Studie: soziale Väter – Hochzeit für die Kinder?

Donnerstag, 16.10.2008

Kate Hudson schwärmt von ihrem Stiefpapa Kurt Russell, Brad Pitt hat drei adoptierte Kinder. Doch nicht nur unter Promis tummeln sich viele "soziale Väter". Nun gibt's neue Erkenntnisse zum Thema.
Brad Pitt hat es schon lange geahnt: Ein guter Papa muss nicht unbedingt der Erzeuger seiner Kinder sein. Das ist nun auch das Ergebnis einer großen Studie zum Thema "soziale Väter", die an der Universität von Wisconsin-Madison durchgeführt wurde.
Immer mehr Kinder leben nicht mit ihrem richtigen Vater, sondern mit dem neuen Partner ihrer Mutter unter einem Dach. Deshalb wollten die US-Wissenschaftler wissen: Gehen soziale und leibliche Papas unterschiedlich mit dem Nachwuchs um?

Daten aus einer Langzeit-Studie
Um diese Frage beantworten zu können, analysierten die Forscher vielschichtige Daten von mehr als 2.000 Teilnehmern aus einer Langzeit-Familienstudie, die in zwanzig US-amerikanischen Großstädten durchgeführt worden war. Die Kinder, um die es dabei ging, waren meist unehelich geboren worden. Analysiert wurden jeweils die ersten fünf Lebensjahre.

Das überraschende Ergebnis der aktuellen Daten-Auswertung: Mit der Kindsmutter verheiratete soziale Väter wiesen mindestens die gleichen, in etlichen Fällen sogar bessere väterlichen Verhaltensweisen auf als biologische Erzeuger: Sie unternahmen viel mit ihren Stiefkindern und übernahmen eine überdurchschnittlich Erziehungs-Verantwortung.

Viel Vertrauen seitens der Mamas

In Interviews mit den Müttern der Kinder stellte sich zudem heraus, dass diese den verheirateten Stiefpapas besonders viel Vertrauen entgegenbrachten, was Kindererziehung und -pflege angeht. Männer, die nicht mit der Mutter ihrer Ziehsöhne und -töchter verheiratet waren, gaben sich deutlich zurückhaltender. Zwischen biologischen verheirateten und unverheirateten Vätern wurden keine signifikanten Unterschiede festgestellt.
"Alles in allem zeigen unsere Ergebnisse, dass die Ehe ein besserer Prädiktor für die Qualität der Elternschaft ist, als die Tatsache, ob jemand sozialer oder biologischer Vater ist", fassen die Wissenschaftler zusammen. Die Gründe dafür sind (noch) nicht erforscht - möglicherweise gibt aber erst eine Hochzeit Männern das Gefühl, so "richtig" zu Frau und Kind zu gehören und zieht dadurch ein größeres Engagement in punkto Erziehung nach sich. Die Studie wurde im "Journal of Marriage and Family" veröffentlicht.

Web-Tipp: Kuckuckskinder
Und was ist, wenn der soziale Vater denkt, er sei der leibliche Vater...?
Lesen Sie einen Artikel zum Thema Kuckuckskinder auf der fem-Partnerwebseite Miss Tilly.

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