Schwiegermütter: Typen – Keine Schwiegermonster

Dienstag, 31.08.2010

Von wegen böse: Laut einer neuen Studie sind Schwiegermütter von heute viel besser als ihr Ruf. Das hat seine Gründe.

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Es gibt Schwiegermütter-Witze, Filme wie "Das Schwiegermonster", jede Menge böse Klischees und sogar einen stacheligen Kaktus mit dem Namen "Schwiegermutterstuhl". Schwiegermütter genießen nicht das beste Ansehen - und es wird schon fast davon ausgegangen, dass Frauen sich nicht gut mit der Mutter ihrer Männer verstehen können.

Die Psychologin Dr. Andrea Kettenbach aus dem Lehrgebiet "Psychologie des Erwachsenenalters" der FernUniversität in Hagen ist dem Wahrheitsgehalt dieser Klischees im Rahmen ihrer Doktorarbeit auf den Grund gegangen - und kam zu einem überraschenden Resultat: "Schwiegermütter sind besser als ihr Ruf."

Fragebögen und Interviews

Kettenbach befragte 34 verheiratete Mütter nach ihren Schwiegermüttern. Die Schwiegertöchter sollten beurteilen, in wie weit bestimmte Aussagen auf ihre Schwiegermutter zutreffen. Anschließend führte die Psychologin ausführlichere Leitfadeninterviews mit den Probandinnen durch.

Mehrheitlich bekamen die Schwiegermütter gute Noten. Es wurde sogar von der Schwiegermutter als Freundin geschwärmt. "Das negative Bild ist ein Ãœberbleibsel aus vergangenen Jahrhunderten", erklärt Kettenbach. "Wenn die jungen Frauen in das Haus des Mannes zogen, haben sie mit ihrer Schwiegermutter konkurriert: Wer ist die bessere Hausfrau, wer ist die bessere Mutter und wer ist die attraktivere Frau?"

Klare Ansagen machen
Heute sei das Konfliktpotenzial deutlich geringer. Falls es mit der Schwiegermutter doch einmal zu Reibereien kommt, empfiehlt die Psychologin ein klärendes Gespräch. "Häufig gibt es Probleme, weil Erwartungen nicht klar kommuniziert und keine Grenzen definiert werden. Vielleicht weiß die Schwiegermutter ja gar nicht, dass ihre gut gemeinten Tipps nicht auf Gegenliebe stoßen." 

Aus Sicht der Schwiegertöchter gibt es vier verschiedene Schwiegermutter-Typen: Typ eins ist die liebe Schwiegermutter. Sie ist so, wie man sie sich wünscht: fürsorglich und aufmerksam. Typ zwei ist das genaue Gegenteil: die böse Schwiegermutter, gemein, hinterhältig und einmischend. Die beiden "Zwischen-Typen" drei und vier sind zum einen die nervige aber nützliche und zum anderen die defensive und desinteressierte Schwiegermutter.

Mit dem Ergebnis hatte Andrea Kettenbach nicht gerechnet: "Ich hätte nicht gedacht, dass es zwischen der 'lieben' und der 'bösen' Schwiegermutter noch zwei Typen gibt, die sich inhaltlich so klar abgrenzen lassen."

Thema ziemlich unerforscht

Mit ihrer Schwiegermutter-Typologie hat die Psychologin das Thema Schwiegermütter erstmals aus wissenschaftlicher Sicht beleuchtet. "Fast jeder kennt oder hat eine Schwiegermutter. Ich war vollkommen überrascht, dass das Thema bisher kaum wissenschaftlich erforscht wurde", so Kettenbach.

Die Wissenschaftlerin selbst hat im Übrigen keine Probleme mit ihrer Schwiegermutter: "Natürlich gibt es Höhen und Tiefen, aber insgesamt komme ich gut mit ihr aus."

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Das Schwiegermonster

Auch wenn sie in Filmen wie "Das Schwiegermonster" (mit Jennifer Lopez und Jane Fonda, Bild) schlecht wegkommen - in Realität sind Schwiegermütter meistens ziemlich nett.

 

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