Paar-Streit an Weihnachten – Zoff unterm Tannenbaum

Sonntag, 14.12.2008

Dass Weihnachten nicht unbedingt das Fest der Harmonie ist, hat sich schon herumgesprochen. Eine Umfrage deckt auf, weshalb sich Paare jetzt besonders häufig in die Haare kriegen.
Das Leben ist kein Kindergeburtstag. Und Weihnachten ist kein Bilderbuch-Ereignis. Zumindest nicht für diejenigen, die bereits etliche Heilige Abende erleben durften und nun für das Fest der Feste ein gefühltes Groß-Event organisieren müssen.
Auch, wenn die Weihnachtstage eigentlich ausschließlich aus gutem Essen, Kerzenschein, rührenden Adventsgesängen und innigen Liebesbekundungen bestehen sollten - die Realität sieht anders aus. Ungewohnte Familienzusammenkünfte und Festtagsstress können auch bei sonst außerordentlich harmonischen Paaren zu Missstimmungen führen. Aber was sind die häufigsten Anlässe für weihnachtliche Auseinandersetzungen? Eine repräsentative Studie des Marktforschungsunternehmens Innofact im Auftrag von Parship.de hat sie ans Licht gebracht.

Wo verbringen wir die Feiertage?

Besonders kritisch ist demnach die Frage, wo die Feiertage verbracht werden sollen. Bei den Schwiegereltern, den eigenen Eltern oder doch lieber zu Hause? 31 Prozent aller Studienteilnehmer gaben an, sich über dieses Thema mit dem Partner schon sehr häufig gestritten zu haben. fem.com rät: Regeln Sie die Feier-Frage bereits frühzeitig - und zwar verbindlich nach dem Motto: "Ein Jahr fahren wir zu deinen Eltern, ein Jahr zu meinen und das darauffolgende Jahr soll zu uns kommen, wer mit uns feiern mag."
Streitthema Nummer zwei klingt zunächst eher nichtig, kann aber zu erbitterten Diskussionen führen: die Weihnachts-Deko. Er mag's bunt mit blinkender Lichterkette, Lametta und Glitzer-Kunstschnee, weil ihn das "an seinen USA-Aufenthalt vor zehn Jahren erinnert" - sie bevorzugt es schlicht und das Farbenfroheste, das ihr ins Haus kommt, sind rote Holzäpfel auf grünen Tannenzweigen.

Die Lametta-Frage

Selbst Paare, die sich bei dem Besuch eines großen schwedischen Möbelhauses noch nie ernsthaft in die Haare gekriegt haben, können an der Weihnachts-Deko-Frage scheitern. Von Toleranz keine Spur! Einzige Lösung: Handeln Sie einen fairen Kompromiss aus ("Du darfst deine bunte Lichterkette im Garten aufhängen, dafür kommen an den Weihnachtsbaum nur Holzäpfel") - oder machen Sie's wie bei der Feier-Frage: ein Jahr bunte Glitzerwelt, das nächste stilvolle Zurückhaltung...
Sie putzt seit Wochen die Wohnung, erstellt Speisepläne für die Familienfeier, kauft die Geschenke für die Kinder und ist schon zwei Wochen vorm Fest einem Nervenzusammenbruch nahe. Er macht sich's auf der Couch gemütlich, geht mit Freunden zahlreiche Weihnachts-Biere trinken und kommentiert die Frage, ob er nicht mal helfen könne, mit dem Satz "Mach dir doch nicht so einen Stress, Liebling!" Da ist der große Knall vorprogrammiert.

Hausputz nach dem Fest birgt Konfliktpotenzial

13 Prozent aller Paare streiten sich über die Arbeitsteilung bei den Weihnachtsvorbereitungen, zehn Prozent nehmen aber auch den Hausputz nach dem Fest als Anlass, die Fetzen fliegen zu lassen. Am Heiligen Abend selbst sorgt die Auswahl der Musik bei sieben Prozent aller Befragten für Diskussionen. Erstaunlich: Wenig Grund für schlechte Stimmung bieten die Kirchen-, Kleider- und Essensfrage.
"Die meisten Menschen freuen sich auf Weihnachten. Trotzdem sind die Feiertage für viele Paare mit einem großen Stressfaktor verbunden - besonders, wenn Kinder im Spiel sind. Nicht selten legen Familien an Weihnachten Hunderte Kilometer zurück, um die Verwandtschaft glücklich zu machen", erklärt Diplom-Psychologin Nicole Schiller-Köble.

Was die Diplom-Psychologin rät

Ihr Ratschlag: "Um Stress und Auseinandersetzungen zu vermeiden, sollten sich Paare frühzeitig Gedanken darüber machen, wie sie die Feiertage verbringen wollen. Treffen Sie eine gemeinsame Entscheidung, auch wenn sie mit Kompromissen einhergeht, und informieren Sie dann rechtzeitig Kinder, Eltern und Schwiegereltern. So kann man zwar nicht vermeiden, dass sich Opa, Oma oder andere Personen eventuell benachteiligt fühlen, aber als Paar hat man die Möglichkeit, die Feiertage deutlich entspannter zu verbringen."
Die Umfrageergebnisse im Überblick:
Worüber streiten Sie sich mit Ihrem Partner in der Weihnachtszeit am häufigsten?
1. Wo die Feiertage verbracht werden: 31%
2. Weihnachtsdekoration: 17%
3. Arbeitsteilung bei Weihnachtsvorbereitungen: 13%
4. Hausputz nach dem Fest: 10%
5. Weihnachtsmusik: 7%
6. Ob der Fernseher angeschaltet werden darf: 6%
7. Ob man in die Kirche geht oder nicht: 4%
    Was an Weihnachten gegessen wird: 4%
8. Wer an den Feiertagen kocht: 2%
    Welche Kleidung getragen wird: 2%
Die Studie wurde unter rund 1.000 Männern und Frauen im Alter von 14 bis 65 Jahren durchgeführt.
Mehr zum Thema Weihnachten auf fem.com:
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