Table Talk: Cynthia Barcomi – Verliebt ins Backen

Sonntag, 07.03.2010

In Berlin sind ihre Kuchen legendär. In "Backen - I love baking" enthüllt Cynthia Barcomi ihre Back-Geheimnisse. fem.com traf sie zum Interview.

Ihre beiden Cafés in Berlin sind Stammadressen für Fans leckerer Kuchen. In "Barcomi's Kaffeerösterei" in Kreuzberg und in "Barcomi's Deli" in Berlin Mitte gibt es seit Mitte der Neunziger Jahre ihre selbstgebackenen Muffins, Cookies, Cakes und Pies. In ihrem neuen Backbuch "Backen - I love baking" (erschienen im Mosaik bei Goldmann Verlag; 17,95 Euro) enthüllt sie die Rezepte für all jene Verführungen. Im fem.com-Interview verriet sie, wie sie als Kuchen-Queen ihre schlanke Linie behält, warum sie so beliebt ist, und welcher Versuchung ihr Mann derzeit nicht widerstehen kann.
Worin liegt für Sie die spezielle Freude am Backen?

Schon als Kleinkind habe ich das Backen geliebt. Es ist etwas, das greifbar ist und das man mit anderen Leuten teilen kann. Backen ist eine Tätigkeit für die Sinne, die Freude bereitet und die Ergebnisse kann man mitnehmen und verschenken. Das kann man, glaube ich, nur über das Backen behaupten, oder?

Backen Sie lieber, oder essen Sie lieber?

Oh, ich backe lieber - damit ich es danach essen kann!

Was ist das Lieblingskuchenrezept Ihres Mannes, und jedes Ihrer Kinder?

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Wow, was für eine Frage! Hmmm ... mein Mann Harvey liebt die beiden Ricotta Mascarpone Käsekuchen (Rezept hier!) mit Erdbeeren aus dem neuen Buch. Meine Tochter Esmé, 22, liebt die Focaccia. Coco, 17, liebt über alles die Tarte Tatin, weil sie Karamell und Äpfel so gerne mag. Jaeger, 6, kann nicht genug Schokolade essen, deshalb ist sein Favorit der Devil’s Food Cake. Und Savoy, 3, liebt Chocolate Chip Cookies - so wie ich!

Haben Sie das "Back-Gen" an Ihre Kinder weitergegeben?

Die Kinder sind mit "Homemade"-Essen und Gebäck aufgewachsen und haben keine Angst vor den Zutaten und Prozeduren. Esmé ist immer wieder überrascht, wie einfach es ist, ihre Freunde mit etwas Gebäck zu beeindrucken. Die können immer wieder nicht fassen, dass sie die Sachen wirklich selber macht! Seit meinem ersten Backbuch bäckt selbst Coco jetzt. Es ist immer wieder schön für mich, wenn Coco - ein manchmal schwieriger Teenager - zu meinem Buch greift und etwas daraus zubereitet!

Welches Kuchenrezept empfehlen Sie Menschen, die von sich behaupten: "Ich kann nicht backen?"

Ich glaube, es ist wichtig, ein Rezept drauf zu haben, mit dem man viele Sachen machen kann, wie das Rezept für den "1-2-3-4 Kuchen" aus dem neuen Buch: Man kann Cupcakes, runde Kuchen oder Kastenkuchen daraus machen - da kann nichts schief gehen. Es ist wie ein kleines, perfektes, schwarzes Kleid das man zu jedem Anlass tragen kann.

Ihre Kuchenkreationen sind so verführerisch, dass Suchtgefahr besteht. Wie schaffen Sie es, trotzdem schlank zu bleiben?

Ich treibe Sport und backe nicht für mich, sondern für Freunde und für meine Familie. Wenn ich alles selber essen würde, wäre ich nicht nur dick, sondern auch weniger beliebt!

Wie viel Kuchen essen Sie am Tag? Was ist momentan Ihr Favorit?

