Online-Sucht: Symptome

Donnerstag, 30.06.2011

Rund drei Prozent aller Internetnutzer sind von dem Medium abhängig. Wir sagen, wie man eine Online-Sucht bei sich und anderen erkennt.

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Beim Stichwort "Online-Sucht" hat man zunächst das Bild eines übermüdeten männlichen Teenagers vor sich, der Tag und Nacht Computerspiele spielt. Doch von dem exzessiven Gebrauch des Mediums Internet sind nicht nur Heranwachsende, sondern auch zunehmend Frauen über 30 Jahre betroffen.
Letztere leiden meist an einer "Online-Kommunikationssucht", die sich in übermäßigem Mailen, Chatten und Posten äußert. Foren, Portale und Social-Media-Angebote werden von den Betroffenen zu jeder sich bietenden Gelegenheit aufgerufen. Job, Haushalt, Kinder und Partnerschaft werden dann oft vernachlässigt.

Allerdings ist natürlich nicht jeder Mensch süchtig, der von seinem Computer fasziniert ist und viel Zeit mit dem Medium Internet verbringt.

Die Online-Sucht-Expertin Gabriele Farke, Autorin des Buches "Gefangen im Netz? Onlinesucht: Chats, Onlinespiele, Cybersex" (Huber Verlag, 17,95 Euro, bestellbar z.B. über www.amazon.de), hat für fem.com zehn "Symptome" zusammengestellt, an denen man erkennt, dass man selbst oder eine nahestehende Person onlinesüchtig ist.

1. Einengung des Verhaltensraums
Die Freizeit wird mit der Internetnutzung weitgehend aufgebraucht.

2. Kontrollverlust
Die Dauer und die Häufigkeit des Konsums kann nicht mehr gesteuert werden; Versuche, den Konsum einzuschränken, scheitern.

3. Toleranzentwicklung
Die Dauer des Internet-Konsums steigt im Laufe der Zeit ("Steigerung der Dosis").

4. Entzugserscheinungen
Bei längerer Unterbrechung des Konsums treten psychische und physische Beeinträchtigungen (z.B. Nervosität, Aggressivität) auf. Die Gedanken kreisen ständig ums Internet.

5. Negative persönliche Konsequenzen
Es kommt zu Konflikten im privaten und beruflichen Umfeld, beispielsweise zu Streit mit Freunden, verminderter Leistungsfähigkeit in Schule oder Beruf oder zu teils heftigem Beziehungsstress.

6. Das Sexleben leidet
Der von Online-Sucht betroffene Partner scheint immer weniger Lust auf Sex zu haben.

7. Es geht nicht mehr ohne Pornos
Mehrmalige Versuche, ohne Internet-(Porno-)Konsum auszukommen, sind gescheitert.

8. Selbstverurteilung
Schuldgefühle, die oftmals über viele Jahre schon existieren, verstärken sich.

9. Realitätsverlust
Es kann nicht mehr klar zwischen virtueller und realer Welt unterschieden werden.

10. Ausgrenzung
Immer mehr macht sich das Gefühl breit, nicht mehr "dazu zu gehören". Dies kann bis zur Entsozialisierung führen.

Sie haben mehrere dieser Symptome bei sich oder einer nahestehenden Person beobachtet? Ausführliche Informationen und Hilfestellungen gibt es von Gabriela Farke unter www.onlinesucht.de - und im Buch "Gefangen im Netz?"

Gabriele Farke ist Bundesvorsitzende des HSO e.V. (Hilfe zur Selbsthilfe für Onlinesüchtige e.V.), Schulungsleiterin für EDV- und Internetkurse sowie seit 1999 Expertin zum Thema "Online-Sucht". Sie lebt und arbeitet in Buxtehude.

Online-Sucht

Online-Leidenschaft oder schon Online-Sucht? Anhand unserer zehn Experten-Kriterien lässt sich das schnell herausfinden. Weiterlesen können Sie im Buch "Gefangen im Netz?".

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