Hotel-Tipp: Kapselhotel Nine Hours

Kapselhotel Deluxe

Das Nine Hours in Kyoto will mit edel-funktionalem Design die Wabenherberge neu erfinden und westliche Gäste begeistern. 

Eine Stunde duschen, sieben Stunden Schlafen, eine Stunde Chillen. Macht zusammen neun Stunden. Und genauso - Nine Hours - heißt Kyotos wohl durchgestyltestes Kapselhotel. Ein Hotel also, in dem es keine Zimmer mehr gibt, sondern die Gäste in platzsparenden Waben nächtigen.

Weg vom Billig-Image

Kapselhotels folgen einem Prinzip: Das, was Mensch zum Übernachten braucht, wurde auf das Nötigste heruntergedampft. Seit rund 30 Jahren wird das Konzept in Japan bereits angewandt, über die Grenzen des Landes konnte es bisher keine Freunde finden. Mit dem "Nine Hours" soll sich das ändern. Dieses Platzspar-Hotel will weg vom Billig & Schraddelig-Image herkömmlicher Kapselhotels, vielmehr soll es mit seinem tadellosen Designansatz auch westliche Gäste anlocken. Vielleicht sogar im Rahmen einer Kette ins Ausland exportiert werden.

Schnickschnack, Deko? Anderswo.

Hochgradig funktional, minimalistisch und von A bis Z perfekt durchdesignt präsentiert sich das Kapselhotel. Schnickschnack, Deko? Anderswo. Nur vier Farben sind im Nine Hours vertreten, wobei Weiß den Ton angibt und Schwarz praktische Akzente setzt. Etwa in Form international verständlicher Zeichen auf dem Korridorboden. Diese weisen den Weg zu Schuhfächern, Duschen und Waben. Ein Mehr an Ein- und Richtungsweisungweisung ist nicht erforderlich, das Konzept wurde so entwickelt, dass der Gast "organisch" von einer "Station" zur nächsten geleitet wird.

Geschlechtsspezifische Lifte

Von der Rezeption zu den Schuhfächern, weiter zum Lift. Zwei davon gibt es, einen für Jungs, einen für Mädchen, wie die unübersehbare weibliche bzw. männliche Silhouette auf den Lifttüren andeutet. Warum? Weil es vom Lift direkt weitergeht in die geschlechtsspezifischen Umkleidekabinen. Hier findet der Gast nicht nur Schließfächer vor, sondern auch Nachtgewand, Zahnbürste, Toilettenartikel und flauschige - natürlich weiße - Badetücher. Hiermit ausgestattet treibt man weiter zum nächsten Halt, den Duschen.

Gebärmutter-Geborgenheits-Charme

Frisch gewaschen und in hoteleigene Schlafkluft gepackt öffnen sich die Türen zum Allerheiligsten: den Korridoren mit seinen mattorange beleuchteten Waben (120 Zentimeter breit, 234 Zentimeter lang). Mit sehr viel Fantasie gelingt es einem vielleicht, sich vom Gebärmutter-Geborgenheits-Charme der Gemächer aus Hartplastik zu überzeugen. Innen wartet eine Mehrzonenmatratze und statt Aussicht eine kleine Multimedia-Einheit. Diese sorgt unter anderem für simuliertes Tageslicht für geräuschloses Erwachen am nächsten Morgen.

Die maximale Aufenthaltszeit beträgt übrigens, anders als der Name des Hotels vermuten ließe, 17 Stunden. Gezahlt wird bei Ankunft mit Kreditkarte. Der Preis pro Übernachtung beträgt - unabhängig von Ferienzeiten - immer 4.900 Yen (umgerechnet etwa 43 Euro). Weitere Informationen unter: http://9hours.jp

Melanie Vogel, 05.11.10 - 13:29

 


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Tags:
Hotels, Reisen, Trend, Japan, skurril

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Ab in die Wabe: Das Nine Hours in Kyoto setzt auf minimalistisch-funktionalen Style und will damit auch westliche Gäste anlocken.

Ab in die Wabe: Das Nine Hours in Kyoto setzt auf minimalistisch-funktionalen Style und will damit auch westliche Gäste anlocken.
 Foto: Nine Hours

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