Wovon Multimillionäre träumen – Armut als Vergnügen

Montag, 06.10.2008

Sie sind millionenschwer und können sich jeden Wunsch erfüllen. Der letzte Thrill für russische Neureiche: ein Tag als Bettler, Taxifahrer oder Prostituierte.

Es klingt so bizarr, dass man es kaum glauben mag: Reiche Russen geben neuerdings ein Heidengeld dafür aus, einmal der Unterschicht zuzugehören.

War es noch vor einiger Zeit en vogue, für eine halbe Million Dollar ein Flugzeug zu chartern und es mitsamt einer großen Partygesellschaft an einen unbekannten Ort fliegen zu lassen, so kann diese "konventionelle" Art von Event heute keinen Multimillionär mehr vom Hocker reißen. Auch Bungee-Jumping, Fallschirmspringen und Helikopterfliegen sind alte Hüte. Da muss schon etwas Außergewöhnlicheres her: Wie wär's mit kellnern, betteln oder Taxi fahren?

7.000 Euro für eine Nacht lang frieren

Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, blättert der russische Geldadel gern mal umgerechnet 7.000 Euro hin, um eine Nacht auf der Parkbank zu verbringen oder einen Tag im Bordell zu arbeiten. Spezialisierte Eventagenturen erfüllen jeden Wunsch.

Sie fragen sich, wie die horrenden Kosten entstehen? Es ist gar nicht so einfach, Millionären ein glaubhaftes Auftreten als Mensch in sozialer Not zu ermöglichen: Das Äußere muss stimmen und Sicherheit hat natürlich oberste Priorität. Einen gepflegten, im wörtlichen Sinne gut betuchten Russen in einen abgerissenen Bettler zu verwandeln bedarf exzellenter Beratung durch Make-up-Artisten und Stylisten. Während des "Einsatzes" müssen zudem Polizei und echte Obdachlose von den Klienten ferngehalten werden.

Prostituierte ohne Verpflichtungen
Frauen, die den sehnlichsten Wunsch hegen, einmal in ihrem Leben auf den Moskauer Straßenstrich zu gehen, können auch dieses "Spiel" buchen: Allerdings ist hier meist Schicht im Schacht, sobald ein Freier eindeutiges Interesse signalisiert hat. Die Millionärsgattin mit den meisten Angeboten gewinnt. Und die das Treiben aus der Ferne beobachtenden Ehemänner sollen angeblich sehr ehrgeizig sein.
Wer jetzt meint, einem vollkommen sinnfreien und menschenverachtenden Trend begegnet zu sein, der sei eines Besseren belehrt: Gerüchten zufolge hat schon so mancher Multimillionär nach einem Tag als Unterschichtler seine soziale Ader entdeckt...
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Sie sind millionenschwer und können sich jeden Wunsch erfüllen. Der letzte Thrill für russische Neureiche: ein Tag als Bettler, Taxifahrer oder Prost...
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06.10.2008 11:23
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