Oswalt Kolle – Chefaufklärer und Frauenversteher

Mittwoch, 24.09.2008

Er galt als Aufklärer der Nation und wollte die Erotik der Frauen sexualisieren. Womit Oswalt Kolle berühmt wurde.
In wenigen Tagen wird er 80 Jahre alt. Trotzdem geht es in Oswalt Kolles Leben nicht gerade ruhig zu: Anfang des Monats ist seine Biographie erschienen ("Ich bin so frei: Mein Leben", Rowohlt Verlag, 19,90 Euro) und jetzt führt er den Zuschauer auch noch durch die Fernseh-Doku "Sexreport 2008 - So lieben die Deutschen" (ProSieben, www.prosieben.de, samstags 22.15 Uhr).
Bekannt wurde Oswalt Kolle in den 1960er-Jahren. Wer damals noch nicht auf der Welt war, dem ist zwar sein eingängiger Name ein Begriff - und "dass der irgendwas mit Sex zu tun hatte" spukt vielleicht auch noch im Kopf herum. Aber wie war das nochmal genau..?


fem rekapituliert Oswalt Kolles große Erfolge:

  • Geboren am 2. Oktober 1928 in Kiel als Sohn des Psychiaters Kurt Kolle, kam Oswalt nach dem zweiten Weltkrieg und einer Ausbildung in der Landwirtschaft zum Journalismus und wurde 1951 Lokalchef der Boulevardzeitung "Frankfurter Nachtausgabe". Wenige Jahre später avancierte er zum stellvertretenden Chefredakteur der Zeitschrift "Star Revue", die 1966 mit der "Neuen Illustrierten" zur "Neuen Revue" zusammengelegt wurde. Für die "Neue Revue" und die damals sehr bedeutende Illustrierte "Quick" schrieb Oswalt Kolle etliche viel beachtete Serien. Zudem druckte die Quick immer wieder Vorab-Auszüge aus seinen Aufklärungsbüchern ab.
  • In den 1960er- und 70er-Jahren wurde Kolle zum "Auflärer der Nation": Er verfasste zahlreiche Bücher, Artikel und sonstige Publikationen über Sexualität. Sein erster Bestseller war 1964 "Dein Kind, das unbekannte Wesen", der sechs Jahre später verfilmt wurde. Schauplatz des Films ist der FKK-Strand von Sylt, wo Kolle vor laufender Kamera ein Aufklärungsgespräch mit seinen beiden Söhnen führt und mit seiner Tochter über Verhütungsmethoden spricht (der Film wird am 12. Oktober 2008 um 00:10 Uhr auf ProSieben gezeigt). Im Buch geht es vor allem um kindliche Sexualität - damals noch ein großes Tabuthema. Der große Durchbruch gelang Kolle 1967 mit der Serie "Das Wunder der Liebe", die in der "Neuen Revue" erschien und später ebenfalls verfilmt wurde.
  • Zwischen 1968 und 1972 produzierte Kolle sechs weitere Aufklärungsfilme. Trotz zahlreicher Proteste und viel Kritik sorgte er damit international für klingelnde Kinokassen. 140 Millionen Menschen auf der ganzen Welt sahen Kolles Dokumentationen mit Titeln wie "Was ist eigentlich Pornografie?", "Deine Frau, das unbekannte Wesen" und "Liebe als Gesellschaftsspiel". Im Zentrum stand immer die Enttabuisierung einer freien Sexualität, die Sexualisierung der weiblichen Erotik und die Erotisierung der männlichen Sexualität. Kolle setzte sich für die Frauen ein und verhalf vielen zu der Erkenntnis, dass sie eine eigene Sexualität haben. In der Fernsehserie "Liebesschule" klärte der Journalist ganz Deutschland auf.
  • Noch heute ist Kolle regelmäßig publizistisch tätig und beschäftigt sich zum Beispiel für die Webseite liebe-und-gesundheit.de mit dem Thema "Sexualität im Alter".

Mehr Infos: www.oswaltkolle.de


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24.09.2008 16:39
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