Seifen selber machen – Seifenwerkstatt

Dienstag, 22.01.2013

Kreativ sein und dabei nur Gutes an die eigene Haut lassen - das Herstellen von Seife ist ein entspannendes, fast meditatives Hobby. Am Ende steht ein individuelles Luxusprodukt.

Video: Seifen selber machen

So ziemlich jeder Mensch benutzt Seife, aber die wenigsten machen sich darüber Gedanken. Hauptsache, sie riecht gut. Dabei können Seifen den Säureschutzmantel der Haut schädigen und sogar zu Rötungen und Rissen führen. Keime haben dann ein leichteres Spiel. Außerdem gilt für Seifen das gleiche wie für die meisten Kosmetikprodukte: Viele Inhaltsstoffe können Allergien auslösen. In Industrieseifen stecken zum Beispiel Wirkstoffe, die sie haltbarer machen sollen, ihre Konsistenz beeinflussen oder gut duften. Da liegt der Gedanke nahe, Seife selbst herzustellen, um genau zu wissen, was drinnen ist - außerdem produzieren Sie auf diese Weise einen Vorrat an luxuriösen Geschenken.
Seifen selber machen: Fett mit Fett abwaschen

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Echte Seife wird aus pflanzlichen oder tierischen Fetten gewonnen. Sie entsteht durch einen chemischen Prozess, den man Verseifen oder Seife sieden nennt. Dafür werden die Fette in einer Lauge gekocht und dadurch in zwei Bestandteile zerlegt: Glycerin und in die Alkalisalze der Fettsäuren. Letztere sind die eigentliche Seife. Genau genommen bildet Fett also die Grundlage, um anderes Fett abzuwaschen. Das funktioniert so: In der Seife gibt es zwei Gruppen kleiner Teilchen (Anionen). Die eine Gruppe bindet sich an Wassermoleküle und die andere Gruppe lagert sich am Fett an. Deswegen lässt sich Fett in Kombination mit Wasser abwaschen - die Seife vereint beides.
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Die "Seifenwerkstatt" ist ein Gastbeitrag aus TickTack. Das Magazin ist Teil der Pink Ribbon-Kampagne für mehr Aufmerksamkeit zum Thema Brustkrebs. TickTack versteht sich als Magazin für bewusstes Leben mit einem breiten Themenspektrum: Von nachhaltigem Design und Lifestyle, über Freizeit und Urlaub, Inhalte zu Familie und Beruf bis hin zu Gesundheits-Themen. Alle Infos zur Kampagne und zum Magazin gibt's unter: www.pinkribbon-deutschland.de.
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Seifen selber machen: Zutaten
Wenn Sie als Hobby Seife selber machen wollen, sollten Sie das so genannte Kaltverfahren wählen. Dabei werden Fette und Lauge nicht gekocht, sondern bei Temperaturen bis zu 60 Grad zusammengeführt. Das ist in der Handhabung etwas leichter. Die Wahl der Zutaten ist eine Wissenschaft für sich, da alle Fette unterschiedliche Auswirkungen auf die Konsistenz der Seife, ihr Äußeres, den Schaum und die Hautverträglichkeit haben. Ein hoher Anteil Olivenöl lässt das Seifenstück zum Beispiel sehr hart werden und verhält sich mild gegenüber der Haut. Rapsöl ist für empfindliche Haut gut geeignet. Rizinusöl macht Seifen dagegen weich, schäumt aber gut.
Seifen selber machen: weitere Zutaten
Außerdem können Sie weitere Zutaten hinzufügen, mit denen Sie Ihre selbst gemachte Seife veredeln. Neben Farbstoffen für eine schöne Optik können das Duftstoffe sein und hochwertige Öle, die auf die Haut eine hohe Pflegewirkung haben. Bei der Gewichtung der Zutaten müssen Sie das Verhältnis zwischen den Fetten und der Lauge beachten. Falls Sie zu viel Lauge verwenden, wirkt die Seife leicht ätzend und greift Ihre Haut an. Umgekehrt bleibt bei wenig Lauge ein Anteil an Ölen zurück, der sich nicht aufspaltet und die Haut mit Feuchtigkeit versorgt. So produzieren Sie also eine rückfettende Seife.
Seifen selber machen: Rezepte
Für Anfänger macht es daher Sinn, fertige Rezepte zu verwenden und sie später mit etwas Erfahrung nach den eigenen Vorstellungen abzuwandeln. Dabei ist es übrigens wichtig, dass alle Zutaten zum Herstellen von Kosmetik zugelassen sind. Sonst müssen Sie mit Unverträglichkeiten oder sogar allergischen Reaktionen rechnen. Das gilt vor allem für Farb- und Duftstoffe. Außerdem verwenden Sie für Ihre eigenen Seifen am besten sehr hochwertige Zutaten, damit sich das Ergebnis positiv von industriell gefertigten Seifen abhebt. Nach Möglichkeit sollten Sie ausschließlich biologisch angebaute Rohstoffe nehmen.

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Seifen selber machen: Zutaten kaufen
Geeignete pflanzliche Fette können Sie durchaus im Supermarkt und in Naturkostläden kaufen. Natronlauge bekommen Sie in der Apotheke. Wenn Sie Seife selber machen wollen, können Sie die Zutaten also im Normalfall ohne größeren Aufwand erstehen.
Seife im Kaltverfahren selbst machen:
Das Kaltverfahren läuft immer nach dem gleichen Prinzip ab, unabhängig vom jeweiligen Rezept. Dieses Prinzip stellen wir Ihnen hier vor:
- Die vorher fest gelegte Mischung an Fetten wird genau abgewogen und dann in einem Edelstahltopf langsam erhitzt, bis die Fette geschmolzen sind.
- Parallel setzten Sie die Natronlauge an, indem Sie ein wenig Ätznatron in destilliertes Wasser geben. Niemals umgekehrt, sonst spritzt das Gemisch hoch!
- Die flüssigen Fette sollten jetzt eine Temperatur zwischen 40 und 60 Grad Celsius haben. Nun können Sie die Natronlauge hinzugeben. Wichtig: Da der chemische Prozess zu einer Erwärmung führt, darf der Topf nicht mehr auf dem heißen Herd stehen, sonst steigt die Temperatur zu stark an.
- Die Verseifung beginnt. Sie können sie durch Rühren per Hand oder noch einfacher mit einem Stabmixer beschleunigen. Dann dauert es etwa eine halbe Stunde, bis sich die Masse ausreichend verdickt hat. Den Zeitpunkt können Sie einfach erkennen. Es ist so weit, wenn Sie mit dem Mixer Spuren hinterlassen können, die nicht sofort wieder verschwinden. Man sagt auch, Sie können "auf der Seife schreiben".
– Jetzt mengen Sie bei Bedarf weitere Zutaten unter, etwa pflegende Öle, Duftstoffe oder Färbemittel.
Autorin: Nicole Lücke
Weitere Informationen:
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Seifen selber machen ist ganz leicht - fem.com und das Magazin TickTack verraten, wie es geht.

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