Schweighöfer und Mücke im Interview – "Wir reden nur noch über Facebook"

Donnerstag, 14.01.2010

Facebook, Fußpilz, Freundschaften: fem.com hat Matthias Schweighöfer und Friedrich Mücke zum Interview getroffen.

"Verrückte Hühner" kichert ein Kollege. Besagte Hühner: die beiden Berliner Jungs Matthias Schweighöfer und Friedrich Mücke. Die beiden Jungstars promoten ihren neuen Film "Friendship!", der seit 14. Januar in den Kinos läuft.

Schweighöfer ist erst 28 Jahre alt und doch schon eine Art Koryphäe des deutschen Films. In den letzten Monaten war er in mehreren Film- und TV-Produktionen zu sehen, ist kürzlich zelebrierender Papa geworden und nimmt im Gespräch seine Rolle als Spaßmacher ernst. Hämorriden, Fußpilz und Durchfall, warum auch nicht.

Friedrich Mücke, der bislang eher dem Münchner Theaterpublikum ein Begriff war, kann zwar auf weniger Filmerfahrung, aber nicht auf weniger Charme zurück blicken. Und auch er lässt keinen Witz aus und braucht sich nicht hinter seiner dicken Heinz-Erhardt-Brille verstecken. Er ist "heiß" auf Friendship!, verrät er, außerdem noch glatt rasiert - am gleichen Abend ist nämlich die Premiere des Films und die Medienaufmerksamkeit groß. fem.com hat die beiden Hühner am Tag der Premiere in Berlin getroffen.

Was ist das Krasseste, was ihr in eurem Leben gemacht habt?
Schweighöfer: Ich hatte mal Durchfall und musste kotzen gleichzeitig - das war krass (lacht). Na, ihr habt ja gefragt. Hm, was haben wir Verrücktes gemacht? Ich bin eine Zeitlang wie ein Bekloppter alle drei Tage zu meiner Freundin nach Freiburg und 1.000 Kilometer hin- und zurückgefahren, um sie zu sehen und ihr zu zeigen: Ich bin da, wenn du mich brauchst. Aber das ist jetzt nicht sensationell aufregend.

Bei der Wende wart ihr beide acht Jahre alt. Woran erinnert ihr euch?
Mücke: Ich habe mir gleich diese Autos zum Zusammenstecken gekauft, Connectable von Hot Wheels.

Schweighöfer: Ich war sauer, ich dachte mir: "Jetzt hab ich schon so lange durchgehalten als Jungpionier , da habe ich es jetzt auch verdient, Thälmann-Pionier zu werden." Dann bin ich zu Hertie am Ku’damm und hab‘ mir Überraschungseier gekauft - und gedacht: der Westen ist ja echt geil. Da ist sogar was zum Basteln in der Schokolade, krasser geht’s ja gar nicht. Wir hatten nur Schokolade...

Fühlt ihr euch eigentlich als Ossis?
Beide: Ja!

Und woran zeigt sich das?
Schweighöfer: Unsere ganze Familie kommt aus dem Osten und wir sind so ein bisschen die letzte Generation, die noch alles auch vor der Wende miterlebt hat. Jetzt wohne ich in Berlin/Mitte, in einer Straße, die total bunt, schick und stylish ist und mit mir lauter Münchner und Stuttgarter. Ich kenne die ganze Ecke noch, als sie Grau war - da standen vielleicht drei Autos in der Straße und das waren nur Berliner.

Stört dich das?
Schweighöfer: Das soll gar keine Wertung sein. Ich habe es halt einfach noch so erlebt, wie es damals aussah. Jetzt ist es auf einmal eine komplett andere Stadt.

Im Film spielt ihr beste Freunde, die sich schon ewig kennen. Was würdet ihr auch euren engsten Freunden niemals erzählen?
Schweighöfer: Hämorriden sind ein schwieriges Thema.

Mücke: Fußpilz auch.

Schweighöfer: Aber sonst würde ich mit meinen Freunden alles bequatschen. Aber ich hatte da mal einen Freund, den Namen sag ich jetzt nicht, der hatte Hämorrhoiden und wir haben uns gewundert, weil er an Silvester die ganze Zeit in der Wohnung auf dem Bauch lag. Und niemand wusste was mit ihm war. 'Setz dich doch mal aufs Sofa' - und er nur 'Nönö'. Bis ich ihn im Krankenhaus besucht habe, als ihm das rausoperiert wurde. Das war Wahnsinn. Die Geschichte wird ewig rumgehen...

Ihr beide wart für den Dreh von Friendship! zum ersten Mal in den USA. Wie war’s?
Mücke: Ja, das stimmt. Das Fliegen war für mich am krassesten, genauso wie für Matthias, da habe ich Todesängste ausgestanden. Zum wiederholten Male, obwohl ich noch dachte: 'Jetzt war ich schon in Bolivien, da kann ich ja wohl locker in die USA …' Aber das war noch viel schlimmer. Sonst erinnere ich mich noch an unseren ersten Burger. Und die großen Straßen und riesigen Autos.

Schweighöfer: Ja, und die Parklücken, da kann man ja Häuser drauf bauen - riesig!

Habt ihr die Reise dann ähnlich gemacht wie im Film, von New York nach San Francisco?
Schweighöfer: Nein, wir haben uns beide zum ersten Mal überhaupt in Albuquerque zu Thanksgiving getroffen und dann die ganze Nacht durchgemacht bis in der Früh um 9 Uhr, als wir Probe hatten.  Und dann nach L.A., San Francisco, alles mit dem Auto abgefahren. Ich war zwischendrin noch in Las Vegas. Und dann nach New York, danach sind wir zusammen nach Berlin.

>> Hier geht's zum zweiten Teil des Interviews

Matthias Schweighöfer und Friedrich Mücke für fem.… - MyVideo

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Matthias Schweighöfer und Friedrich Mücke alias Tom und Veit wollen nach dem Fall der Mauer nach San Francisco reisen. Die Geschichte beruht auf wahren Elementen - Koproduzent Tom Zickler (unten im Bild mit den Hauptdarstellern bei der Filmpremiere) hat diese Reise selbst unternommen. Auch interessant: Schweighöfer und Mücke waren zum Filmdreh das erste Mal in den USA - also auch privat ein Roadtrip...

 

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14.01.2010 14:47
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