Sleep-Texting – Ungewollte SMS

Mittwoch, 20.08.2008

Haben Sie auch schonmal mitten in der Nacht eine seltsame SMS bekommen, ohne dass der Absender sich später daran erinnern konnte? Der Grund dafür muss nicht unbedingt exzessiver Alkoholkonsum gewesen sein.
Immer mehr Handy-Nutzer berichten von solchen Vorfällen. "Baby, bist du da? Ich muss dir was erzählen", textete die 24-jährige Italienerin Jessica Castillo einem Bericht der kanadischen Tageszeitung "Toronto Star" nach an ihren Freund. Komisch nur, dass sich die Italienerin später nicht mehr daran erinnern konnte - und die SMS mitten in der Nacht abgeschickt worden war, als die junge Frau gerade tief und fest schlief.
Wissenschaftler von der American Academy of Sleep Medicine in Illinois, USA, halten es durchaus für möglich, dass Jessica die Nachricht im Schlaf getippt hat: "Simsen ist heute für junge Leute eine ebenso erlernte Verhaltensweise wie beispielsweise das Autofahren."

Der Ausdruck, dass man manche Dinge "im Schlaf" kann, kommt eben nicht von ungefähr.  
Schlafwandeln 2.0
"Sleep-Texting", übersetzt "Schlaf-Simsen", nennen Wissenschaftler das jüngste Phänomen der digitalen Neuzeit. Noch diskutieren die Forscher allerdings darüber, ob solche ungewollten Nachrichten wie im Fall Jessica Castillo tatsächlich im Schlaf, oder unbewusst in kurzen wachen Momenten verschickt werden.
Bei einer so genannten "Schlaf-Amnesie" kann das Gehirn bis zu drei Minuten lang wach sein, ohne dass dies der betreffenden Person bewusst wird. Es ist also möglich, dass man mitten in der Nacht aufwacht, das - meist auf dem Nachttisch liegende - Mobiltelefon nimmt, eine SMS verschickt und anschließend weiterschläft. Und das alles,  ohne sich am nächsten Morgen erinnern zu können.
Wirr oder nicht?
Ein Hinweis darauf, welche Form von "Schlaf-Simsen" vorliegt, könnte die Qualität der Nachricht geben. Ist diese kryptisch und unvollständig, so weist das eher darauf hin, dass der Absender tatsächlich schlafgewandelt hat. Bei Jessica Castillos kurzer, aber formvollendeter SMS dürfte es sich demnach eher um einen Fall von Schlaf-Amnesie gehandelt haben.
Fazit der Geschichte: Wer sich gefährdet glaubt oder gar seine Freunde schon des öfteren mit ungewollten nächtlichen Nachrichten beglückt hat, sollte das Handy nachts ausschalten und weit entfernt vom Bett deponieren. Ersteres ist übrigens auch für Freunde von "Sleep-Textern" ratsam: Ist es doch wesentlich erheiternder, eine wirre SMS des besten Freundes am Frühstücktisch zu empfangen, als mitten in der Nacht davon aus dem Schlaf gerissen zu werden.

Mehr zum Thema Schlaf bei fem:
>> Schlafkiller Mann

>> Keine Chance dem Jetlag

>> Zu schade für eine Nacht

Weitere Artikel

article
4377
Sleep-Texting
Ungewollte SMS
Haben Sie schonmal eine seltsame SMS bekommen, ohne dass der Absender sich später daran erinnern konnte? Der Grund muss nicht unbedingt exzessiver Al...
http://www.fem.com/lifestyle/artikel/sleep-texting-ungewollte-sms
20.08.2008 11:02
http://www.fem.com
Lifestyle

Kommentare