Öko-Urlaub – Eine Nacht im Grünen

Dienstag, 29.07.2008

Der Öko-Boom hat die Tourismus-Branche erfasst - immer mehr Hotels bieten ihren Gästen eine ganz besondere Dientsleistung an: Ein gutes Gewissen.
Zum Urlaub gehört für viele eine unberührte Umwelt. Die Branche hat die Sehnsucht nach einer ursprünglichen Umgebung erkannt: Immer mehr Hotels stellen auf Öko um. Der Schutz der Natur ist das zentrale Ziel, wenn ein Hotel nicht nur schön, sondern auch ökologisch bewirtschaftet sein soll. Bis vor ein paar Jahren war solches Engagement oft noch auf das kleine Schild im Bad beschränkt, das darum bat, die Handtücher nur dann auf den Boden zu werfen, wenn sie gewaschen werden sollen. Heute zeigen die Hotelbetreiber mehr Einfallsreichtum und kombinieren Sinnlichkeit und Erholung mit einem guten Gewissen.
Die Four-Season Resorts & Hotel-Kette geht mit gutem Beispiel voran: Für den Bau des Standortes in Koh Samui , Thailand (www.fourseasons.com/de/kohsamui) wurde keine einzige der rund 400 Palmen gefällt. Stattdessen wurden die Bungalows um die Pflanzen herum gruppiert. Es entstand eine einzigartige Unterkunft für anspruchsvolle Gäste mit Umweltbewusstsein.
Auch der Hillside Beach Club (www.hillsidebeachclub.com) in der Türkei setzt auf Bäume: Für jeden Gast wird eine Eiche zur Wiederaufforstung gepflanzt. Und es gibt Reiseanbieter, die sich verpflichten, in all ihren Destinationen für mehr Grün zu sorgen. So wie die Banyan Tree Hotels & Resorts-Gruppe (www.banyantree.com), die in den nächsten zehn Jahren in Phuket, Bangkok, Lijiang, Ringha, Bintan, auf den Seychellen und den Malediven jährlich je 2000 Bäume pflanzt.
Die Maritim-Hotels (www.maritim.de) haben in sonnigen Gegenden Solarkollektoren auf ihren Dächern installiert und vier von fünf Glühlampen durch Energiesparlampen ersetzt, um die CO2-Emissionen der Häuser auf ein Minimum zu reduzieren. Das Schloss Elmau bei Garmisch-Partenkirchen (www.schloss-elmau.de) bezieht die Wärme für die gesamte Hotelanlage, inklusive zwei Spas und Pools, über ein Holzhackschnitzel-Heizwerk, das von Waldbauern aus der Region beliefert wird. So spart das Hotel beeindruckende 500.000 Liter Heizöl jährlich.
Das Insel-Resort Kurumba (www.kurumba.com) auf den Malediven ist sogar komplett unabhängig von der Außenwelt. Ein autarkes System mit Müllentsorgung, Stromerzeugung, Wasserentsalzung und Regenwasser-Speicherung versorgt die gesamte Anlage. Der Vorteil: Es entsteht kein Verkehr, zum Beispiel für die Frischwasserver- oder Müllentsorgung. Einen weiteren Öko-Standort auf den Malediven bildet das nahezu paradiesische Hotel One&Only Reethi Rah (www.oneandonlyresorts.com): Die Eco-Lodge wurde mit dem internationalen Gütesiegel "Green Globe 21" ausgezeichnet. Es belegt, dass das Hotel wichtigen Umweltstandards entspricht.
Dass die ökologische Betriebsführung die negativen Folgen des Tourismus für die Umwelt erheblich verringert, ist die Voraussetzung um mit einem der begehrten Öko-Labels werben zu dürfen. Für Touristen ist es momentan noch etwas unübersichtlich, weil es allein europaweit 30 solcher Umweltzeichen gibt. In Deutschland ist das wichtigste Zeichen die Dachmarke "Viabono" (www.viabono.de). 450 deutsche Hotels und Gastronomiebetriebe, Naturparke, Campingplätze und Vermieter von Ferienwohnungen tragen dieses Label. Sie verpflichten sich zu einer umweltgerechten Betriebsführung und einem besonders sparsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen. Daneben gibt es die "Euro-Blume", das Europäische Umweltzeichen (www.eco-label.com). Nur 38 Hotels europaweit erfüllen deren 80 Kriterien - die zwei einzigen damit ausgezeichneten deutschen Hotels stehen in München: das King's Hotel First Class und das King's Hotel Center (www.kingshotels.de).
Eine der wichtigsten Kriterien dürfte darüber hinaus sein, wie in der Hotelküche gekocht wird. Wer in einem Öko-Hotel wohnt, der möchte natürlich auch mit gutem Essen aus biologischem Anbau verwöhnt werden. Viele ausgewiesene Öko-Hotels pflegen eine ganz ausgezeichnete Küche, mit frischen Zutaten aus der Region und einem saisonal abgestimmten Menü. So bietet das Arosea Life Balance Hotel (www.arosea.it) im Südtiroler Ultental täglich zwei Menüs und am Sonntagabend ein Galadinner. Die Küche ist jung, regional und überrascht auch schon mal mit gegrillter Wassermelone. Das Ferienart Resort & Spa (www.ferienart.ch) im Schweizer Saas-Fee ist Mitglied im Slow-Food-Verband und erhielt für die wöchentlich wechselnden, kreativen Menüs der vier Hotelrestaurants vom Gault Millau 13 Punkte.
Egal, ob Küche, Baumaterial, Standort oder Service - viele Kleinigkeiten zusammengenommen können einen großen Unterschied für die Umwelt machen. So nutzt das Forte Village Resort (www.fortevillageresort.com) auf Sardinien zum Beispiel für die Bewässerung der 25 Hektar Grünfläche, die das Hotel umgeben, ausschließlich Abwasser. Umweltschutz kann auch gleich nach dem Aufwachen beginnen: Im Badrutt's Palace Hotel (www.badruttspalace.com) in St. Moritz bekommen die Gäste ihre Morgenzeitung nur noch in Stofftaschen anstatt in einer Plastiktüte und auch die Wäschesäcke sind aus ungefärbter Baumwolle.

Bei allen Bemühungen gilt auch hier: Die Nachfrage schafft immer ein Angebot und je mehr Menschen von einem Urlaub in einer intakten Natur träumen, desto mehr werden sich die Unternehmen auch darauf einstellen. Einstellen müssen.
Susanne Klingner

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29.07.2008 13:56
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