Schönheits-OPs: Botox – Emotionslos durch Botox?

Dienstag, 22.07.2008

Menschen mit Botox in der Stirn sehen nicht nur weniger zornig aus - sie fühlen sich wohl auch so. Das ist eine Nebenerkenntnis einer Studie der TU München, die den Fans von Botox und Co. zu denken geben sollte.

Erstmals haben Neurowissenschaftler und Psychologen die Hirnströme von Menschen gemessen, deren Zornesfalte mit Botulinumtoxin unterspritzt wurde. Das Ergebnis: Das Spritzen von Botox schwächt nicht nur die emotionale Mimik, sondern führt auch dazu, dass sich die Hirnaktivität in den Bereichen unseres Gehirns, die für die Emotionen zuständig sind, verringert.
Diese Untersuchung ist allerdings nur ein Puzzlestein in einem höchst interessanten Forschungsbereich: Dem der zwischenmenschlichen Übertragung von Emotionen. Wie es kommt, dass wir die Gefühle unserer Mitmenschen wahrnehmen und interpretieren können, das wollten die Wissenschaftler der TU München herausfinden.
Klar war bisher, dass Menschen häufig unbewusst den Gesichtsausdruck ihres Gegenübers imitieren. Außerdem gibt eine weitere Theorie - nämlich die des "emotionalen Feedbacks": Sie besagt, dass unsere emotionale Mimik ein Verstärker für unsere Gefühle ist. Ob wir nun zornig schauen oder lächeln, wir benötigen unsere Gesichtsmuskulatur dafür. Es wurde nun angenommen, dass die Gesichtsmuskulatur, wie auch die Gesichtshaut, je nach Emotion spezielle Signale an unser Gehirn weitergeben. Wir freuen uns, lachen deshalb und weil wir lachen, freuen wir uns noch mehr.
Das kann übrigens auch jeder am sich selbst ausprobieren: Auch wenn Sie gerade gar keinen Grund zum Lächeln haben, tun Sie es einfach mal für eine kurze Zeit. Sie werden feststellen, dass sich ihr Gemütszustand tatsächlich verbessert.
Um zu beweisen, dass es das emotionale Feedback wirklich gibt, bedienten sich die Wissenschaftler der umgekehrten Methode, sie schalteten es aus. Den Versuchsteilnehmern wurde Botox gespritzt, um ihre emotionale Mimik für kurze Zeit zu schwächen. Das Ergebnis: Die Testpersonen konnten nicht nur weniger zornig dreinschauen, in ihren Gehirnen gab es vereinfacht gesagt auch weniger Zorn-Aktivität.
Sollte die Botox-Theorie stimmen, müsste Ähnliches auch für geliftete Menschen gelten.
Man betrachte beispielsweise den Extremfall Amanda Lepore: Bei ihrem Lächeln assoziieren wir eigentlich nur noch ein Gefühl - und zwar Schmerz. Zum einen, weil man es sich als ziemlich schmerzhaft vorstellen muss, bei so einem Extrem-Face-Lift überhaupt zu lächeln - zum anderen, da wohl die meisten Menschen beim Anblick von Amanda Lepore einfach nur das Gesicht verzerren!
Klicken Sie sich durch die Bildergalerie der gebotoxten und gelifteten Stars!

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22.07.2008 17:09
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