Schutz für die Ohren – Achtung, laut!

Donnerstag, 13.11.2008

Fast jeder hört heute unterwegs Musik über einen MP3-Player - manch einer so laut, dass die Umgebung mitbeschallt wird. Das kann gefährlich werden. Wie Sie Hörschäden vorbeugen.

Mediziner und Wissenschaftler sagen für die Zukunft ein Massenleiden voraus: Schwerhörigkeit. Sie befürchten, dass durch den extremen Musikkonsum über Kopfhörer sehr viele Menschen Gehörschäden bekommen werden. Besonders In-Ear-Kopfhörer gelten als gefährlich: Sie sind bis zu zu zehn Dezibel lauter als so genannte Supra-Aural-Kopfhörer, die man man auf die Ohren setzt.

Schleichender Hörverlust

Natürlich wird niemand von einem Tag auf den anderen taub. Das Gehör nimmt durch zu viel Lärm schleichend ab - es kann bis zu zehn Jahre dauern, bis sich Hörsünden bemerkbar machen. Bei der Schädigung an sich registriert man kaum etwas: Ein kaputtes Ohr tut nicht weh, sondern rauscht oder piept - dies ist aber häufig nur dann wahrnehmbar, wenn man sich nach einem Konzert oder einer Diskonacht wieder in ruhiger Umgebung befindet oder die Kopfhörer von den Ohren nimmt.

Nur Ruhe hilft

Wer solche Effekte feststellt, sollte seine Ohren sofort mit Ruhe verwöhnen. Eine einmal komplett zerstörte Hörzelle kann sich nicht mehr regenerieren - und der menschliche Körper besitzt davon lediglich 18.000 Stück, wesentlich weniger, als er Sehzellen hat (125 Millionen).

Zu laute Musik

Gefährlich ist natürlich nicht Musikgenuss an sich: Es kommt auf die Häufigkeit und vor allem auf die Lautstärke an. Laut einer Erhebung des britischen "Royal Institute for Deaf People" hören rund 39 Prozent aller 18- bis 24-Jährigen täglich mindestens eine Stunde Musik über Kopfhörer. Rund ein Viertel aller MP3-Nutzer drehen einer anderen Studie zufolge den Volume-Regler viel zu hoch.

Niemals komplett aufdrehen!

Bereits 80 Dezibel gelten als gehörschädigend - das entspricht der Lautstärke eines schrillen Telefonklingelns. Viele Abspielgeräte haben aber eine Leistung von mehr als 100 Dezibel! Auf maximale Lautstärke darf man Geräte deshalb niemals drehen. Vetretbar sind höchstens 50 Prozent der möglichen Dezibelzahl.

Spezielle Kopfhörer schützen

Einige Hersteller reagieren auf das Problem: Die Firma "Phonak" verkauft zum Beispiel In-Ear-Kopfhörer, die für ein gutes Hörerlebnis ohne hohen Dezibelpegel mit unterschiedlichen Audiofiltern versehen werden können. Ein Filter betont Bässe und Höhen, ein anderer hebt Mitteltöne hervor. Der Nutzer kann mit einem Werkzeug beliebig wechseln - je nachdem, welche Musik er gerade hört. Zudem unterdrücken die "Audéo Perfect Fit Earphones" (www.audeoworld.com, ca. 119 Euro) durch Schaumstoff-Ohrkomfort-Stücke Umgebungslärm, so dass man seine Lieblingsmusik auch bei sehr niedriger Lautstärke hundertprozentig genießen kann. Häufig ist nämlich der Krach um uns herum der Grund dafür, dass wir den Volume-Regler zu hoch drehen.

Begrenzungspflicht für Hersteller?

Derzeit wird über ein EU-Gesetz diskutiert, das die Hersteller von MP3-Playern und Kopfhörern verpflichten soll, die maximale Lautstärke ihrer Geräte auf 100 Dezibel zu begrenzen - ein immer noch sehr hoher Wert. Das Unternehmen Apple stattet bereits jetzt alle iPods, die in der Europäischen Union verkauft werden, mit eingebauten Lautstärkebegrenzer aus.

Schutz auf Konzerten

Für Live-Konzerte und Diskotheken raten Experten zu speziellen Lärmstoppern (erhältlich z.B. unter www.sonicshop.de) oder zu Ohropax.
Online-Hörtest
Sie möchten überprüfen, ob Ihr Gehör noch einwandfrei funktioniert? Ein Online-Test bietet erste Anhaltspunkte. Bei Problemen sollten Sie aber auf jeden Fall einen Ohrenarzt oder Hörgeräteakustiker aufsuchen.
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