Ausstellung Vorspannkino
Kurz und gut
Schlimmstenfalls sind sie gähnend langweilig und lassen einen unruhig auf den Kinosesseln herumrutschen. Manchmal aber sind sie kleine, feine Meisterwerke, die freudig gespannte "Jetzt-geht's-los"-Gefühle entfachen: Vorspänne. Kurze Filmsequenzen, die die Präsentation einschläfernder Credits mit einer bestenfalls atmosphärisch dichten Einstimmung auf den Hauptfilm verbinden.
Geboren wurde dieses filmische Sondergenre, als sich Mitte der 1950er Jahre die Filmgesellschaften verpflichteten, alle beteiligten Künstler im Vorspann zu nennen. Künstler wie Saul Bass und Wayne Fitzgerald sahen schon früh das dramaturgische Potenzial dieser Vorgabe. Bass gelang es als einem der wenigen Titeldesigner, sich mit seinen eindrucksvollen Vorspännen (z. B. für die Hitchcock-Klassiker "Vertigo" und "Psycho") einen Namen zu machen.
Jetzt wird das filmische Stiefkind-Genre mit einer eigenen Ausstellung gewürdigt: Das Berliner KW Institute for Contemporary Art zeigt 54 stilbildende Filmvorspänne aus den vergangenen fünf Jahrzehnten. Darunter neben Bass' Intro zu Vertigo sind zum Beispiel Kyle Coopers Vorspann zum Psychoschocker "Se7en" und die meisterhaft verspielte Einstimmung zum Hochstapler-Biopic "Catch Me if You Can" von Olivier Kuntzel und Florence Deygas zu sehen.
Die Ausstellung "Vorspannkino - 54 Titel einer Ausstellung" im KW Institute for Contemporary Art Berlin dauert noch bis zum 19. April. Mehr Informationen unter:www.kw-berlin.de.
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Tags:
Ausstellung, Kunst, Film, BerlinKommentare

Einprägsamer als der dazugehörige Film: der Vorspann zum Film "Catch Me if You Can" von Olivier Kuntzel und Florence Deydas - jetzt zu sehen in der Berliner Ausstellung "Vorspannkino"
Foto: KW-Insitute for Contemporary Art












