Topmodel Cindy Crawford im Interview – "Es geht nicht nur ums Aussehen"

Sonntag, 14.03.2010

Cindy Crawford im Interview über Schuhe, Geld und ihre Rolle als Gastjurorin bei "Germany’s next Topmodel".

Wie viele Schuhe haben Sie?
Ich habe sie nicht gezählt, aber es dürften schon so um die hundert Paar sein. Das hört sich fast nach Imelda Marcos an, aber man braucht nun einmal für jeden Anlass die richtigen Schuhe. Also, ich habe natürlich Stiefel und High Heels und flache Schuhe und Sandaletten und Laufschuhe… na ja, Mädels lieben nun mal Schuhe!

Hat sich Ihr Bezug zu Geld in den letzten Jahren geändert?
Ich bin in einer Kleinstadt in Illinois aufgewachsen, wo ich nie viel Geld zur Verfügung hatte. Und auch wenn meine Welt heute eine ganz andere ist, lebt in mir immer noch dieses kleine Mädchen aus dem Mittleren Westen, das ständig die Preise vergleicht und sich fragt 'brauche ich das wirklich?'. Das heißt nicht, dass ich nicht auch einige teure Sachen hätte - ich glaube, das kann ich mir aufgrund meines Jobs erlauben. Aber trotzdem bin ich jemand, der immer zuerst auf den Preis sieht.

Gibt es in der Modelbranche heute bestimmte Trends?
Ich selber kann keinen bestimmten Trend erkennen, etwa, ob jetzt gerade die Brünetten oder die Blondinen gefragt sind. Ich glaube sogar, dass gerade etwas ganz Tolles zu beobachten ist, nicht nur in der Welt der Models, sondern allgemein beim
Schönheitsbegriff, wenn man heutige Schauspielerinnen sieht. Nämlich, dass dieser sich immer mehr ausdehnt. Man muss nicht blond und blauäugig sein. Und auch nicht supermager oder besonders sinnlich. Die Auffassung von Schönheit wird heute immer weiter gefasst, so dass sich mehr unterschiedliche Frauentypen und Körpertypen als schön empfinden können, und ich hoffe, dass sich dieser Trend fortsetzt.

Heute steigen Models immer früher ins Modebusiness ein - sehen Sie darin eine Gefahr?
Ich würde sagen, am gefährlichsten ist es, wenn ein Mädchen um die 15 ist, aber schon viel älter aussieht. Und deshalb setzt man sie Situationen aus oder erwartet Entscheidungen von ihr, zu denen eine 15- oder 16-Jährige noch gar nicht imstande ist. Ich habe mit dem Modeln erst angefangen, als ich etwa 19 war, daher war ich schon etwas reifer. Aber ich mache mir auch Sorgen um junge Mädchen, die keine Models sind, denn leider ist die Welt da draußen nicht immer ganz ungefährlich. In der Welt der Models kann man vielleicht häufiger eine falsche Entscheidung treffen, weil man eben älter aussieht, weil die Eltern nicht immer dabei sein können und weil man viel unterwegs ist.


Was halten Sie von Model-Casting-Shows?
Ich sehe mir diese Shows eigentlich gar nicht an, weil ich ja sowieso in dieser Welt lebe. Allerdings werde ich in einigen Wochen bei "Germany’s next Topmodel by Heidi Klum" in Deutschland mitmachen und eine der Gastjurorinnen sein. Ich denke mal, dass man in diesen Shows schon einen Eindruck davon bekommt, worum es wirklich geht. Das Gute ist, dass die jungen Mädchen sehen, dass es nicht nur ums Aussehen geht. Das reicht einfach nicht, schließlich gibt es jede Menge hübscher Mädchen. Erstens geht es darum, wie man auf Fotos wirkt - und fotogen sein und hübsch sein sind zwei ganz verschiedene Sachen. Das ist es, was ich an diesen Shows gut finde. Andererseits ist Sensationsgier dabei, klar. Die Leuten wollen schließlich unterhalten werden. Im wahren Leben läuft es natürlich nicht so.

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Cindy Crawford gehört zur Supermodel-Riege der 80er-Jahre - und ist heute immer noch dick im Geschäft. Für den Schuhriesen Deichmann präsentiert sie die Schuhmarke 5th Avenue.

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Cindy Crawford im Interview über Schuhe, Geld und ihre Rolle als Gastjurorin bei "Germany’s next Topmodel".

Cindy Crawford beim Shooting für die Deichmann-Kampagne. Sie selbst hat nach eigener Aussage um die 100 Paar Schuhe im Schrank stehen. Wir verstehen das vollkommen.

 

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