vom derzeitigen weltweiten pflanzlichen Ertrag zehn Milliarden Menschen satt werden würden - wenn Masttiere und Milchkühe nicht mitessen würden. 30 Prozent der Landfläche der Erde werden aktuell direkt oder indirekt für die Viehhaltung verwendet.

Klimakiller Stickstoff-Düngemittel

Genauso wie die Regenwaldabholzung ist auch der Anbau der Futtermittel selbst ein Klimakiller: Hierbei kommen massiv Stickstoff-Düngemittel zum Einsatz, deren industrielle Produktion wiederum mit hohem Energieaufwand verbunden ist. Stickstoffverbindungen haben verheerende Folgen auf Böden und Gewässer. Sie gelten als Hauptverursacher des Waldsterbens und fördern ungesundes Algenwachstum, das Gewässer mittelfristig "zum Umkippen" bringen kann, und so zum Artensterben vieler Tiere beträgt.

Methan: 20-mal schlimmer als CO2

Hinzu kommt, dass Wiederkäuer wie Rinder bei der Verdauung immense Methan ausstoßen. Der Treibhauseffekt von CH4 ist 20-mal höher als dem von CO2. Die Methankonzentration in der Atmosphäre hat sich in den vergangenen 50 Jahren nahezu auf das Sechsfache erhöht - und ist für ein Fünftel des Treibhauseffektes verantwortlich.

Erstes "klimafreundliches Kochbuch"


Die logische Konsequenz bezüglich umweltfreundlicher Ernährungsgewohnheiten ist: Je seltener tierische Produkte auf unseren Tellern landen, umso ökologisch adäquater verhalten wir uns. Das soeben erschienene Kochbuch "Umweltfreundlich vegetarisch" (Hädecke Verlag;14,95 Euro) ist das erste Kochbuch auf dem Markt, das Rezepte enthält, die nach Umwelt- und Klimafreundlichkeit zusammegestellt wurden. Entsprechend sind ausschließlich vegetarische (darunter viele komplett tiereiweißfreie) Gerichte zu finden.

Klimaschonende Ernährung: natur- und figurfreundlich

Ein weiteres Kennzeichen der klimagerechten Küche ist das saisongerechte Kochen mit regionalen Produkten aus ökologischem Anbau. Und: Wer konsequent klimagerecht isst, hilft nicht nur der Umwelt, sondern auch sich selbst. Diese Ernährung ist cholesterinarm, und reich an Vitaminen, sekundären Pflanzenstoffen, Spurenelementen, Mineral- und Ballaststoffen - und macht jede Diät überflüssig.

Dass sie auch schmeckt, können Sie mit einer Auswahl an Rezepten aus "Umweltfreundlich vegetarisch" testen.


Umweltfreundlich vegetarisch von Bettina Goldner ist im Hädecke Verlag erschienen und kostet 16,90 Euro (erhältlich zum Beispiel über Amazon.de)

04.10.09 - 11:15

 


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Tags:
Ernährung, Umwelt, Diät, Bio, Kochen, Essen und Trinken

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Ökologisch korrekt zu kochen und zu essen ist einfach und lecker: Je weniger Tierprodukte zum Einsatz kommen, umso günstiger ist die CO2-Bilanz.

Ökologisch korrekt zu kochen und zu essen ist einfach und lecker: Je weniger Tierprodukte zum Einsatz kommen, umso günstiger fällt die CO2-Bilanz aus.
 Foto: iStockphoto

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