Vertikale Gärten von Patric Blanc – Farne statt Farbe

Donnerstag, 17.06.2010

Der französische Botaniker und Künstler Patric Blanc haucht kargen Häuserfassaden mit sattem Grün jede Menge Leben ein.
Farbe verblasst und wird schmutzig, und überhaupt: nackte Häuserfassaden - welche Farbe auch immer sie haben mögen - sind tendenziell eine eher betrübliche Angelegenheit. Einer, der kahlen Wänden jede Menge Leben einhaucht - und zwar ohne Kletterpflanzen à la Efeu & Co. - ist der französische Botaniker Patric Blanc. Er vollbringt das Kunststück, vertikale Wände zu bepflanzen. Darunter die Front des Pariser Kunstmuseums Fondation Cartier, die Mur Végétal an der Fassade der Berliner Galeries Lafayette und die 600-Quadratmeter-Wand am Caixa-Forum in Madrid.

Mit Licht und Wasser zufrieden

Erstmals machte er 1994 mit einer vertikalen Grünanlage von sich reden. Die Idee dazu war jedoch schon weitaus früher entstanden. Vor fast 40 Jahren waren Blanc während eines Thailandbesuchs Pflanzen aufgefallen, die an unwirtlichen Orten wie Mauern oder Decken gediehen. Die Feststellung, dass manche Pflanzen sich mit Licht und Wasser zufriedengeben, und nicht unbedingt Erde brauchen, um zu wachsen, war eine Offenbarung für den damals 19-Jährigen.

Acrylfilz statt Erde

Inspiriert tüftelte er ein Verfahren aus, die vertikale Bepflanzungen im großen Stil ermöglichte: Ein grobmaschiges Gitter, unter das er einen drei Millimeter dünnen Acrylfilz spannte. Dieses kann direkt an der Wand befestigt werden. Durch integrierte Rohre wird von oben bewässert, drei bis fünf Mal am Tag - je nach Witterung.

Winterfester Farn, Gräser und Moos

Was die Art der Bepflanzung angeht, sind die Möglichkeiten allerdings begrenzt - bunte Blumenpracht und frische Erdbeeren bleiben der Horizontale vorbehalten: In unseren Breiten sind nur etwa 50 Pflanzenarten für Blancs karge Bedingungen zu haben - etwa winterfester Farn, Gräser und Moos. In Thailand beispielsweise hat der unkonventionelle Fassadengestalter weitaus mehr Möglichkeiten: Dort sind rund 5.000 Arten mit Licht und Wasser zufrieden.

Verbesserung der Luftqualität

Patrick Blancs Favorit ist die Iris Japonica, mit ihren sehr spitz zulaufenden Blättern. Sie ist in den meisten seiner "lebenden Kunstwerke", wie er die "Murs Végétals" (Pflanzenwände) nennt, zu finden. Diese sehen übrigens nicht nur hübsch aus, sie tragen laut Blanc auch zur Verbesserung der Luftqualität in Innenstädten bei.

Weitere Informationen unter: www.murvegetalpatrickblanc.com

Der promovierte Botaniker Patrick Blanc bepflanzt die Fassaden von Brücken, Hotels, Museen und Geschäften.

Vertikale Gärten ohne Erde. Die kunstvollen Fassadenbepflanzungen des Franzosen Patric Blanc gedeihen lediglich über Acrylfilz, der mehrmals täglich bewässert wird.

 

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Vertikale Gärten von Patric Blanc
Farne statt Farbe
Der französische Botaniker und Künstler Patric Blanc haucht kargen Häuserfassaden mit sattem Grün jede Menge Leben ein.
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17.06.2010 15:56
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