Oh, ich kann einfach keinem Cookie widerstehen - meine größte Schwäche! Ich liebe die ganz einfachen Chocolate Chip Cookies, aber wenn mir ein Peanutbutter Chocolate Chip Cookie über den Weg läuft, werde ich auch schwach. Im Moment bin ich verliebt in Müsli Cookies, weil ich ein ganz tolles Müsli mit getrockneten Erdbeeren und Äpfeln entdeckt habe! Von so was habe ich bis jetzt nur geträumt!

Was war bisher Ihr größter "Back- oder Koch-Unfall"?

Für mich ist das Backen und Kochen ein Prozess. Am Anfang habe ich mich wenig mit Zutaten ausgekannt. Für mich sind Zutaten wie Pigmente für einen Maler. Ich habe immer ein Bild vor Augen, auf das ich beim Kochen oder Backen hinaus will, und das ist mein Ziel. Gerade wenn ich ein neues Rezept entwickle, muss ich mich auf eine neue Auseinandersetzung mit den Zutaten einlassen. Manchmal dauert es, bis ich mein Ziel erreiche, wie zum Beispiel bei den Meat Pot Pies. Ich habe sie bestimmt ein Dutzend Mal ausprobiert: Sie waren nicht schlecht, aber auch nicht unglaublich und ich möchte nur unglaubliche Rezepte in meinen Büchern haben. Kurz bevor ich aus Verzweiflung aufgegeben habe, bin ich auf eine neue Idee gekommen. Ich war begeistert. Das Resultat ist im neuen Buch zu finden.

Zählen bei einem Kuchen mehr die inneren oder die äußeren Werte?

Hmm, das muss man verbinden. Ich verabscheue Kuchen, die aufgeblasen aussehen und keinen Geschmack haben oder nur süß sind, wie zum Beispiel Industrie-Backwaren. Wenn ein Kuchen von Hand gemacht wird, hat er eine andere Ästhetik. Und wenn er lecker schmeckt, wird er auch lecker aussehen.

Was essen Sie außer Kuchen am liebsten?

Ich liebe frische Beeren und Melone.

Bitte verraten Sie uns Ihre drei Lieblingsrestaurants weltweit.

Ich gehe gerne ins Nobu, London, Babbo in New York City, und Fischer’s Fritz in Berlin.

Was käme niemals auf Ihren Teller?

Ich kann mir nicht vorstellen ein Affen-Gehirn zu essen und ich mag auch keine Chicken McNuggets.

Essen Sie den Kuchen im Flugzeug?

Was glauben Sie?

Welches Nahrungsmittel wird Ihrer Meinung nach am meisten unterschätzt, beziehungsweise überschätzt?

Ich liebe Grafschafter Goldsaft. Für mich ist dieser Zuckerrübensirup ein Wunder in der Küche und in Deutschland total unterschätzt. Auf der anderen Seite finde ich, dass Salz und Sahne für manche Leute in der Küche die Antwort auf alles sind, deshalb bin ich sehr vorsichtig mit beidem. Ich nehme selten Sahne beim Backen oder Kochen und bin sehr konservativ mit Salz. Wenn ich den Geschmack vom Essen herausbringen möchte, versuche ich es mit anderen Mitteln wie frischen Kräutern oder Gewürzen.

Was ist das ungewöhnlichste Küchenutensil, das Sie besitzen?

Ich mache wirklich alles mit meinen Händen und bin sehr altmodisch, was Küchenutensilien angeht. Außer meiner Kitchen Aid-Maschine habe ich ungefähr dieselbe Ausstattung wie meine Großmutter und benutze meine Hände für fast alles.

>> Klicken Sie sich weiter zum Rezept für Ricotta Mascarpone-Käsekuchen und Nanaimo Bars, einer schokoladigen Versuchung, der Cynthia Barcomi schon als Kind nicht widerstehen konnte.

Weitere Informationen zu Cynthia Barcomi unter: www.cynthiabarcomi.com

Berlins Kuchenkönigin Cynthia Barcomi im fem.com-Interview

"Ich treibe Sport und backe nicht für mich, sondern für Freunde und für meine Familie", sagt Back-o-holic Cynthia Barcomi im fem-com-Interview, "wenn ich alles selber essen würde, wäre ich nicht nur dick, sondern auch weniger beliebt!"

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