Reisetipps Kanaren – Tanz auf den Vulkanen

Sonntag, 28.03.2010

Europas südlichste Inseln haben mehr zu bieten als Bettenburgen und Sonne satt. fem.com präsentiert drei Top-Tipps für eine Auszeit auf den Kanaren.
1. Fuerteventura: Surfen am Hotspot
Am Flughafen in Puerto del Rosario auf Fuerteventura sind es vor allem die Surfer, die in kurzen Shorts und mit lässigem Kinnbart aus der Schalterhalle schlürfen. Board und Rigg werden durch die extra großen Tore des Terminals geschleppt und das Mietauto bis unter die Heckklappe beladen. Ziel sind die vielen Surfareale der Insel wie die Spots von Corralejo für Speed-Freaks oder die Westküste mit ihren riesigen Brandungswellen für die Spitzenkönner unter den Fun-Surfern. Rund um Fuerteventura kreuzen Windsurfer um die Wette, wirbeln Kitesurfer durch die Luft, und treten Wellenreiter zum Wasser-Workout an.

Kurztrip Kanaren – Windsurfen und Vulkan-Wandern

Der Wind-Hit: Sotavento Playa
Vor 26 Jahren karrte auch der Schweizer René Egli in seinem Bulli seine Surfbretter auf die Insel. An der "Sotavento Düse" fand er den perfekten Spot für sein Pro Center, das sich über die Jahre zur großen Windsurf-Basis gemausert hat. Faucht der Nordost-Passat, sorgt er zuverlässig für Traumbedingungen am Playa Sotavento, dem längsten Sandstrand der Kanaren. Die Cracks sprechen vom "doppelten Düseneffekt", wenn der Wind zwischen zwei Bergzügen beschleunigt und zusätzlich unter die von der Sonne aufgeheizten Luft kriechen muss. Wenn er dann aufs offene Meer trifft, löst sich die Kompression und die Windstärke nimmt noch einmal zu. Rauschhafte Zustände, die auch die Profis der Szene zu schätzen wissen: Jedes Jahr im August findet hier der Professional Worldcup der Windsurfer statt. Für Anfänger wurde ein zweites Center am südlichen Ende der drei Kilometer langen Lagune eröffnet. Bei Flut steigt das Wasser knietief an und bietet einen leichteren Einstieg ins Surferglück. Weitere Informationen unter: www.rene-egli.com.
2. Lanzarote: Willkommen auf Vulkanien
Von Corralejo aus schaukelt der Fred Olsen Express seine Passagiere in 20 Minuten über das offene Meer zur Anlegestelle von Playa Blanca auf Lanzarote. Willkommen auf der Insel, wo Atlantik-Brecher gegen feuerrote Vulkanfelsen krachen, schwarzer Sand durch die Zehen rieselt, Biker entlang der Feuerberge strampeln, Dromedare durch die Lavawüste schreiten und Wein aus Asche wächst. In Lanzarotes ältester Bodega "El Grifo" darf der edle Tropfen von jedermann verkostet werden. Deren Weißwein "Semidulce" hat der wohl bekannteste Kanare César Manrique als sein Lieblingsgetränk auserkoren. Der Architekt und Künstler designte nicht nur das Flaschenetikett, sondern hinterließ mit seinen Skulpturen, Bauten und Gärten überall auf der Insel seine kreativen Spuren.
Der Glutofen von Timanfaya

Teuflisch: Manriques Restaurant "El Diablo" inmitten des Timanfaya Nationalparks, wo Fisch und Fleisch auf dem Vulkangrill brutzeln. Wirklich ein heißes Pflaster: In nur zehn Metern Tiefe herrschen Temperaturen wie im Glutofen, denn noch immer brodelt Magma unter den Feuerbergen. Gigantische Vulkanausbrüche haben das Timanfaya-Gebiet - dort wo früher Ziegenherden grasten -  in eine raue Mondlandschaft verwandelt. Sechs Jahre lang zischte und kochte Lanzarote und noch heute, über 250 Jahre später, erinnert die Fahrt durchs Aschefeld an Filmszenen aus Apocalypse Now: Kein Laut, kein Baum, kein Leben auf  51 Quadratkilometern Lavawüste, die nur auf organisierten Touren zugänglich sind. Langsam schlängelt sich der Bus um erstarrte Schlacke, Kegel und Krater während  schaurig-schöne Musik von Strauss und Beethoven aus dem Lautsprecher tönt - als Soundtrack für eine bizarre Laune der Natur. Weitere Infos zum Nationalpark unter: www.lanzarote.com/de/timanfaya.
3. La Palma: Trekking auf der grünen Insel
Ganz anders, aber nicht weniger ungewöhnlich die Reize von La Palma - der Heimat von High Heel-König Manolo Blahnik. Der Schuhdesigner wurde hier geboren und lernte schon mal aus Stroh und Stoff Espandrilles zu fertigen, bevor er auszog, die Damenwelt mit edlerem Design zu beglücken. Auf La Palma ist festes Schuhwerk aber sehr viel nützlicher als Stilettoabsätze: Die grüne Insel ist ein Trekkingparadies. Wer hierher kommt, sucht unberührte Natur, nicht das mondäne Partyleben oder die Hängematte am Atlantikstrand. Von üppig grünen Lorbeerwäldern über Drachenbäume bis hin zum tiefschwarzen Lavafeld gibt es hier jede Menge zu entdecken.


Gigantisch: die Taburiente-Senke
Der Höhepunkt: der Caldera de Taburiente Nationalpark. Mit neun Kilometern Durchmesser einer der größten Vulkankrater der Erde. Tipp: Vom Restaurant "Balcón Taburiente" lässt sich erster Sichtkontakt aufnehmen, denn die Terrasse hängt förmlich über einer der Steilwände, die den Riesenkessel bilden. Der Blick schweift über mächtige Kanarenkiefern und zackige Bergspitzen hinein ins Innere der Caldera. Aus gutem Grund kommt hier oft Deftiges auf den Tisch: Das Lokal wird hauptsächlich von hungrigen Wanderern gestürmt, die ihre Energiespeicher wieder auffüllen wollen. Wer auf Entdeckungstour geht, braucht Ausdauer und vor allem Zeit.

Auf einem 70 Kilometer langen Wanderwegnetz lässt sich der Krater erkunden, und wie überall auf La Palma gilt: Was auf der Karte wie ein Katzensprung aussieht, dauert vor Ort oft Stunden. Wie Winzlinge fühlen sich die Talgänger beim Anblick der himmelhohen Felswände. Über den Wolken, auf dem Roque de los Muchachos in über 2.000 Metern Höhe, ist man dem Himmel tatsächlich ganz nah: Mit dem größten Teleskop der Welt beobachten Sternforscher jede Nacht das kanarische Staraufgebot. Alles Wissenswerte zu La Palma unter: www.lapalmaturismo.com.
Text: Barbara Mühlberger

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La Palma ist nicht ohne Grund ein Trekking-Paradies. Auf der grünen Insel gibt es jede Menge zu entdecken - von üppig bewachsenen Tälern und Hängen bis hin zum tiefschwarzen Lavafeld.

 

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